The Dunes - Socializing with life

The Dunes- Socializing with life

Curve / Al!ve
VÖ: 18.01.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Unter Beobachtung

Kanada und Popmusik. Das schmeckt oft wie der Kaffee auf der Veranda am ersten Frühlingsmorgen. Frisch, erweckend und lecker. The Dunes aus Toronto gesellen sich hinzu, zu dem bunten Treiben der Landsmänner, und hängen ihre Interpretation von eingängiger Popmusik ans andere Ende der Leitung. Durchsetzt mit einem britischen Hang zum Größenwahn, unausweichlichen Gitarren-Hymnen und dem Wunsch zur Zeitlosigkeit. Dass die Wurzeln dieses Sounds nicht der kanadischen Talentschmiede entspringen, sondern tatsächlich auf der hiesigen Seite des Atlantiks zu finden sind, darf zunächst irritieren.

Als ob das Quartett direkt aus den Katakomben des Cavern Clubs gekrochen wäre, um mit harmonieseligem Schmachtrock zu betören, erklampft sich die Eröffnung "Now" mit gewaltigem Schmackes die ersten Sympathien. Im Vordergrund stehen der Song, die Melodie, die wenigen Akkorde. Vernebelt "Sunflower eyes" auch noch so schön in seinem psychedelischen Gewand: Die ausufernden Soundmalereien bleiben unter Beobachtung und werden mit Bedacht und Genauigkeit entfaltet. Da ist der Weg zu Coldplay nicht allzu weit. Und auch Oasis haben hier sicherlich Pate gestanden.

Bemerkenswert bleiben die angestrebten Höhen von Sänger Kevin Pullen, der in "The easiest" locker Thom Yorke Gesellschaft leistet, wenn der Song auch von Kopf bis Fuß als Embrace-Komposition durchgehen könnte. So wirklich innovativ scheint "Socializing with life" nun nicht zu sein, es überzeugt dennoch auf ganzer Linie, erst recht mit den drei letzten Songs, den Rausschmeißern. "What you wanted" bläst U2 den Marsch, und das melancholische "Kennedy's" katapultiert den Druck der Neunziger in die Gegenwart.

Das Schlusslicht "Lost", das unglaublich traurig und verschwommen daher kommt, mausert sich schnell zum größten Höhepunkt dieser Platte. Verhallt und vorsichtig bahnt sich Pullen einen Weg durch die Landschaften seiner Akustikgitarre und verläuft sich irgendwann in einem kaleidoskopischen Soundwald, der erst zum Ende tief durchatmen lässt. "Socializing with life" findet sich im Sud der Größten aus England wieder und ist ein wunderbar kurzweiliges Vergnügen. Was ja bekanntermaßen die punktuelle Freude steigern kann. Nicht ungewöhnlich, aber außergewöhnlich.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Sunflower eyes
  • Lost

Tracklist

  1. Now
  2. Sunflower eyes
  3. Hurry up
  4. Calling all cars
  5. The easiest
  6. Do it all the time
  7. Rio grande
  8. What you wanted
  9. Kennedy's
  10. Lost

Gesamtspielzeit: 43:36 min.

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