Schrottgrenze - Schrottism

Schrottgrenze- Schrottism

Motor / Edel
VÖ: 19.10.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Zerrism

Da gibt es diesen einen Moment auf "Schrottism", der nach Wahnsinn schmeckt. Es ist der Moment, in dem sich die Gitarren den Raum der Zeit unter den Nagel reißen, wo sich Klangwelten aufbäumen und Soundcollagen sich in erdrückenden Schichten übereinander wuchten. Alex Tsitsigias hat sein letztes Wort geklagt, der Chor ausgesummt und das Schlagzeug aufgegeben. Es ist der Moment, der Lautstärke zum Flimmern bringt. Es ist das Ende von "Schrottism", das rauszureißen versucht, was die vorigen zweiundvierzig Minuten verdaddelt haben.

Dabei standen die Zeichen nach dem hervorragenden "Château Schrottgrenze" so was von auf Sturm, dass man kaum noch Zweifel daran hegen konnte, dass sich Schrottgrenze bald in die Liga von Kante und Blumfeld einreihen würden. Groß waren die Hits "Fotolabor" und "Alaska", ein Springbrunnen an Ideen und frischer Aufgewühltheit. Nun, nach nur schlappen 21 Monaten, schwemmt das Quartett einen Nachfolger ohne Belang an die Oberfläche, der zwischen läppischer Sozialanalyse, Depression und Selbstkopie wandelt und nach wenigen Durchläufen in sich selbst zerfällt. Schrottgrenze spielen sich um Kopf und Sympathie.

Auch, wenn die Plätze am Schlagzeug und am Bass neu vergeben werden mussten, ist es kaum zu erklären, wie der Totalausfall namens "Schuldizm" der verdienten Kreativität der Band entspringen konnte. Ein unglaublicher Gitarrenschlepper, der an die allerschlechtesten Zeiten der Simple Minds erinnert, zudem in Kauderwelsch-Englisch intoniert wird und so deplatziert wirkt, wie ein gewisser Wham!-Song in den Sommerferien. Der Rest ist glücklicherweise besser, verglichen mit dem restlichen Schrottgrenze-Oeuvre dennoch nicht beglückwünschenswert.

Da wäre zum einen das drückende "Die ewigen Patienten". Auch "In Verhältnissen dieser Art" wühlt sich aus der Langeweile heraus, und das abschließende "Kanari" erinnert mit schweren Pauken und Gitarren daran, weswegen man diese Band vor nicht allzu langer Zeit seinen Freunden empfohlen hat. Textlich ist sicherlich noch die Single "Künstler muss schön sein" als interessant zu werten, musikalisch allerdings dann doch dort anzusiedeln, von wo sich die Band mit ihrem Namen einst abzugrenzen versuchte. Es bleibt der Name "Schrottism". Und alles zerfällt.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • In Verhältnissen dieser Art
  • Kanari

Tracklist

  1. Judas Maxi Priest
  2. Achtundzwanzig
  3. Künstler muss schön sein
  4. Das neue wir
  5. Die ewigen Patienten
  6. In Verhältnissen dieser Art
  7. Diese Schmerzen
  8. Jesus allein zuhaus
  9. Hinterland
  10. In die Zentren
  11. Schuldizm
  12. Kanari

Gesamtspielzeit: 48:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2008-04-16 17:36:59 Uhr
Hallo,

Schrottgrenze macht Pause! Der letzte Break für unsere Band ist schon wieder acht Jahre her und im Moment hat jeder von uns das Gefühl mal wieder sein eigenes Ding machen zu wollen bzw. in mancher Hinsicht sogar machen zu müssen (Studien, Kinder, andere Musik usw.).

Und da unsere Band, sowie unsere Musik im Laufe der Jahre immer von diesen Pausen profitiert hat, nehmen wir das hin und warten bis es wieder "juckt" in Sachen Schrottgrenze.

Wir möchten uns bei allen bedanken die Schrottgrenze bisher zugehört und zugesehen haben. Wenn es Neuigkeiten gibt, werden wir hier natürlich darüber berichten.

Beste Grüße,
Schrottgrenze.

anarch
2007-10-20 18:10:32 Uhr
Also das Album ist wirklich sehr zweigeteilt. Vor allem sollten sie das Englich singen lassen.

01. Judas Maxi Priest 6/10
02. Achtundzwanzig 8/10
03. Künstler muss schön sein 3/10
04. Das neue Wir 3/10
05. Die ewigen Patienten 10/10
06. In Verhältnissen dieser Art 4/10
07. Diese Schmerzen 8/10
08. Jesus allein zuhaus 8/10
09. Hinterland 7/10
10. In den Zentren 7/10
11. Schuldizm 5/10
12. Kanari 5/10

Der allerschönste Moment ist doch wohl aber, das Einsetzen der "Chauteau-Gitarren" Anfangs bei "Die ewigen Patienten". Waren das noch Zeiten...
Achja gut geworden ist die Größe der Hülle, die Gleiche wie beim letzten und somit immer gut zu finden in der Sammlung..
Armin
2007-10-16 18:08:59 Uhr
1. Schrottgrenze-Sprühaktion

Schrottgrenze stellt eine Sprühschablone zu Verfügung und der/die kreativste Sprüher/in gewinnt ein Wohnzimmerkonzert! Markiere deine persönliche "Schrottgrenze" und schicke ein Foto an schrottgrenze@motor.de

Die Band wird persönlich die beste Einsendung auswählen und beim Gewinner ein Konzert im Wohnzimmer geben. Selbstverständlich nicht unplugged!

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der Link zur Sprüschablone ist:
http://files.motormusic.org/schrottgrenze/sg-schablone.pdf


2. Schrottgrenze Web-Tools

SCHROTTGRENZE E-CARD:
http://schrottgrenze.motormusic.org/sg/e-card/e-card.html

BANNER:
http://schrottgrenze.motormusic.org/sg/banner.html


Album Info:
Vielleicht deshalb, weil es sowieso völlig am Kern der Angelegenheit vorbeiginge, wenn wir jetzt behaupten würden: Die Band Schrottgrenze wird mit dieser Platte endgültig erwachsen. Bei Musik funktioniert das nämlich ganz anders als bei Menschen. Wenn sich Musik weiterentwickelt, dann ist das eine Frage von fortgeschrittenem Design. Eine Frage des Dazulernens auf allen offenen Kanälen. Vielleicht auch eine Frage der verbesserten Sehschärfe - es soll ja auch Leute geben, die zwar eine Vision haben, aber zu kurzsichtig sind, um sie richtig zu erkennen. Und es gibt Leute wie die vier von Schrottgrenze, bei denen über die vielen Jahre des Band-Bestehens (2007 werden es 13!) sich immer mal wieder eine neue Vision über die alte geschoben hat. Das man dabei erwachsener wird, lässt sich kaum vermeiden. Man wird ja auch innen röter, wenn man Erdbeeren isst.

"Schrottism", das insgesamt sechste Album der Band, hat ja schon im Titel den salopp gestellten Anspruch: Dies könnte ihr Manifest sein, in dem auch all das irgendwie enthalten ist, was vorher war, "die Welt durch die Augen von", das Prinzip Schrott, geordnet nach den entscheidenden Punkten. Und obwohl die Band protestieren würde, wenn man dies als ihr Schlüsselalbum bezeichnen würde, weil sie naturgemäß fast alle Platten gleich lieb haben - "Schrottism" ist zweifellos die Platte, die Schrottgrenze endlich in den Kosmos der großen deutschen Rockbands befördern wird. Auch das ist ein Zeichen der Reife: Heute hätten sie auch nichts mehr dagegen, dort mal anzukommen ...

Im Mai 2007 wurde gemeinsam mit Peta Devlin (Die Sterne, Superpunk, Stella) das Hamburger Soundgarden Studio bezogen, dessen Türen zahlreichen Freunden wie Max Müller (Mutter), Christof Jessen (Das Weeth Experience) oder Deniz Jaspersen (Herrenmagazin) offen stand und auf "Schrottism" als Gastmusiker zu hören sind.

"Schrottism" kommt jetzt, mit zwölf, vom Großmeister Tobias Levin (Kante, Tocotronic, 100 andere tolle Bands und auch schon "Château Schrottgrenze"!) gemischten Songs, nicht nur wie aus der Pistole geschossen, der Herbst bringt auch gleich die passende Tournee ... [weiter]

Tracklisting:
01. Judas Maxi Priest
02. Achtundzwanzig
03. Künstler muss schön sein
04. Das neue Wir
05. Die ewigen Patienten
06. In Verhältnissen dieser Art
07. Diese Schmerzen
08. Jesus allein zuhaus
09. Hinterland
10. Schuldizm
11. In den Zentren
12. Kanari

Websites:
www.schrottgrenze.de
www.myspace.com/schrottgrenze

www.motormusic.de
www.myspace.com/motormusic

Tourdaten:
04.10.2007 Münster - Gleis22
05.10.2007 Dortmund - FZW
06.10.2007 Bielefeld - Forum
26.10.2007 Leer - Juz Leer
27.10.2007 Bremen - Römer
28.10.2007 Dresden - Groove Station
30.10.2007 Leipzig - Moritzbastei
31.10.2007 A Wien - Arena
02.11.2007 CH Sursee - Kulturwerk 118
03.11.2007 München - Backstage
05.11.2007 Konstanz - Kula
06.11.2007 Stuttgart - Schocken
07.11.2007 Frankfurt - Nachtleben
08.11.2007 Siegen - Vortex
09.11.2007 Köln - Underground
10.11.2007 Lingen - Alter Schlachthof
15.11.2007 Osnabrück - Kleine Freiheit
16.11.2007 Hannover - Chez Heinz
17.11.2007 Berlin - Knaack
18.11.2007 Hamburg - Knust

Armin
2007-10-13 01:36:33 Uhr
Single nicht gut, "Die ewigen Patienten" schon. Ich bin neugierig auf den Rest.
HarrisonMord
2007-10-12 00:55:03 Uhr
Ok.
Dann höre ich es mir jetzt nochmal an.
Mit Kopfhörern. Im Dunkeln.
Wenn du so überzeugt bist ist vielleicht was dran.
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