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The Stereo - No traffic

The Stereo- No traffic

Fueled By Ramen / <a href=
VÖ: 27.03.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tupperware und Dauerwellen

Die Achtziger: Im fernen Japan erfindet Sony den Walkman, und im kühlen Deutschland frönen Millionen von Hausfrauen unbedarft ihrem Tupperwaren-Party-Wahn. Zudem scheint der Siegeszug der voluminös-gelockten Frisuren auch beim männlichen Geschlecht kaum noch aufzuhalten zu sein. Die Neunziger: In Italien wird die deutsche Fußballnationalmannschaft vermutlich zum letzten Mal für sehr lange Zeit zum Weltmeister gekürt, in Hollywood läßt Arnold Schwarzenegger seine Muskeln für das bis dato teuerste Science-Fiction-Sequel der Welt zu vollster Pracht aufspielen, in Seattle tritt das Idol einer künstlich erschaffenen Jugendkultur den Gang über den Jordan an, und Dauerwellen scheinen gottlob wieder ausschließlich den weiblichen Köpfen vorbehalten.

Genau mittendrin befindet sich das neue Stereo-Album "No traffic", indem es die Trash-Ästhetik des Achtziger-Pops mit der in Mode gekommenen Krachwand der Neunziger verknüpft. Wo die artverwandten Kollegen von Weezer bevorzugt aus dem Honignapf der allseits geliebten Sechzigerharmonien naschen, schütteln sich The Stereo ein Füllhorn eingängiger Finessen aus dem Ärmel, die Phil Collins und Elton John auch in Kollaboration nicht amtlicher hätten hinbekommen können. Pop ist das Ziel und Lärm das Mittel. "Get set for the brand new sound / It's perfect in every way / Unlike any before you've found". Glamour verbindet sich auf "No traffic" mit Punkrockattitüde und einer wohldosierten Injektion Stadionrock gleichermaßen zur Allianz des Wohlgefallens. Einmal "Paradise City" und zurück, bitte! Da würden sich selbst altersschwache Dinosaurier wie Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi Bauklötze in den Bierbauch staunen.

Auf den breiten Schultern der stilistischen Vielfalten lassen sich dann auch gerne potentielle Smash-Hits wie "New Tokyo is calling", "On my sonar" und "Get set for sound" nieder. Catchier geht kaum noch. Oder wie es in "New Tokyo is calling" so treffend heißt: "Songs are catching like it's some disease". Wer stört sich ob solch unbeschwerter und reueloser Popgenüsse noch am wolkenverhangenen Himmel, der partout nicht aufbrechen möchte? Erst recht, wenn sie noch dazu im handlichen Zwei- und Dreiminuten-Format daherkommen und somit für den Fall der Fälle in jeder Badetasche ihren Platz fänden? Zumindest solange die Begleiterscheinungen Nostalgie und Kitsch nicht Schuhsohlen und Augenlider verkleben, ist "No traffic" zum schnöden Tanzgenuß schon fast zu schade und zum Heulen viel zu schön.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Get set for sound
  • New Tokyo is calling
  • On my sonar

Tracklist

  1. Get set for sound
  2. New Tokyo is calling
  3. Just a game
  4. On three
  5. String you along
  6. Unordinary
  7. Please don't break my heart
  8. Can't look back
  9. On my sonar
  10. Things to consider
  11. So into you
  12. I confess to all this mess
  13. One day, someday

Gesamtspielzeit: 36:42 min.

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