Ray Davies - Working man's café

Ray Davies- Working man's café

V2 / Universal
VÖ: 26.10.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Opi fürs Volk

Man hatte es nicht mehr für möglich gehalten, dass sich überhaupt noch irgendjemand ein Beispiel an Prince nehmen würde. Und dann ausgerechnet Sir Ray Davies! Keine Sorge, er bleibt auch auf seinem zweiten Soloalbum dem pflegeleichten Vintage-Britpop treu, ob nun aus Überzeugung, Bequemlichkeit oder Nostalgie - man findet unter den zwölf Songs genügend Beweise für jeden dieser Gründe. Was die Promotion-Strategie betrifft, ist Damon Albarns Lieblings-Oldie allerdings auf dem allerneuesten Stand: Nachdem das aktuelle Prince-Werk "Planet Earth" bereits im Juli der englischen Tageszeitung "The Mail On Sunday" kostenlos beilag, bringt nun die "Sunday Times" eine 10-Track-Fassung von "Working man's café" unters Volk. Wahrscheinlich macht die Labour-Partei dem ehemaligen Kinks-Kopf schon unmoralische Angebote.

Erst achtzehn Monate sind vergangen, seit Davies - wohlgemerkt nach jahrelangem Entstehungsprozess - sein gelungenes Solodebüt "Other people's lives" veröffentlichte. Dass jetzt schon der entsprechend kurzgebratene Nachfolger aufgetischt wird, könnte man als echte Überraschung bezeichnen. In Nashville scharte der Brite ein paar versierte Studiomusiker um sich und begann, der Welt vorzurechnen, dass die Zeichen der Zeit auf Minus stehen. Als Soundtrack zum Klassentreffen des Jahrgangs 1944 wäre "Working man's café" immerhin ganz hervorragend geeignet: Ray Davies, Sepp Maier, Günter Netzer und Uschi Glas sitzen mit Bierchen in der Hand an einem rustikalen Holztisch, lassen die Eskapaden ihrer Jugend Revue passieren, trinken sich immer weiter von der Zukunft weg und granteln über all das, was früher so viel besser war.

Im Namen des kleinen Mannes echauffiert sich Davies ausführlichst über den Kapitalismus, das Konsumverhalten, die Amerikanisierung, die Globalisierung und die Bürokratie. Und dann beklagt er im besten Song der Platte, der Staccato-Gitarren-Hüpfburg "No one listen", dass ihm doch sowieso niemand zuhöre - noch nicht einmal Kofi Annan oder der Dalai Lama! Aber die haben ja wahrscheinlich auch kein "Sunday Times"-Abo. Natürlich trägt Sir Ray seine Beschwerden stilvoll vor, verpackt den Opener "Vietnam cowboys" in gediegen-countryeskem Altherrenrock, lässt im angejazzten "Morphine song" sogar einen Spielmannszug kreuzen und greift nicht nur bei der hübschen Schunkelballade "Imaginary man" auf altbewährte harmonische Tricks zurück. Trotzdem fehlt "Working man's café" die juvenile Energie von "Other people's lives" - und gleichzeitig die altersweise Gelassenheit. Zum Schluss gibt Ray Davies sich selbst einen guten Rat: "Get out of the bar / And follow the stars." Und damit ist bestimmt nicht Prince gemeint.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • No one listen
  • Imaginary man

Tracklist

  1. Vietnam cowboys
  2. You're asking me
  3. Working man's café
  4. Morphine song
  5. In a moment
  6. Peace in our time
  7. No one listen
  8. Imaginary man
  9. One more time
  10. The voodoo walk
  11. Hymn for a new age
  12. The real world

Gesamtspielzeit: 49:52 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
hermit
2008-03-16 14:11:30 Uhr
ok, zehn Ausrufezeichen haben mich jetzt wirklich überzeugt. Bestell ich direkt...
Celeste
2008-03-16 13:51:23 Uhr
Stimmt, phillis ist dumm , superdumm sogar,
weil sie/er/es nicht erkannt hat
das Working mans Cafe die CD des Jahres 2007 ist, auch wenn uns die "Musikjournalie"
immer wieder einreden will, das der Schwachsinn von Radiohead irgendwas geniales hätte.
Fallt nicht auf diesen Quackelquatsch rein und holt euch Working mans Cfe.
DIE CD DES JAHRES 2007 !!!!!!!!!!
Hugo
2008-03-16 13:45:24 Uhr
Working MAns Cafe ist die beste CD aller Zeiten.
Ich liebe jeden Song ,ALLES liebe ich an dieser
wunderbaren CD.
Ray you are WONDERFULL.
Mein Lieblingssong für alle Zeiten : Real World
Wolf
2007-10-27 18:20:50 Uhr
Das neueste Werk von Ray Davies ist beim ersten Hören zugegeben schwierig. Kein "You Realy Got me" kein "Lola" und kein Sound der an The Kinks erinnert.

Man muss sich dieses Wek (leicht mühevoll) erschließen und es zweimal hören; die Texte mitlesen. Sonst versteht man die musikalischen Mittel und die Symbiose zu den Texten nicht. Ist das zuviel verlang??

Ray Davies spannt einen großen Bogen von der Globalisierung, dem Niedergang der Arbeiterklasse, Drogenproblemen bis hin zur Sehsucht nach einer anderen Welt.

In "Vietnam Cowboys" wird die Vielfalt der Kulturen zu einer homogenen "Hamburger-Kultur" verschmolzen , in "Working Mans Cafe" werden die Arbeiter aus ihren Revieren in die Bars der Einkaufzentren verdrängt und vereinsamen, im Morphine Song kommte ein seltsamer Chor zum Einsatz; im nächsten Takt wird der Cold Turkey durchlebt.

Die marktüblichen Kompositionen 3 Akkorde sinnlich getextet, ein Refrain, ein Solo, Refrain usw werden aufgebrochen.

In manchen Songes der neuen CD sind zwei enthalten, das Lied entwickelt sich und mann muss hören (können).

Dies fällt in der Zeit der Superstars schwer. Daher wird diese Platte auch kein Verkaufserfolg werden.

Während andere Superstars mit 63 noch keine "Satisfaction" erhalten und mit ihren Lenden kreisen, zitiert sich Ray Davies selten.

Die Kritiker werden diese CD nicht deutlich loben. Man wird ihm Moralisierung und sein Alter vorwerfen. Das ist unfair

Hätte z.B. Tokio Hotel diese Platte in den nächsten Jahren produziert, wären Lobeshymnen entfacht worden.

Er ist eben über sechszig (na und?), hat was zu sagen und ein modernen Album produziert und auch ein kommerzielles Risiko eingegangen.

Das Album wird keine Bedeutung für Musikwelt bekommen, es wird weiter mit Volksmusik und Schmuserock weiter gehen. Genauso geht es weiter mit Globalisierung,
Umweltzerstörung etc.

Soll man davor die Augen schließen?? Insofern kann ich mit der CD-Kritik wenig anfangen
M.Schulz
2007-10-25 14:35:31 Uhr
die Kritik ist total daneben, sehr schlecht.
Die Überschrift ist schon eine Beleidigung.
Zum kompletten Thread

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