The Donnas - Bitchin'

The Donnas- Bitchin'

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 28.09.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Back to girlschool

Erlebt der Hair-Metal der Achtziger etwa gerade eine Renaissance? Erinnerten nicht zuletzt auch einige Passagen auf Turbonegros "Retox" irgendwie an Mötley Crüe? Ein flüchtiger Blick aufs Cover des neuen Donnas-Albums "Bitchin'" genügt, und es fällt einem wie Schuppen von den Augen: Über einer trashigen Lederhosen-Rückansicht im Airbrush-Stil prangt das in zackigen Buchstaben gehaltene Bandlogo. Déjà-vu. Das Video zur ersten Single "Don't wait up for me" spricht dieselbe Sprache und sieht aus, als hätte sich ProSiebens "Switch"-Team an einer Spinal-Tap-Parodie versucht. Föhnfrisuren, Leggins und Marshall-Türme inklusive, versteht sich. Die Donnas ziehen das zum Glück nicht ohne die bitternötige Ironie durch. Sie drehen die gängigen Glamrock-Geschlechterklischees um, womit die Herren der Schöpfung vom Jäger zum Gejagten werden. Und wenn man sich mit solchen Teufelsbräuten einlässt, ist man selbst schuld, wenn Mann am Ende mit den Worten "Give me what I want / Or I'm gonna have to tell them all about you" erpresst wird.

Dass die Donnas trotz ihrer "girl power" natürlich keine Riot-Grrrls vom Format einer Peaches oder der gerade omnipräsenten Beth Ditto abgeben, sollte von vornherein klar sein. Wollen sie auch nicht. Ihnen deswegen aber gleich Gefälligkeit vorzuwerfen, wäre ungerecht. Auf "Bitchin'" zelebrieren sie technisch absolut schnörkellosen Hardrock im Stil von Joan Jett, Kiss, Van Halen oder der eben schon genannten Mötley Crüe. Stücke wie "Wasted" oder "Like an animal" gehen leicht ins Ohr und lassen sich in wohl jedem erdenklichen Zustand kinderleicht mitgrölen. Das ist für diese Musikrichtung so essentiell wie der Schnaps fürs Herrengedeck. Und dass sich Allison Robertson vor ihren männlichen Axtschwinger-Kollegen keineswegs verstecken muss, sollte hier auch noch einmal festgehalten werden.

"Bitchin'" steht und fällt mit den Erwartungen, die man an die Donnas knüpft. Innovativ oder gar subversiv ist in der Tat keines der insgesamt 15 Stücke, was man aber genauso wenig von den Alben von Danko Jones oder der Hellacopters behaupten kann. Der Sound des Albums glitzert passend zum Glam-Faktor zwar um einiges mehr und wurde durch eine fette Produktion von jeglichem Dreck befreit, macht aber genauso viel Spaß - vorausgesetzt man mag diese Art von Hardrock. Für einen ordentlichen Verriss reicht es diesmal jedenfalls nicht. Das Nachsitzen in der School of Rock hat den Damen nämlich gut getan.

(Martin Stenger)

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Highlights

  • Don't wait up for me
  • Wasted
  • Give me what I want

Tracklist

  1. Bitchin'
  2. Don't wait up for me
  3. Wasted
  4. What do I have to do?
  5. Save me
  6. Like an animal
  7. Here for the party
  8. Better off dancing
  9. Love you till it hurts
  10. Smoke you out
  11. Girl talk
  12. Give me what I want
  13. We own the night
  14. Tonight's alright
  15. When the show is over

Gesamtspielzeit: 47:36 min.

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