Bullet For My Valentine - Scream aim fire

Bullet For My Valentine- Scream aim fire

Gun / Sony BMG
VÖ: 25.01.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kleine Schritte

Manchmal ist die Welt ungerecht, sagen die einen. Dass jeder immer das bekommt, was er verdient, erwidern die anderen. Ein ewiges Hin und Her. So ist das eben. Davon können auch Bullet For My Valentine das eine oder andere Liedchen singen - beziehungsweise brüllen. Auf der einen Seite stehen sie für den neuen, heißen Metal-Scheiß und dürfen sich mit Genre-Ikonen und musikalischen Vorfahren wie Guns N’ Roses, Metallica oder Iron Maiden die großen Stadion-Bühnen teilen.

Auf der anderen Seite ist da das obligatorische Problem der Anerkennung. Man kennt das ja. Hier als Baukasten-Kopisten verhöhnt, dort als glatt gebügelte Modeerscheinung nicht für voll genommen und mit Schwung in die "Metalheads der Bravo-Generation"-Schublade verfrachtet. Der Band um Sänger Matthew Tuck kann das ganze Tohuwabohu prinzipiell auch vollkommen egal sein. Ist es vermutlich auch. Ein sattes und gut verkauftes Debütalbum, ein mit Sicherheit nicht allzu schlecht dotierter Plattenvertrag, eine treue Fanschar - so what!?

"Scream aim fire" könnte für Bullet For My Valentine bereits das sein, was allgemeinhin erst mit dem dritten Album einer Band erwartet wird: der Wegweiser. Wohin die Reise diesmal geht? Das wissen die Herrschaften anscheinend selbst nicht so genau. Stillstand? Nein, das nicht gerade. Aber vielleicht praktizieren die vier Waliser eben so was wie die Politik der kleinen Schritte. Dass dies prinzipiell nicht schlecht sein muss und die Jungs mitunter wie ihre Vorbilder in jungen Jahren klingen, beweist zum Beispiel ein Kracher wie "Waking the demon". Eine nahezu perfekte Mischung aus Thrash und Pop. Dass gerade dieser Song inhaltlich nur die "Teenage dirtbag"-Thematik parat hat, ist die Kehrseite.

Tracks wie "Disappear" oder "Last to know" gehen technisch versiert auf die Zwölf. Da kann man nicht meckern. Es wird unter der abermaligen Regie von Colin Richardson (u.a. Machine Head, Funeral For A Friend, Fear Factory, Sepultura) gegrunzt, gegrölt, gemosht und gebolzt. Weder sonderlich überraschend, noch großartig originell hauen einem Tuck und Konsorten die erste Auskopplung "Scream aim fire" um die Ohren. Funktioniert aber komischerweise. Äußerst gradlinig ebnen sich auch Songs wie "Eye of the storm" oder "End of days" ihren Weg. Hier eine Bassdrum, dort ein Break, da ein fast klinisch sauberer Gesang, dort lautes Gebrüll. Selbstverständlich dürfen bei all der Stadion-Erfahrung der letzten Jahre hochmelodische Soli und der typische Metalballaden-Schmonz nicht fehlen, wobei "Forever and always" haarscharf an der Kitsch-Klippe vorbeistreift. Klingt wie traditioneller Metal im Jahre 2008 und ist auf keinen Fall schlecht, aber natürlich siegt hier das Baukastenprinzip. Immer geht das nicht gut.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Hearts burst into fire
  • Waking the demon
  • Disappear

Tracklist

  1. Scream aim fire
  2. Eye of the storm
  3. Hearts burst into fire
  4. Waking the demon
  5. Disappear
  6. Deliver us from Evil
  7. Take it out on me
  8. Say goodbye
  9. End of days
  10. Last to know
  11. Forever and always

Gesamtspielzeit: 53:38 min.

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User Beitrag
Armin
2008-02-05 17:40:02 Uhr
BULLET FOR MY VALENTINE: mit ihrem Album „Scream Aim Fire“ auf Erfolgskurs!



Nachdem Bullet For My Valentine schon mit ihrem Debütalbum „The Poison“ Goldstatus erreicht haben, ist jetzt auch ihr Nachfolgealbum „Scream Aim Fire“ supererfolgreich und hat wohlverdient auf Anhieb Platz 3 der deutschen Media Control Charts erreicht. Und auch in Österreich sichern sich Bullet For My Valentine ebenfalls einen dritten Platz auf dem Siegertreppchen.



Spätestens jetzt sollte klar sein, dass es sich bei Bullet For My Valentine auf keinen Fall um eine Eintagsfliege handelt. Sie haben es geschafft als junge aufstrebende Band ihr Erfolgsrezept von „The Poison“ noch zu verfeinern. So sind die härteren Parts ihrer Songs auf „Scream Aim Fire“ noch härter geworden und die ruhigeren Parts noch melodischer, so dass niemand mehr an dem Album vorbeikommen kann.



Die Fanbase der jungen Waliser besteht mittlerweile nämlich nicht nur aus eingefleischten Metalfans, sondern findet auch bei allen Altersschichten und Fans gut gemachter Rockmusik großen Anklang!



Wer Songs mit Ohrwurmcharakter wie „Tears Don’t Fall“ sucht wird auf „Scream Aim Fire“ genauso fündig wie derjenige, dem „The Poison“ vielleicht nicht hart genug war.



Bullet For My Valentine verstehen etwas von ihrem Handwerk und mischen deshalb rund um den Globus gehörig die Charts auf (Platz # 1 in Japan Intl, Platz # 4 in Australien und auf Platz # 5 in UK !).



Wer nun Lust bekommt sich von ihren Livequalitäten auf der anstehenden Tour zu überzeugen, muss bis zum Festivalsommer vertröstet werden, denn dann werden sie bei Rock am Ring und Rock im Park in bekannter Bullet For My Valentine Manier die Massen begeistern. Die Tour im Februar war bereits nach wenigen Wochen restlos ausverkauft, was einmal mehr beweist, dass Bullet For My Valentine ihren endgültigen Durchbruch geschafft haben und in einer vollständigen Rockalben-Sammlung nicht fehlen dürfen.

Weitere Infos unter www.bulletformyvalentine.de
Hyjack
2008-01-27 12:55:20 Uhr
Ich merk schon mit der repräsentationsdiskussion kommen wir net weiter ;-).Ich find immernoch, dass forever and always nicht album-repräsentativ is, weil die anderen lieder vielleicht nicht viel aber trotzdem ne spur härter ausfallen ( vielleicht "hearts burst into fire" mal ausgenommen).Außerdem kann man einfach von einer ballade nicht auf den Stil eines ganzen Albums schließen.
Und das mit dem Metal is halt auch ein Thema für sich ;-).Wann ist was metal und wann nicht?
Und du musst zugeben, dass "eye of the storm" und "scream,aim,fire" schon vom gesang und auch musikalisch ein bißchen an die ganz alten alben von Metallica (z.B. kill em all) erinnern (ob sie das gut machen oder schlecht sei mal egal). Natürlich sind bfmv nicht komplett metal (da stimm ich dir ja zu!), aber dass sie ein paar metal-lastige songs haben, kann man nicht abstreiten. Auch auf dem alten album gab es einige songs die zumindest rein instrumental mehr metal waren als emo-core. Zum beispiel "suffocating under words of sorrow" erinnert mich sehr an ein paar lieder von iron maiden (die polternden basedrums und auch die gitarren-riffs). Oder auch der schnelle part gegen ende von "tears don´t fall".
Und zum schluss: "Uninspiriert"?- naja eifallslos ist ein besserer Ausruck(zumindest beim neuen album)
"talentfrei"?- die jungs haben rein musikalisch scho was drauf, aber ihr songwriting auf dem neuen album is mir ein bißchen zu plump.

Servus!
curt
2008-01-25 13:19:28 Uhr
Das Einzige, was so halbwegs nach Metallica klingt, ist dieser fürchterlich bemühte Gesang. Aber ansonsten hat das nicht im Ansatz was mit "Metal" oder meinetwegen auch "Metalcore" zu tun. Völlig glatt gebügelt, hauptsache immer feste auf die Double Bass drauf... Und um noch mal auf den Emo-Core-Bezug zurückzukommen: Diese anschmeichelnde, um alles in der Welt melodisch sein wollende Gitarre ist nichts anderes als die Grundzutat einer jeden Emo-Band. Und nein, von den Texten fang ich jetzt besser gar nicht an...

Übrigens, zum Thema "Forever and always" sei nicht repräsentativ: Komisch, auch "Hearts burst into fire" könnte von jeder x-beliebigen Kajal-Kapelle stammen. Genau wie "Deliver Us From Evil". Oder auch "Take It Out On Me". Oder "End Of Days". Oder oder... (Gott, das war echt 'ne Überwindung, sich das bei MySpace reinzuziehen...)

Kurz: Wenn BFMY Metal sind, dann fang ich ab sofort auch an, das Debüt-Album von Funeral For A Friend o.Ä. als Metal zu bezeichnen. Kommt ungefähr genau so gut hin...

Aber vermutlich find ich's schlichtweg schockierend, dass eine so uninspirierte und talentfreie Band Erfolg hat, nur weil sie so lustig in bestimmte Raster passt.
hyjack
2008-01-25 01:14:32 Uhr
Und forever and always is erstens echt nicht stellvertretend für das album und zweitens ganz weit weg von emo-core. habs oben scho gesagt, dass es eigentlich ne typische ballade is, die auch vo ner punkrockband sein könnte.
As Daylight Dies
2008-01-25 01:11:43 Uhr
"Verbrechen".....wenn ich sowas schon wieder lese :/
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