Psychopunch - Moonlight city

Psychopunch- Moonlight city

Silverdust / Soulfood
VÖ: 04.01.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Bier, Weib und Gesang

Lässt man die Google-Bildersuche das weltweite Netz mal nach dem Suchbegriff "Psychopunch" durchforsten, kommt einem die Ergebnisübersicht größtenteils wie die gemalte Variante einer Russ-Meyer-Phantasie vor. Und ewig lockt das Weib mit jeder Menge Fleisch - vorzugsweise in oberen Körpergefilden. Nicht nur bei den Albumcovern hatten Wein, Weib und Gesang bei Psychopunch schon immer absolute Priorität, wobei Wein hier passenderweise gegen Dosenbier getauscht werden sollte.

Die Konzentration auf das Wesentliche geht auch anno 2008 auf Studioalbum Nummer sieben weiter. Angefangen beim durchaus als lecker zu bezeichnenden Poledance-Pin-Up auf dem Cover von "Moonlight city". Und auch gleich der Opener "It remains to be seen" - böse Zungen könnten "the same" anstelle von "seen" lesen - sorgt in typischer Psychopunch-Manier für die ersten Schweißausbrüche. Breitbeiniger Auf-die-Fresse-Punk’n’Roll mit lärmender Bridge und mehrstimmigem, fluffig abgehendem Refrain.

Erfreulich ist, dass sie diese Energie, den Schmackes und die mitreißenden Melodien auch ins folgende "Hush now baby" und später in "Here comes the rain", "No one really knows" und "If you say so" mitnehmen. Das macht auch ohne die eh nicht erwarteten Überraschungen Laune und zeigt vielleicht, warum Psychopunch zehn Jahre nach ihrer Gründung mittlerweile alte Weggefährten wie Gluecifer oder The Hellacopters überlebt haben.

Unerfreulich ist, dass es das im Prinzip auch schon war. Schluss mit lustig. Über den weiteren Verlauf der restlichen Songs lassen die vier Jungs aus dem schwedischen Västeras die Leidenschaft etwas vermissen, drosseln das Tempo und verlieren sich im gähnenden "Ja, ganz nett."-Milieu, gerade im Vergleich mit dem knackigen Vorgänger "Kamikaze love reducer". Einzig der halbballadeske Fünfminüter "It hurts me more than I can say" mit rauer Schale und weichem Kern lässt noch einmal aufhorchen, bevor die gut behütete Lady zu ihren anderen Gespielinnen ins CD-Regal wandert.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • It remains to be seen
  • Hush now baby

Tracklist

  1. It remains to be seen
  2. Hush now baby
  3. On my own
  4. Here comes the rain
  5. No one really knows
  6. Another statement
  7. If you say so
  8. It hurts me more than I can say
  9. Moonlight city
  10. Lay me down

Gesamtspielzeit: 41:09 min.

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