Madonna Hip-Hop Massaker - Heavy rotation

Madonna Hip-Hop Massaker- Heavy rotation

Hansa / BMG
VÖ: 14.05.2001

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kalorienbombe

Ein musikalisches Süßwarenparadies hat ohne Zweifel seine Reize. Was aber, wenn einem vor lauter Leckereien der Appetit vergeht? Die leidvolle Erfahrung, daß "mehr" nicht immer automatisch "besser" bedeutet, macht in diesen Tage jeder, der das vor etlichen Jahren als deutsche Pop-Hoffnung gestartete Madonna Hip Hop Massaker zu nah an sich heranläßt. Wie ein Kind im Schlaraffenland bedient sich das Trio aller nur im Studio vorhandenen Effektgeräte und produziert einen schwer verdaulichen Brei aus Pop, Funk, Hip-Hop und Dance-Trash aus den Charts. Auf den ersten Blick durchaus verführerisch, zerlegt "Heavy rotation" in Windeseile das Nervenkostüm des hartgesottensten Hörers. Dabei haben es Miss Megatrance und Mitstreiter doch eigentlich nur gut gemeint: Tanzbar sollte das Album sein und gleichzeitig die Gitarren nicht vernachlässigen, abwechslungsreich und trotzdem mit Wiedererkennungswert. Die Klientel von Eurodance bis Gitarrenfreak sollte verzückt mit den Augen klimpern.

Soviel Zucker über die Songs zu streuen, daß nicht nur der durchschnittliche Diabetiker allerdings bereits beim ersten Song in Ohnmacht fällt und um Luft ringt, war definitiv des Guten zuviel. Wie Alice im Wunderland auf Helium hangelt Madame Megatrance sich über penetrante Keyboard-Hooklines, überwindet Refrains, die an Einfachheit nur von Kinderversen übertroffen werden und quiekt selbst dann noch vergnügt, wenn Otto-Normal-Hörer längst entsetzt die Flucht ergriffen hat.

Für sich allein genommen hat jeder der Songs durchaus eine gewisse Anziehungskraft. Nicht von ungefähr erinnert diese aber an das Wunder, das aus einem simplen Holzstöckchen, welches in einen auf "Heavy rotation" laufenden Topf gesteckt wird, ein voluminöses, weißlich glitzerndes Etwas macht. In einzelnen Happen zaubert dieser ein kariöses Grinsen auf klebrige Kindergesichter. Wer sich allerdings nicht zügeln kann und auf die dumme Idee kommt, den gesamten Vorrat an Zuckerwatte auf einmal zu verschlingen, könnte alsbald zur Toilette rennen und unangenehme Bekanntschaft mit der Kloschüssel machen müssen. Nach einem Ausmisten der ein oder anderen Tonspur ließe sich möglicherweise sogar ein positives Fazit ziehen, die vorliegende Form jedoch dient höchstens als Konkurrenz für Kubas Zuckerrohrexport. Du Darfst? Lieber nicht.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Big mistake

Tracklist

  1. Copykill
  2. Whiskey or coffee
  3. Actors & directors
  4. Lovestory No. 3
  5. Big mistake
  6. Stare at me
  7. Love & trash
  8. Polaroid dream
  9. Lovesong
  10. DJ
  11. Intimate striptease

Gesamtspielzeit: 40:53 min.

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