The Wombats - A guide to love, loss and desperation

The Wombats- A guide to love, loss and desperation

14th Floor / Rykodisc / Rough Trade
VÖ: 16.11.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ex und hopp

Man zählt im Gespräch mit musikbegeisterten Freunden ja gerne mal Bands auf, die man hauptsächlich wegen eines potenziellen Songtitels des Jahres in die zu klugscheißerischen Zwecken bereitgestellte Liste eingefädelt hat. Keine Frage, dass da seit einiger Zeit die Wombats eine große Favoritenrolle einnehmen. "Let's dance to Joy Division" könnte der Weisheit letzter Schluss sein, hört sich saucool an und schindet mächtig Eindruck, noch bevor die erste Note vernommen wurde. Man kennt das ja.

Dabei sollte man es sich mit dem Liverpooler Trio nicht allzu leicht machen. Schließlich sind hier nicht nur exzentrische Spinner am Werk, die gewitzte Songtitel fabulieren, sondern auch wahnsinnige Musiker, die Arrangements kombinieren, die sich andere Bands nicht mal zusammenträumen könnten. Da wäre zum Beispiel der waghalsige Walzer "Little miss pipedream", der behutsam zwischen Knabenchor und Schellenkranz wandelt. Oder die Single "Backfire at the disco", die sich mit quirligem Basslauf und gemeingefährlicher Melodie tief ins Innere des Hörers einbrennt. Von der melancholischen Hetzjagd "Moving to New York" ganz zu schweigen.

Selbstverständlich kann auch der Song "Let's dance to Joy Division" noch einiges mehr, als es der Titel schon vermuten lässt. Eine freudentrunkene Hommage an die Heimatstadt, die musikalischen Helden und alles andere, was das Leben als Engländer lebenswert macht: schwarzer Humor, Arbeiterklasse, tiefes Selbstmitleid und alkoholschwere Gedanken. Da rechtfertigen sich die Drinks von gestern gleich mehrfach. Die kreischende Explosion in "My first wedding" schleift einen zum Abschluss dann noch dermaßen über den Asphalt, dass der Aufschrei zu einem Befreiungsschlag wird.

"A guide to love, loss and desperation" fährt einen solch lupenreinen britischen Pop auf, der sich breitbeinig zwischen den Futureheads, Dogs und Say Anything einnistet, dass man lange nach einer besseren Alternative dieses charakteristischen Sounds suchen muss. Hier findet man Attribute, die durchgeknallten Krach so liebenswert, Pop zu einer unvorhersehbaren Angelegenheit und Tanzen zu einem unverzichtbaren Lebenselixier machen. The Wombats wissen, wie schwer der Moment der Schwerelosigkeit im Vollsuff wiegt - deshalb haben sie sich einen Soundtrack dafür ausgedacht.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Moving to New York
  • Let's dance to Joy Division

Tracklist

  1. Tales of girls, boys and marsupials
  2. Kill the director
  3. Moving to New York
  4. Lost in the post
  5. Party in a forest (Where's Laura?)
  6. School uniforms
  7. Here comes the anxiety
  8. Let's dance to Joy Division
  9. Backfire at the disco
  10. Little miss pipedream
  11. Dr. Suzanne Mattox PHD
  12. Patricia the stripper
  13. My first wedding

Gesamtspielzeit: 44:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
fsb
2008-09-30 18:33:05 Uhr
und, wen trifft man gleich im lka?!

Lyxen
2008-08-22 01:36:30 Uhr
Schönes Album, schöner Pop. Im richtigen Moment gespielt, ist es sehr beseelend. Den vergleich mit den Arctiv Monkeys finde ich dreist.
M@rc
2008-06-17 11:37:48 Uhr
Nach Dauerrotation von "Moving to NY" im Radiosender meines Vertrauens bin ich jetzt doch ganz gespannt darauf die Jungs auf dem Hurricane live zu sehen...

Armin
2008-04-01 23:17:59 Uhr
The Wombats auf Herbsttour !

Schon lange bevor die Mitglieder der Wombats ihre Unterschriften unter ihren Plattenvertrag setzten, spielten sie als Headliner in ihrer Heimatstadt Liverpool in der Carling Academy, die immerhin Platz für 1200 Fans bietet. Inzwischen waren die Newcomer schon in ganz Europa unterwegs, landeten mit "Kill The Director" einen UK-Top-40-Hit und sorgten mit "Let's Dance to Joy Division" für einen der Indiedisco-Hits der Saison.

Angesichts von so viel Erfolg zeigte sich natürlich auch die Musikpresse begeistert. Der NME jubelte und das Magazin Q brachte das Erfolgsgeheimnis der Wombats auf den Punkt: Bei den Wombats handle es sich um eine Mischung aus der Energie der Arctic Monkeys und Weezers Pop-Hooks, urteilte die Musikzeitschrift.

Momentan sind die Wombats wieder in Deutschland auf ausverkaufter Tour. Wer es nicht geschafft hat, sich eines der begehrten Tickets für die aktuelle Tour zu sichern, kann beruhigt sein: Die Wombats kommen im Herbst wieder und werden dann in größeren Venues spielen.

Am 30.09.08 startet die Tour im Stuttgarter Longhorn. Im Anschluß spielen sie im Hamburger Uebel & Gefaehrlich am 01.10.08, danach am 02.10.08 im Schlachthof in Wiesbaden, dann in der Kleinen Elserhalle in München am 03.10.08 . Einen Tag später sind sie am 04.10.08 in der Kölner Live Music Hall zu Gast, bevor die Deutschland - Tour in Berlin im Kleinen Postbahnhof am 05.10.08 endet.

Tickets gibt es zum Preis von 18 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten CTS-VVK-Stellen sowie unter der Hotline 01805-853 653 (14ct/min / Mobilpreise können abweichen) und auf www.fkpscorpio.com und www.eventim.de.

Die Tour wird präsentiert von: Musikexpress, piranha, laut.de, myspace.com
agsfb
2008-03-15 12:15:58 Uhr
Tolles Album, macht einfach nur Spaß beim Zuhören!
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