Parkway Drive - Horizons

Parkway Drive- Horizons

Epitaph / Burning Heart / SPV
VÖ: 05.10.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schnell und schmutzig

Sex sells, logisch. So schlau ist man marketingstrategisch mittlerweile auch am anderen Ende der Welt, in Australien. Und menschliches Triebleben und Hardcore liegen ja auch nicht so weit auseinander, selbst wenn man über alle erdenklichen Doppeldeutigkeiten einmal hinwegsieht. Was da so gebalzt wird, ist schon manchmal erschreckend. Aber Parkway Drive sind nun auch nicht komplett dumm und wissen das längst durchschaute Konzept gekonnt zu verfeinern und auszuweiten. Wortkreatisten würden ihre Musik wohl "Quick and dirty"-Core nennen.

Da kann jetzt natürlich auch wieder viel hineininterpretieren werden, und um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Alles ist irgendwie richtig. Alles kann, nichts muss sozusagen, positiv wie negativ. Parkway Drive sind momentan die Speerspitze des halbwegs anspruchsvollen Metalcore, und dem wirklich bemerkenswert guten Geschrei des Sängers Winston McCall zu lauschen, ist für unsereins ähnlich angenehm, wie für Mädchen das Begaffen seiner geleckten Tattoos. Hat sicher beides seinen Reiz, wobei manche Jungs ja einfach nur gern genauso tough wären wie McCall und sich freiwillig mal besabbern lassen würden. Doch dazu müssten sie erstmal ein ähnlich gelungenes Brett wie "Killing with a smile" vorlegen. Dann wäre es sogar verdient.

Aber wie es nun einmal ist mit den stets heiß begehrten Jungs, die wiederum wissen, dass sie von allen Seiten heiß begehrt werden: Sie ruhen sich auf ihrem Charme aus, sie lassen die anderen erstmal machen und sich die Zähne an ihnen ausbeißen, weil sie ja am Ende sowieso alle abbekommen. Wenn man also die schnelle Abenteuernummer will, dann ist "Horizons" perfekt: wilde Party, harter Stoff, krasser Absturz, ein Abend lang volle Kanne Spaß und Action. Aber eben auch das böse Erwachen am nächsten Nachmittag: verkatert, Kopfschmerzen und mit dem Gedanken, einen komischen Trip hinter sich zu haben. Woher die Durchschnittsfrau neben einen/einem kommt, ist dabei genauso unklar, wie die Frage, warum man zu so viel Durchschnitts-Metalcore so böse absacken konnte. Wegen den Hormonen vielleicht.

Aber mal so mit Abstand und klarem Kopf gesehen: Der Sinn des Lebens kann das nicht sein, denn wenn das Leben durchweg genauso konsequent breakdownig wäre, einen immer nur auf die Umme ginge, aber im Grunde keine wirkliche Abwechslung bieten könnte, dann würde der Spaß schnell ähnlich zäh wie ausgekauter Kaugummi. Was also bleibt, ist die Erinnerung an eine kurzweilige Genussbefriedigung der etwas schnelleren und schmutzigeren Sorte. Aber man wird ja dennoch irgendwie älter und reifer, und Parkway Drive sollten das auch mal probieren. Spaß kann man trotzdem haben. In jeder Hinsicht.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Boneyards
  • Breaking point

Tracklist

  1. Begin
  2. The sirens' song
  3. Feed them to the pigs
  4. Carrion
  5. Five months
  6. Boneyards
  7. Idols and anchors
  8. Moments in oblivion
  9. Breaking point
  10. Dead man's chest
  11. Horizons

Gesamtspielzeit: 36:39 min.

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