Fair To Midland - Fables from a mayfly

Fair To Midland- Fables from a mayfly

Serjical Strike / Universal
VÖ: 21.09.2007

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Mit der Kneifzange

Eine junge Band aus Texas geht an den Start, und das erste, was neugierig macht, ist ein Name, der direkt gar nichts mit Fair To Midland zu tun hat. Das Debütalbum "Fables from a mayfly" der Band erscheint auf Serjical Strike, dem Label von System-Of-A-Down-Mastermind Serj Tankian. Die vorab gestreuten Gerüchte versprechen einen Genregrenzen sprengenden Mix aus progressivem Rock und expressivem Metal, der Labelchef bürgt für Qualität. Da kann ja eigentlich nix mehr schief gehen. Oder?

Es kann. Denn bisher wurde nur über Erwartungen gesprochen. Und die definieren lediglich die Fallhöhe, aus der junge Künstler bei Nichterfüllung auf dem Boden der Tatsachen landen. Als symptomatisch für das ganze Album darf "Dance of the manatee" gelten - gleichzeitig Opener und erste Single. Für etwa 20 Sekunden schürt das Intro eine leicht gespannte Aufmerksamkeit, auch wenn der sehr sterile und billige Gitarrensound für etwas Irritation sorgt. Der folgende Gesangseinsatz hat einen ähnlichen Effekt. Und während man sich noch Gedanken macht, ob man diese Stimme mag oder nicht, führt ein Crescendo in den ersten Refrain, die Gitarren gehen mit multiplem Choruseffekt in den Cinemascope-Modus, der Gesang schaltet eine Oktave höher, und Fair To Midland haben nicht mal eine Minute benötigt, um jeden Vorschusslorbeer in Grund und Boden zu treten.

Diese Art Breitwand-Hardrock kennen die älteren Leser schon aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern. Bands wie Journey, Boston oder Asia haben solche Musik am Fließband produziert und sind dann zum Glück in der Versenkung verschwunden. Auch der mit Sprechgesang verzierte Crossoverpart in der Mitte des Vier-Minuten-Epos macht es nicht besser. Im Gegenteil: Man erinnert sich daran, dass Clawfinger seit 15 Jahren immer wieder die gleiche Platte machen und fragt sich, warum sich eine junge Band ausgerechnet solch ausgelutschtes Material kopiert.

Im weiteren Verlauf des Albums werden die immer gleichen stumpfen Powerriffs über Keyboardteppiche der Klangfarben "Perlendes Piano" oder "Streicher mit Extra-Käse" geknüppelt, Sänger Darroh Sudderth kneift sich in den Schritt, um die hohen Töne zu erwischen, die Rhythmussektion tickt wie ein Uhrwerk. Überhaupt ist "Fables of a mayfly" technisch brillant eingespielt und von David Bottrill, der ja schon Tool zu gutem Klang verholfen hat, fett und stadiontauglich produziert worden. Jetzt fehlen nur nur ein paar Songs mit eigener Identität, ein Sound mit Ecken und Kanten sowie Handschellen für den Keyboarder.

(Rüdiger Pater)

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Highlights

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Tracklist

  1. Dance of the manatee
  2. Kyla cries Cologne
  3. Vice/versa
  4. Wife, the kids, and the white picket fence
  5. April fools and eggmen
  6. Seafarer's knot
  7. Wolf descends upon the spanish sahara
  8. Walls of Jericho
  9. Tall tales taste like sour grapes
  10. Upgrade brigade
  11. (When the bough breaks) Say when

Gesamtspielzeit: 43:22 min.

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