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Lunazone - Rockahula

Lunazone- Rockahula

Lux Noise / Cargo
VÖ: 14.05.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Planet der Affen

Die Erfahrung, daß aus der Schweiz mehr kommt als nur Kräuterbonbons und Kuckucksuhren, muß ein jeder von uns an irgendeinem Punkt im Leben machen. Bei der Frage: "Was denn nun genau?" kann aber der Erziehungsberechtigte dann doch blitzschnell ins Stottern geraten. Um solcher Sprachlosigkeit in Zukunft vorzubeugen, sei hiermit die Antwort verraten: Lunazone. Nie von gehört? Macht nichts, ging mir auch so. Lunazone machen Rock. Ganz typisch, völlig unverblümt, aber grundehrlich. Kein Anbiedern an Trends, keine hippe Vermarktungsmaschine und völlig frei von Showeffekten. Für den zeitgeistgeplagten Musikhörer also fast so entspannend wie ein stiller Schweizer Bergsee in Verbindung mit den überdimensionalen Alpenhörnern aus der Ricola-Werbung.

Der Opener "Off he goes" stellt bereits im Titel eine Reminiszenz an Pearl Jam dar und diese sind es, die neben den Stone Temple Pilots und anderen Heroen des Grunge unübersehbar das Fundament für die Musik der vier Züricher bilden. Kompositionen so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und vor allem die eingängige - wenn auch nicht einzigartige - Stimme von Frontmann Markus Gisin lassen "Rockahula" wie eine Zeitmaschine in die frühen 90er Jahre wirken. Auch wenn Lunazone der große Pathos oder die unterdrückte Wut ihrer Idole fehlt, merkt man jeder Note an, daß sie direkt aus dem Bauch kommt. Sicherlich wird hier das Rad nicht neu erfunden und im direkten Vergleich mit den Vorbildern wirkt manches etwas schmalbrüstig, doch die Bandbreite von einfühlsam bis direkt wird professionell abgedeckt. Nicht zuletzt die Mitarbeit von Jack Endino sorgt für einen Sound, der vergessen läßt, daß es sich nur um eine lokale Größe und nicht um Rockstars im Stadion-Format handelt.

Nachdem alle Rätsel gelöst sind, bleibt am Ende nur das Mysterium um den Albumtitel übrig. Die Entscheidung, ob mit "Rockahula" nun der Crossover aus Rock und inbrünstigem Jodeln bezeichnet werden soll, die Version 2.0 des berühmten Kräuterbonbons gemeint ist oder aber schlichtweg demonstriert werden soll, daß auch der Schweizer keine Ausnahme macht und von den Affen abstammt, sei jedem Hörer selbst überlassen. Und sollte je mal wieder ein Kleinwüchsiger mit fragendem Blick um die Ecke kommen: Aus der Schweiz kommen außerdem noch bunte Uhren, Armbrustschützen, Alpenmilch-Schokolade, die Leibwächter des Papst, Schweizer...

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Off he goes
  • Mongolia

Tracklist

  1. Off he goes
  2. Who I am
  3. Lido
  4. Suffocate
  5. Mongolia
  6. Lucky man
  7. Rock and Roll
  8. Talk to you
  9. Post script
  10. Insane
  11. Come on feel
  12. Silverstone

Gesamtspielzeit: 51:39 min.

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