Thao With The Get Down Stay Down - We brave bee stings and all

Thao With The Get Down Stay Down- We brave bee stings and all

Kill Rock Stars / Cargo
VÖ: 01.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das Platzwunder

Thao Nguyen tanzt nicht, sie kanonenkugelt. Und sie schreibt auch nicht einfach irgendwelche Songs, zumindest nicht, wenn es nach unserer Vorstellung geht. Thao schüttelt sie eher aus dem Ärmel, stampft einmal fest mit dem Fuß auf, und dann fällt ihr schon wieder ein Lied in den Schoß, fertig geschrieben, arrangiert und gegen den Strich gebürstet. Eine Platte, die selbstverständlicher, beiläufiger und ungezwungener klingt als "We brave bee stings and all", ist jetzt gerade schlicht unvorstellbar - Thao rutschen die "Oh oh"s nur so raus, ihre Band imitiert alles, was sich nicht mehr wehren kann, und immer klingt es so, als dachten sie, das Aufnahmegerät sei noch gar nicht eingeschaltet. Es ist eine besondere Sorte von Leichtigkeit, mit der einem dieses Album den Hals umdreht.

Natürlich liegt das an der ständig mitschwingenden Naivität in Thaos Stimme und der Entschiedenheit, mit der sich ihre trotzköpfigen Texte immer wieder dagegen stemmen. Neben diesem äußerst unterhaltsamen Kleinkrieg passieren aber auch noch The Get Down Stay Down, die Band zur Frau, die hier rumprobiert, als hätte sie nie zuvor jemand von der Leine gelassen. In "Feet asleep" bringen sie es fertig, New-Orleans-Big-Band, Saloon-Klavier, Mitmach-Handclaps und unverwüstliche Popsongabsichten in drei einundvierzig runterzuspulen, ohne dass es jemals eng wird oder der Song in die Breite gehen müsste. Und "Bag of hammers" heften sie ein Gitarrensolo hinter den Refrain, das man in solch unverfrorener Einfachheit erst mal hinkriegen muss. Am Ende sowieso die Geschichte der Platte: Wie sie all ihre Kunststückchen problemlos in einem LoFi-Rahmen vorführt, der eigentlich viel zu klein dafür erscheint.

Thao ist halt clever, nicht nur mit ihren Worten, der 90s-Indierock-Gedächtnisgitarre oder am Banjo. Sie weiß auch, wann sie gute Ideen stapeln und schlechte aussieben muss, lässt die acht entscheidenden Rhodes-Piano-Töne von "Yes, so on and so on" weitgehend in Ruhe und holt sich ein Lied später schon wieder die beste Posaune ihres Freundeskreises ins Studio. Irgendwo dazwischen steckt auch noch der Hit für den Durchbruch, wenn Gott so will: "Swimming pool" flitzt kurz hinter seinem Banjo her, dreht sich ansonsten vor allem um sich selbst und lässt auch noch die Schlüsselzeile der Platte fallen, die uns zurück führt an den Anfang dieses Texts und jetzt sogar Sinn hat: "We don't dance / We cannonball." Dann Feuer frei.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Beat (Health, life and fire)
  • Bag of hammers
  • Swimming pools
  • Feet asleep

Tracklist

  1. Beat (Health, life and fire)
  2. Bag of hammers
  3. Big kid table
  4. Swimming pools
  5. Geography
  6. Feet asleep
  7. Yes, so on and so on
  8. Fear and convenience
  9. Violet
  10. Travel
  11. We go

Gesamtspielzeit: 32:10 min.

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