Five! Fast!! Hits!!! - Brothers from different mothers

Five! Fast!! Hits!!!- Brothers from different mothers

Constant Mesh / Groove Attack
VÖ: 31.08.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Gärungsprozess

Jede Stadt hat mindestens im Geheimen seine musikalischen Hoffnungsträger: Mannheim zum Beispiel hat My Baby Wants To Eat Your Pussy, Frankfurt die Band Verlen und Berlin Super700. Warum sich allerdings die Münchner ausgerechnet auf das Quartett Five! Fast!! Hits!!! eingeschossen haben, bleibt zunächst ein großes Geheimnis. Mit aufgesetztem Gerüpel, schief gegrölten Melodien und schlaffen Songs lässt sich das Establishment in diesen Zeiten natürlich leicht erobern. Doch für alle die, die genauer hinhören, nur die bitterliche Keule der Langeweile schwingen.

Da mag die Combo auch verranzte Lederjacken und fettige Flickenhosen, löchrige The-Clash-Shirts und bunte Hosenträger tragen, im NME besprochen und für sämtliche hippen Aushängeschilder des Fish & Chips essenden Auslands Shows eröffnet haben: Songs wie das schale "Bad bargain" sprechen die Sprache des schnellen Vergessens, die Western-Tragödie "It won't be the same" lediglich vom Kratzen am Kinn. Scheppernde Becken, blecherne Snare, knarziger Bass und rotzige Gitarren lümmeln sich zusammen, kreieren durchschnittliche B-Seiten der Arctic Monkeys oder Art Brut. Von Originalität kann da nicht immer gesprochen werden.

Sieht man einmal vom gewollt typisch britisch gewählten Albumnamen "Brothers from different mothers" ab, ignoriert fehlgeschlagene Ironie und die oftmals lauwarmen Melodien, kann man doch auch einige faustdicke Überraschungen ausmachen. Etwa die prächtige Feedbackorgie im Mittelteil von "Kick & rush", den Mikrowellen-Einsatz in "Best of both worlds" oder den Spitzbuben-Chor in "The real McCoy". Und auch ist mit "Mr. Marone" ein echter Hit an Bord, den man zwar schon irgendwo einmal gehört haben mag, aber mit ruhigem Gewissen eine weitere Umdrehung genehmigen kann.

Weil die Platte als Debüt doch irgendwie noch in Ordnung geht, ein hoher Sympathiewert nicht zu verhehlen ist und man ja auch weiß, dass die Band auf der Bühne ein Feuer entfacht, wie Luzifer in seinen Gemächern, darf man ruhig den Kopf in die Seile hängen. Da wird der Verstand ausgeschaltet und mit der Bass-Drum geklatscht. Dem Sänger ein Wick Blau gegen Heiserkeit in die Hand gedrückt und gehofft, dass die Fortsetzung ein bisschen mühevoller und geschickter folgen wird. Mehr kann man von Five! Fast!! Hits!!! derzeit nicht erwarten.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Mr. Marone
  • The real McCoy

Tracklist

  1. I'm a mugwump
  2. Mr. Marone
  3. Primal scream therapy
  4. Bad bargain
  5. Do this thing
  6. Kick & rush
  7. Intro
  8. Hunting the tombstone
  9. Don't stop me rumblin' around
  10. Dandy in the din
  11. It won't be the same
  12. Best of both worlds
  13. The real McCoy
  14. The one

Gesamtspielzeit: 37:31 min.