Sturm Und Drang - Learning to rock

Sturm Und Drang- Learning to rock

Supersonic / GUN / Sony BMG
VÖ: 24.08.2007

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Mephistos Vermächtnis

Die Möglichkeiten, die fünfköpfige finnische Band Sturm Und Drang zu pulverisieren und ihr unglücklich benanntes Album "Learning to rock" in der Luft zu zerreißen, sind riesig. Vor allem ist seit Tokio Hotel, Debbie Rockt! und, Gott habe sie selig, Kris Kross sowieso höchste Obacht geboten, wenn Bands am bunten Horizont der Musikindustrie auftauchen, bei denen neben Instrumentarium auch Clerasil und das Lustige Taschenbuch den Weg in den Tourbus finden. Deshalb bedient sich Plattentests.de bei Sturm Und Drang eines Hilfsmittels, welches nur in den seltensten Fällen benutzt werden kann und dessen Gebrauch der Erlaubnis aller höchsten Instanzen bedarf: Die allmächtigen Kopfhörer des Mephisto. Vor langer, langer Zeit, hat ein junger Wanderer diese beim Teufel gegen seine Seele getauscht. Ob es das wert war? Aber hallo: Diese Kopfhörer, welche schon bei den alten Griechen benutzt wurden, um die Stimmen der Geister Verstorbener zu vernehmen, geben Musik nämlich nicht so wieder, wie sie auf den Rohling gepresst ist, sondern so, wie sich ihre Erschaffer die Musik am liebsten gewünscht haben. Ein heiliges Instrument, nicht auszudenken, was geschähe, würde es in die falschen Hände fallen.

Bei "Learning to rock" ist es also wieder Zeit. Und sobald die Kopfhörer die Ohren voll umschlossen haben, ist es nicht mehr wichtig, dass das Durchschnittsalter dieser Kapelle in Worten die Sechzehn nicht übersteigt. Es ist auch nicht mehr wichtig, dass André Linmann wie ein dreißig Jahre jüngerer Klaus Meine klingt, ja selbst, dass Songs wie "Rising son" gleich wie aus dem Repertoire der Scorpions tönen. Wichtig ist nur: Die legendären Kopfhörer können komplett den Spaß wiedergeben, den die Band beim Einspielen hatte. Seien es breitbeinige Soli wie von vor 20 Jahren oder die hämmernde Double Bass. Im Alter von 16 konnten Metallica das noch nicht. Und heute vielleicht nicht mehr. Die himmelhochjauchzende Ballade "Indian" fliegt gemeinsam mit dem Todesengel in die ewigen Jagdgründe und macht klar: Sturm Und Drang wollen es wissen. Nicht nur, dass sie auf wirklich beachtlichem Niveau ihre Instrumente beherrschen, sie geben sich dabei nicht ansatzweise mit alten Klamotten aus der Metal-Grabbelkiste zufrieden. Im Gegenteil, Dank der magischen Kopfhörer spielen sich vor einem komplizierte Melodiebögen und waschechte Strukturen ab, die man so nicht eben im Musikunterricht lernt.

Dass Sturm Und Drang deshalb in ihrer Heimat ohne Schwierigkeiten an die Spitze der Charts hüpfen konnten, war wohl nicht allein der Verdienst des Teufels. Allerdings kann man schwer davon ausgehen, dass in der ausländischen Presse den fünf finnischen Provinzlern kein guter Stern bescholten ist. Man wird fast vom Beschützerinstinkt übermannt, stellt man sich vor, wie Tausende von Wackenern sich in den Eingeweiden der Jungs suhlen. Nein, das darf nicht passieren. Spätestens beim Titeltrack wird nämlich klar: Wer das Rocken noch lernen muss, das sind nicht die fünf Lausbuben, sondern all die, die ihre Nase bei Sturm Und Drang rümpfen werden. Aber die haben ja auch nicht die magischen Kopfhörer des Mephisto.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Indian
  • Learning to rock

Tracklist

  1. Broken
  2. Talking to silence
  3. Forever
  4. Rising son
  5. The raven
  6. Indian
  7. Learning to rock
  8. Fly away
  9. Mortals
  10. Miseria

Gesamtspielzeit: 39:42 min.

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User Beitrag
Mauri
2009-02-12 22:24:06 Uhr
ALso der name is doch geil klingt beim ersten mal vlt bischen nach nazi aber sons sin die jungs voll geil mann!!!!!!!!!!!!!!!
hört euch mal forever und broken an das sind die besten
Mauri
2009-02-12 22:24:06 Uhr
ALso der name is doch geil klingt beim ersten mal vlt bischen nach nazi aber sons sin die jungs voll geil mann!!!!!!!!!!!!!!!
hört euch mal forever und broken an das sind die besten
f. schiller
2009-01-05 17:34:42 Uhr
selten dämlicher name
Horstine
2008-02-03 18:47:45 Uhr
Der arme Goethe :(
Gogo
2008-02-03 16:34:03 Uhr
Einfallsreicher Bandname
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