Duran Duran - Red carpet massacre

Duran Duran- Red carpet massacre

Sony BMG
VÖ: 16.11.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mild boys

Es ist nicht gerade ein bedankenswertes Kompliment, als Boyband angepriesen zu werden. Ob man nun die erste offiziell durch Starschnitt veredelte Boygroup der Geschichte ist oder halt O-Town: Die Wege der skeptischen Hörerschaft schlagen einen Haken und gewichten. Duran Duran können 70 Millionen verkaufte Tonträger, irrrationalen Tourbombast und zwischen allerlei seichter Grütze auch den ein oder anderen zeitlosen Superhit vorweisen. Sie waren die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Plastikwelt der Achtziger. Und verpassen nun fast dreißig Jahre nach Bandgründung den Zug zur Unsterblichkeit recht deutlich.

War schon die letzte Inkarnation namens "Astronaut" im Jahre 2004 kein sonderlich erfreuliches Ergebnis des nach langjährigem Zwist zurückgekehrten Arbeitskreises, muss sich "Red carpet massacre" eingestehen, noch weniger überzeugen zu können. So sehr sich die zugekleisterten Klangwelten der zwölf Songs auch anbiedern, so sehr man den kommerziellen Popgeist anvisiert und die bekennenden Fans Justin Timberlake und Timbaland um Unterstützung bittet: Altbackene Synthesizer-Sülze à la "She's too much" steckt auch weiterhin bis zum Hals in der Nostalgiefalle und nervt bis aufs Blut.

Da kann das gelungene Instrumentalstück "Tricked out" noch so sehr nach Captain Future schmecken, der "Nite-runner" noch so wild auf den nächtlichen Dancefloors herumschmocken und die harmlose Single "Falling down" (produziert von Justin Timberlake) noch so sehr als Neudefinierung des bekannten Sounds auserkoren werden: Der Funke will nicht ins aktuelle Jahrtausend überspringen. Bemühte Witzigkeiten wie etwa das pulverlose "The valley" oder der tranige Wave-Klopfer "Tempted" sorgen für das Fundament der Ideenlosigkeit.

Während sich Duran Duran zwischen Bono und Herbert Grönemeyer auf dem ein oder anderen Treffpunkt karitativer Selbstdarsteller haben blicken lassen, an verschiedenen Baustellen die Löcher vergrößert und unterwegs ein weiteres Mal Andy Taylor verloren haben, musste die Band mitunter an der schwindenden Loyalität der Fans leiden. Nicht nur, dass die Rufe nach der endgültigen Auflösung lauter werden, auch hängt die Ernsthaftigkeit dieser Band mittlerweile am seidenen Faden. Duran Duran, es ist an der Zeit.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Nite-runner
  • Skin divers (feat. Timbaland)
  • Tricked out

Tracklist

  1. The valley
  2. Red carpet massacre
  3. Nite-runner (feat. Timbaland)
  4. Falling down (feat. Justin Timberlake)
  5. Box full o' honey
  6. Skin divers (feat. Timbaland)
  7. Tempted
  8. Trickes out
  9. Zoom in
  10. She's too much
  11. Dirty great monster
  12. Last man standing

Gesamtspielzeit: 49:18 min.

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