Hot Water Music - A flight and a crash

Hot Water Music- A flight and a crash

Epitaph
VÖ: 21.05.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Den Vogel abgeschossen

Der Planet Erde: ein Staubball, auf dem tagtäglich Millionen von Menschen gesittet ihrer Beschäftigung nachgehen und artig darauf erpicht sind, die vordiktierten Regeln und Normen einzuhalten. Eine Welt, in der mal mehr und mal weniger gewitzte Millionenseller à la Blinkspring-71 mancherorts als das höchste der anarchischen Musikgefühle angesehen werden. Eine Welt, in der sich alle, die es tatsächlich noch wagen, sich Punkrocker zu nennen, mit Skate- oder Kickboard bewaffnen, um nach Erledigung ihrer Schularbeiten die Straßen unsicher zu machen.

Selbst wenn sich Hot Water Music nach dem vollzogenen Wechsel von Some Records zum Mega-Indie Epitaph die Vorwürfe gefallen lassen müssen, ein Vielfaches an Zugänglichkeit und Geradlinigkeit zugelegt zu haben, ist auch "A flight and a crash" Gainesville-Power allererster Güteklasse. Die vollführte Kurskorrektur zeigt in Richtung Punkrock-Kettenhemd, das wie immer im warmen Emo-Tiegel geschmiedet und von den raunigsten Stimmen getragen wird, seit es Stimmanabolika wie Whiskey und Zigaretten gibt. Alkohol in der Leber und Rausch im Gehirn statt Skateboard unter den Füßen und tiefergelegtem Hosenbund am Knie.

"A flight and a crash" ist der lebende Beweis, daß Punkrock so viel mehr sein kann als Melodycore-Einheitsbrei und Gitarrenrabatz mit Popeinschlag. Daß hinter Punkrock mehr steckt als völlig durchkalkulierter Drei-Akkorde-Reigen auf kreativer Sparflamme. Hier flutscht der Schweiß aus jeder Pore, und mehr als nur die Münze aus dem prallgefüllten Säckel. Denn Hot Water Music agieren schmutziger, begeisternder und vor allem eigenständiger als der Rest dessen, was gemeinhin ausverkaufte Pogohütten zum Rauchen bringt.

Auch wenn man die eingestreuten Post-Hardcore-Sprengsel diesmal mit der Lupe suchen muß, bietet auch "A flight and a crash" unverkennbar Hot Water Music in Reinkultur. Spätestens beim mit Piano untermalten "She takes it so well" sind die Tickets für den Höhenflug gebucht. Inzwischen haben sich Hot Water Music in ihrer ganz eigenen kleinen Welt häuslich eingerichtet, in der Authenzität Tür und Tor geöffnet ist und die Konkurrenz mit wenigen Handgriffen locker in die Tasche gesteckt wird.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • A flight and a crash
  • Paper thin
  • Sons and daughters

Tracklist

  1. A flight and a crash
  2. Jack of all trades
  3. Paper thin
  4. Instrumental
  5. Swinger
  6. A clear line
  7. Choken and separated
  8. Old rules
  9. Sons and daughters
  10. Sunday suit
  11. She takes it so well
  12. One more time
  13. In the grey
  14. Call it trashing

Gesamtspielzeit: 39:11 min.

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User Beitrag
Waclav
2009-06-29 15:47:42 Uhr
war ich schwer enttäuscht von bzw. vorfreude waren wohl wegen "no division" zu hoch.

inzwischen gant gut natürlich.,trotzdem wurde mein interesse ab der platte immer kleiner.
Srill
2009-06-29 14:43:26 Uhr
Wenn die "Fuel for the Hate Game" hintenrum nicht so hängen würde, wäre sie wohl mein Lieblingsalbum. So aber seh ich's wie eric.
eric
2009-06-29 14:39:03 Uhr
Der Titelsong, "Jack of all trades" und natürlich "Paper thin" sind über alles erhaben. Ansonsten mag ich die "Caution" noch ein Stück lieber.
Srill
2009-06-29 14:31:17 Uhr
So gut wie hier sind sie immer!
virginia
2009-06-29 13:33:05 Uhr
So gut wie hier waren sie nie!!!
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