Moneybrother - Mount Pleasure

Moneybrother- Mount Pleasure

Columbia / Sony BMG
VÖ: 24.08.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bruce Allmächtig

Anders Wendin flog einfach wieder nach Hause. Nachdem der lockige Schwede von seinem Label schon einen ordentlichen Batzen Geld aufs Konto überwiesen bekommen und für die Aufnahmen seines neuen Albums nach Los Angeles geschickt worden war, bekam er doch noch kalte Füße. Seine Freunde konnte er nicht mitbringen, dafür aber mit Joe Cocker das Studio teilen. Ein unbehagliches Gefühl für einen Mann, der am liebsten die Heimat oder den Seelenpartner besingt und außerdem einen selbstverständlichen Schlag Patriotismus von seinem großen Idol abgekriegt hat. Hat Bruce Springsteen etwa jemals außerhalb Amerikas aufgenommen?

"Mount Pleasure" ändert aufgrund traditioneller Bedingungen also zumindest formal schon mal nichts am lieb gewonnenen Moneybrother-Sound. Herzliche Melodien, spätsommerliche Wärme, eingängiger Soul und immer wieder Bruce-Springsteen-Zitate. Der alte Kumpel, der mit seinen 70er-Jahre-Pioniertaten schon abwilderte, was Moneybrother in die Gegenwart rettet, scheint Wendin nicht nur stimmlich in seinen Bann gezogen zu haben. Auch seine typischen Saxofon-Arrangements werden auf "Mount Pleasure" beinahe inflationär aufgegriffen, während schmelzender Chorgesang und blueslastiger Pop den übergeordneten Leitfaden bilden.

Der quicklebendige Opener zeigt das schon nach wenigen Sekunden an. Auch "Down at the R" poltert quietschfidel in der Nachbarschaft von "Born to run". Die große Überraschung "It might as well be now" protzt mit einem traurigschönen Duett zwischen Wendin und der norwegischen Songwriterin Ane Brun und fährt überladenden Pathos auf, den man so beinahe eher von den Bright Eyes erwartet hätte. Und die hitzige, sengende Roadtrip-Ballade "No, damn! I don't love you" täuscht ein großartiges melancholisches Straucheln vor der knallenden Explosion vor.

Denn mit "I know it ain't right" legt Moneybrother nicht nur den bisherigen Höhepunkt seines Schaffens vor, sondern packt sämtliche denkbaren Gemütszustände in viereinhalb Minuten, zelebriert flehende Melodien auf einem zappeligen Rhythmus, lässt das Saxofon noch ein letztes sehnsüchtiges Solo in die Nacht hauchen und zieht dann mit Sack und Pack auf zu neuen Taten. Zwar fallen die großen Mitgrölhits diesmal aus. Doch gibt es dafür eine große Portion von Kleinigkeiten, die "Mount Pleasure" zum unhinterfragten Sommerhit aller Gartensessions machen dürfte.

(Christian Preußer)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • It might as well be now
  • No, damn! I don't love you
  • I know it ain't right

Tracklist

  1. Guess who's gonna get some tonight
  2. Down at the R
  3. It will not happen here
  4. It might as well be now
  5. Any other heart
  6. Just another summer
  7. Will there be music?
  8. Suddenly and clearly
  9. No, damn! I don't love you
  10. I know it ain't right

Gesamtspielzeit: 37:16 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2008-03-19 20:11:04 Uhr
Moneybrother | Nachhol- & Zusatzshows

Aufgrund einer schweren Viruserkrankung, die fast die gesamte Band heimsuchte,
mussten einige Termine der laufenden Tournee abgesagt werden.

Durch den großen Erfolg der bereits gespielten Shows werden nicht nur folgende Ersatztermine,
sondern auch zusätzliche Shows bekannt gegeben!


Termine:
11.05.08 Passau, Passauer Pfingstfestival
12.05.08 Stuttgart, Pirate Satelite Party
13.05.08 Heidelberg, Karlstorbahnhof*
14.05.08 Lindau, Club Vaudeville*
15.05.08 Freiburg, Jazzhaus (Nachholtermin vom 03. März)
18.05.08 A-Linz, Posthof* (Nachholtermin vom 04. März)
19.05.08 A-Salzburg, Rockhouse* (Nachholtermin vom 05. März)

*präsentiert von unclesally*s, Laut.de und sly-fi.com
*Tickethotline 01805 - 570020 (14 Cent / Minute, Mobilfunkpreise können abweichen)
oder unter http://www.fourartists.com


Festival Termine:
09.08.08 Rotenburg o.T. , Taubertal Festival
10.08.08 Eschwege, Open Flair

Eberhard
2008-02-12 22:13:47 Uhr
Blood Panic ist in der Tat absolute spitzenklasse. Es ist immer noch eines meiner Lieblingsalben, ein wirklich nahezu perfektes Werk. Schade, dass die Alben danach immer schlechter geworden sind, wenngleich die Band live heute noch genauso wie vor 3 Jahren überzeugt.
Die neue Platte wird eine wahre Enttäuschung sein. Ich würde mir an deiner Stelle stark überlgen, die anzuschaffen.
Mit Blood Panic hat das vom Niveau her nämlich nichts mehr zu tun. Leider.
eric
2008-02-12 21:35:21 Uhr
"Blood panic" ist am Stück spitze! Der Nachfolger hatte noch drei bis vier tolle Songs; die neue Platte kenne ich (noch) nicht.
Orchi
2008-02-12 21:25:06 Uhr
wirklich nich
ehe
2008-02-08 23:04:56 Uhr
über das 2. und 3. album kann man sagen, was man will, da is unter anderem tatsächlich sehr großer müll bei.
das erste album hingegen is doch, und das ausnahmlos, also jedes stück, mitreissend, voller emotionen und wirklich sehr klasse, also wie sie live immer klingen. oder könnt ihr noch nicht einmal "blood panic" etwas abgewinnen?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum