Apocalyptica - Worlds collide

GUN / Sony BMG
VÖ: 14.09.2007
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 4/10

Anspruch und Wirklichkeit
Im Mai hatten endlich auch Apocalyptica die große Bühne für sich. Nämlich beim Eurovision Song Contest. Nicht als Teilnehmer, darauf hatten sie entweder keine Lust oder es hat nicht gereicht. Aber während Europa sich die Finger wund und die Geldbörse leer smste, geigten Apocalyptica als Pausenclowns groß auf. Mit Trapezkünstlern. Großer Zirkus also. Hier konnte man noch einmal mit Bravour die Exoten-Karte ausspielen. Im angestammten Revier, also abseits von Trällersternchen und Hautarmut, ist das Argument längst keines mehr. Welten treffen aufeinander? Klar. Aber mittlerweile braucht's den Holzhammer nicht mehr.
Denn die Finnen wollen eben keine Cellisten mehr sein, die ein bisschen Metal holzen, sondern Metaller mit anderen Instrumenten. Dann darf der Opener "Worlds collide" aber gerne ein wenig spannender sein. Das folgende "Grace" springt zum Glück in die Bresche. Trotz kurzer "St. Anger"-Keksdosen-Snare zu Beginn, bringt Tomoyasu Hotei, der auch zum "Kill Bill"-Soundtrack beitrug, mit dem klassischen japanischen Stil frischen Wind. Schaut man einmal auf die weitere Gästeliste, wird klar: Diesmal will man mit den großen Jungs spielen. Zum Beispiel mit Corey Taylor (Slipknot, Stone Sour). Schade eigentlich nur, dass "I'm not Jesus" im Wortsinn keine Offenbarung ist. Der Song dudelt einfach zu durchschnittlich.
Zum Beispiel aber auch mit Till Lindemann (Rammstein). Sagen wir es einmal so: Gepflegter Gesang gehört nicht zu den Kernkompetenzen des Herrn. Eher grrroßes Pathos. Und davon gibt's bei "Helden" reichlich. Okay, die famose Lyrik der Marke "Die Mauer / Im Rücken war kalt / So kalt / Die Schüsse reißen die Luft / Reißen die Luft" stammt von David Bowie höchstselbst. Aber von Lindemann geknarzt, bleibt hier kein Auge trocken. Eigentlich traurig, wenn's nicht so lustig wäre. Der Gesang ist also nicht das Überzeugendste, was die Finnen uns heuer kredenzen, sieht man von "S.O.S. (Anything for love)" mit Cristina Scabbia (Lacuna Coil) einmal ab.
Dann also doch instrumental. Und so klappt's doch noch. Mit "Stroke" nämlich und vor allem mit "Last hope". Und siehe, endlich hat man einen Mix gefunden, in dem Dave Lombardo einmal nicht alles in Grund und Boden knüppelt. Geht doch. Und doch ist das eigentlich reichlich wenig, will man als Metal-Band ernst genommen werden. Beurteilt man die Qualität getrennt von den immer noch ungewohnten Instrumenten, bleibt ein durchschnittliches Riff eben ein durchschnittliches Riff. Wenn die Finnen wirklich überzeugen wollen, tun sie gut daran, mehr als nur drei bis vier überzeugende Songs aufzunehmen und den Rest mit Füllmaterial aufzuhübschen. Sonst kollidieren nicht Welten, sondern allenfalls Köpfe mit Tischplatten.
Highlights
- Grace
- Last hope
- S.O.S. (Anything for love)
Tracklist
- Worlds collide
- Grace (feat. Tomoyasu Hotei)
- I'm not Jesus (feat. Corey Taylor)
- Ion
- Helden (feat. Till Lindemann)
- Stroke
- Last Hope (feat. Dave Lombardo)
- I don't care (feat. Adam Gontier)
- Burn
- S.O.S. (Anything but love) (feat. Cristina Scabbia)
- Peace
Gesamtspielzeit: 48:14 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
---|---|
alvin |
2010-07-06 20:05:24 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=n8tPFmYft34&feature=related |
Mampfred |
2007-12-05 15:19:57 Uhr
Patte ist ganz schön alt, wenn er sich noch an sowas erinnern kann! |
logan |
2007-12-04 22:15:38 Uhr
Patte (04.12.2007 - 20:26 Uhr):Der Track mit Corey ist doch in Ordnung. Damit erübrigt sich jede weitere Diskussion zu dem Thema. |
Patte |
2007-12-04 20:26:22 Uhr
Der Track mit Corey ist doch in Ordnung. Der mit Till geht auch durch, ist aber jetzt nicht so mein Fall. (zumal das Prinzip Deutsche-Stimme-Mit-Reichspathos-Track ja schon mit Nina Hagen [Seemann] dagewesen war)Wenn Till grollt "Wir werden siegen..." werrrden Erinnerungen wach. ;) |
Armin |
2007-10-29 17:35:16 Uhr
APOCALYPTICA: KONZERT IN DER BERLINER COLUMBIAHALLEHEUTE LIVE IM INTERNET Am heutigen Montag, den 29. Oktober, sollten Apocalyptica-Fans ab 21.30 Uhr auf der Bandwebsite www.apocalyptica.de am Start sein: Dann beginnt die Übertragung des Konzerts der finnischen Metal-Cellisten aus der Berliner Columbiahalle. Es ist das sechste Konzert der aktuellen Apocalyptica-Deutschlandtour. In den kommenden Tagen stehen noch Auftritte in Köln (30.10.), Stuttgart (31.10.) und Leipzig (1.11.) auf dem Programm. Mit ihrem sechsten Album "Worlds Collide", auf dem die Band u.a. mit Rammstein-Frontmann Till Lindemann und Slipknot-Sänger Corey Taylor zusammenarbeitete, erreichten Apocalyptica jüngst die Top Ten der deutschen Albumcharts. Internet: www.apocalyptica.de |
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Referenzen
Therion; Metallica; Savatage; Psychotic Waltz; Dead Soul Tribe; Skyclad; The Gathering; Rhapsody; Deep Purple; Anathema; Rage; Dream Theater; Waltari; Pantera; Sepultura; Slayer; Kronos Quartet; Balanescu Quartet; Jan Sibelius; The Dirty Three; Rachel's
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