To Rococo Rot & I-Sound - Music is a hungry ghost

To Rococo Rot & I-Sound- Music is a hungry ghost

City Slang / Labels / Virgin / EMI
VÖ: 30.04.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fütterung der Wildklänge

Noch traut sich die Sonne kaum, mit vorsichtigen Strahlen die Morgendämmerung anzukündigen. Dunkelheit hält den Wald noch immer umklammert. Einige nachtaktive Tiere huschen auf der Suche nach Futter zwischen den Büschen hin und her. Still und heimlich pirscht sich der Wildhüter heran. Kein Knacken soll ihn verraten. Er ist schließlich auf der Suche nach besonders schüchternen Geistern. Nach einer Weile gewöhnen sich seine Augen an die Schemen um ihn herum. Im Nebel aus unheimlichen Klängen und feuchter Luft verflacht er seinen Atem immer weiter, um eins zu werden mit seiner Umwelt. Heraus aus der reizüberfluteten Stadt findet der Wildhüter hier Gelegenheit, seine Sinne endlich wieder zu schärfen. Er will selbst das versteckteste Geräusch erleben.

Nach einer Weile aufmerksamen Schleichens ist er an seinem Hochsitz angelangt. In der Nähe einer Lichtung plaziert versucht er hier seit Tagen, das Auftauchen des sagenumwobenen To Rococo Rot einmal mit eigenen Ohren mitzuerleben. Er nimmt Platz, setzt sich seine Hochleistungs-Kopfhörer auf den Gehörgang und ebnet seinen ohnehin schon flachen Atem weiter ein. Wird es heute gelingen? Der Augenblick bevor die Sonne sich über den Horizont wagt, soll den Erzählungen nach der rechte Zeitpunkt sein, um die sanften Rufe und verloren wirkenden Klänge des To Rococo Rot aufzuschnappen.

Minuten bangen Wartens verstreichen. Doch plötzlich wagt sich ein noch verzagter Laut, der eher wie ein Leise wirkt, auf die Lichtung. Von ferner Melodie und unweltlichem Herzschlag begleitet wandert das To Rococo Rot langsam in die Mitte der Lichtung. Doch es ist nicht allein. Gleich drei seiner Art trauen sich mit perkussivem Schritt und warmen Baßklängen diesen Weg zu folgen. Der Wildhüter kann sein Glück kaum glauben, als sich auch noch ein dezent krachiges I-Sound zeigt. Zu allem Überfluß streicht plötzlich selbst ein Balanescu noch mit weichen Texturen umher. Für einen Moment scheint die Welt nur noch aus einer herzergreifenden Klangwolke zu bestehen. Doch dann geht sie auf, die grausame Sonne, und verwandelt alles wieder in Stille...

(Oliver Ding)

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Highlights

  • From dream to daylight
  • Overhead
  • Pantone
  • The trance of travel

Tracklist

  1. A number of things
  2. For a moment
  3. How we never went to bed
  4. First
  5. From dream to daylight
  6. Your secrets, a few words
  7. Along the route
  8. Overhead
  9. Koku
  10. Pantone
  11. Mazda in the mist
  12. She tended to forget
  13. The trance of travel

Gesamtspielzeit: 45:46 min.

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