Reverend & The Makers - The state of things

Reverend & The Makers- The state of things

Wall Of Sound / PIAS / Rough Trade
VÖ: 19.10.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Platon reloaded

John McClure ist also der Reverend. Der Aufrüttler, der die heißen Eisen anpackt und im Interview kurzerhand die Überzeugung äußert, die Reinkarnation von Bob Marley oder gar ein moderner Platon zu sein. "I'm making you aware of the state of things / A little introduction to the state of things / I'm making a scene about the state of things / I bet they don’t teach you in school about the state of things" singt er im Titeltrack und weist in der Folge auf die Nachteile von Schwangerschaften in der Jugend und 9-to-5-Jobs hin. Das geht für einen Registrator sozialer Großstadtrealität in Ordnung, ist für einen Philosophen oder politischen Aktivisten aber doch ein bisschen mau. Ob McClure nun allerdings zum spirituellen Führer taugt oder doch nur ziemlich einen an der Klatsche hat, das sollen die Engländer mal unter sich klären. Hierzulande halten wir uns lieber an die Musik. Die ist freilich ähnlich weltbewegend wie die verbalen Äußerungen des Mannes aus Sheffield.

Stilistisch gesehen ist "The state of things" zunächst einmal die Schnittmenge aus diversen aktuell angesagten Dancerock-Combos. Dieser Eklektizismus funktioniert auch, denn nach missratenen Songs wird man hier vergeblich suchen. Zudem bringt diese Herangehensweise einiges an Abwechslung mit sich. So bittet McClure für "The machine" seinen Kumpel Alex Turner von den Arctic Monkeys zum elektroiden Tanz, mitsamt einer kleinen Reminiszenz an Pink Floyds "One of these days". "Heavyweight champion of the world", der Hit des Albums, paart Trommelpercussion und viel Drive mit einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt. Der Midtempotrack "Open your window" bewegt sich ebenso wie das dubbige "Sundown on the empire" in Richtung Hard-Fi. Und "Miss Brown" schließlich wagt mit Orgel einen Ausflug in Ska-Gefilde.

Alles super also? Nicht ganz. Denn zum einen baut "The state of things" in der zweiten Hälfte etwas ab, zum anderen haftet den Songs immer etwas Biederes an. Ihnen fehlt der Ingrimm ebenso wie der Funk oder die wirklich große Popgeste. Mitwippen, meist sogar tanzen kann man zu dem Album, ein wenig kurzweilige Unterhaltung genießen und sich daran freuen, dass fast jeder Song ein bisschen anders klingt als der davor. Aber trotzdem bleibt da immer dieses Gefühl, einer recht gewöhnlichen Band zuzuhören, die Musik macht, die man so ähnlich woanders schon einmal gehört hat. Wer also die Infadels, The Rapture, Hard-Fi etc. schon im Schrank stehen hat, wird Reverend & The Makers nicht ungern, aber wohl eher der Vollständigkeit halber dazustellen. Schade eigentlich. Statt sich selbst als wiedergeborene Geistesgröße auf die Schulter zu klopfen, hätte Mr. McClure lieber Platons Texte als Reggae Marleyscher Prägung aufbereiten sollen - das hätte dann ein richtig großes Hallo gegeben.

(Harald Jakobs)

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Highlights

  • The machine
  • Heavyweight champion of the world
  • Open your window

Tracklist

  1. The state of things
  2. The machine
  3. Heavyweight champion of the world
  4. Bandits
  5. Open your window
  6. Sex with the ex
  7. 18-30
  8. He said he loved me
  9. What the milkman saw
  10. Sundown on the empire
  11. Miss Brown
  12. Armchair detective

Gesamtspielzeit: 41:49 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2007-10-02 19:22:03 Uhr
Reverend & The Makers auf Tour

Reverend & The Makers bestehen aus dem Sheffielder Sänger Jon McClure und seiner sechsköpfigen Band. Auf ihrer MySpace-Seite beschreibt die Band ihren Sound mit so einfachen wie eindringlichen Worten: Wir klingen wie die beste Musik, die du jemals gehört hast.

In Großbritannien haben sich Reverend & The Makers schon unter anderem im Vorprogramm der Arctic Monkeys einen Ruf als ausgezeichnete und geistreiche Indie-Funk-Electro-Band erspielt. Im hippen Londoner Stadtteil Shoreditch zum Beispiel spielten die Newcomer aus Sheffield schon lange vor dem Erscheinen ihrer ersten Platte vor ausverkauftem Haus. Das Debütalbum "The State Of Things", das Mitte September erschienen ist, hat es in UK bereits auf Platz 5 der Album-Charts geschafft.

Im November kommen Reverend & The Makers nun auch für eine Club-Tour nach Deutschland. Zu sehen sein wird die Band am 4. November im Lido in Berlin, am 5. November im 59 to 1 in München, am 7. November im Hamburger Molotow und am 8. November im Prime Club in Köln. Tickets sind für 12 Euro plus Gebühren im Vorverkauf zu haben.

Mehr über Reverend & The Makers findet ihr auf MySpace unter http://www.myspace.com/reverendmusic und auf der offiziellen Band-Website unter http://www.iamreverend.com.
Präsentiert wird die Tour von: unclesally*s und piranha



Erste Single gut, zweite eher mittel. Mal abwarten.
Armin
2007-08-06 19:24:22 Uhr
Reverend & The Makers

Der Sheffielder Jon McClure aka der Reverend hat mit seiner ersten Single „Heavyweight Champion Of The World“ bereits erste Wellen in England geschlagen.



Die Single stieg auf #8 in die UK-Singlecharts ein und auch hierzulande gab es erste Playlisten.

Mit „He Said He Loved Me“ folgt die zweite Auskopplung und am 19.10. erscheint das Debütalbum „The State Of Things“, produziert von Jagz Kooner (Primal Scream, Kasabian). Nachdem Reverend & The Makers im Sommer 2006 das Sheffielder The Plug ausverkauften, ging es also Support der hometown-mates Arctic Monkeys auf erste Tour (an deren Texten des ersten Albums er “inoffiziell” maßgeblich beteiligt war).
kelle
2006-10-25 13:41:57 Uhr
keine ahnung. diese einschätzung bleibt dir selbst überlassen!
depp
2006-10-25 13:34:37 Uhr
und das sind nun wichtige Bands?
kelle
2006-10-25 13:16:26 Uhr
du alter besserwisser! die betonung lag ja auch auf gerade. und nicht auf vorgestern. aber little man tate habe ich in diesem zusammenhang ganz vergessen.
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