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The Tellers - Hands full of ink

The Tellers- Hands full of ink

62 TV / Cooperative / Universal
VÖ: 19.10.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Liegen geblieben

Falls gerade jemand an einem Wikipedia-Eintrag über Künstler sitzt, die für den deutschen Musikmarkt besonders ungünstige Namen tragen: Stop! Nicht nur Puff Daddy, Gott habe ihn selig, Speck Mountain und Feist gehören in eine solche Liste, auch The Tellers aus Brüssel darf man da selbstverständlich nicht vergessen. Zwei Jungs, zusammen 41, haben sich hier zusammengetan, um ausdrücklich nicht die belgischen Libertines zu werden. Letztlich wird es auch nicht ganz so weit kommen, weil ihnen a) die Songs, b) der Schmackes und c) die Drogen fehlen. Ihre erste Platte "Hands full of ink" ist folgerichtig das mutmaßlich bravste Album im diesjährigen Gitarrenpop-Herbst.

Mit anderen Worten: The Tellers sind also die belgischen Kooks, und da hätte man es ja auch bedeutend schlimmer erwischen können. Ben und Charles von und zu ohne Nachnamen sind große Freunde der sanft bedienten Akustikgitarre, sie haben auch so ulkige Mundharmonikagestelle am Hals und früher wohl eine ausgesprochen britische Englischlehrerin gehabt - einen besser gefakten Akzent hat es dieses Jahr jedenfalls höchstens gegeben, falls uns Kate Nash die ganze Zeit über etwas vorgespielt hat. Entscheidender ist für "Hands full of ink", dass The Tellers kleine Zweieinhalb-Minuten-Songs schreiben, die immer klingen wie beiläufig dahingekleckert, achtlos aus dem Bett gefallen oder gleich ganz liegen geblieben. Selbst wenn sie schon im ersten Versuch einen Doppelmord inszenieren, der sich kaum gemütlicher anhören könnte.

Es sind also schon Platten schlechter gestartet als dieses "Hands full of ink" mit dem spitzbübischen "If I say (die with me)" und seiner schwer einzufangenden Gitarrenmelodie. Die Leichtigkeit des Albums ist jedoch ebenso Stärke und Schwäche - letztlich ist es genauso oft lieblich wie harmlos und zutraulich wie einfältig. "Confess" ist eine zierliche Weichzeichner-Version des Libertines-Charmebolzens "Vertigo", und das plötzlich anziehende "Penny" hat zumindest eine Sparflamme unter dem Hintern. Für 16 Songs und eine Dreiviertelstunde Musik ist "Hands full of ink" aber einfach zu dünn. Man muss sich ja nur mal die schmalen Schultern der beiden Tellers-Typen angucken, um eine Idee davon zu kriegen, was hier schief gelaufen ist.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • If I say (die with me)
  • Penny
  • Confess

Tracklist

  1. If I say (die with me)
  2. More
  3. Want you back (You know, Suzie, they say a lot of things but only you know)
  4. Penny
  5. Confess
  6. The darkest door
  7. Prince Charly
  8. Toodoo
  9. Hugo
  10. He gets high
  11. A bit of glue
  12. Second category
  13. Memory
  14. Holiness
  15. Me boy
  16. Another coin for

Gesamtspielzeit: 46:01 min.

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