Nora - Save yourself

Nora- Save yourself

Trustkill / SPV
VÖ: 20.07.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Neoparvenü

Eine der wichtigsten Aufgaben abseits des wöchentlichen Plattenzerreißens ist es natürlich, mit oberschlauen Weisheiten unserer unerschöpflichen Lebenserfahrung einen auf superclever zu machen. Wir haben den Dreh schließlich raus mit dem Leben so im Allgemeinen. Und um den ganzen verträumten Idealisten, Freizeitjongleuren und nachwuchslinken G8-Gegnern einmal die Augen zu öffnen und den braven Schülern keine rosaroten Illusionen zu servieren: Erstens: Das Leben ist hart. Zweitens: Das Leben ist ein Kampf. Drittens: Das Leben ist eine Erbkrankheit. Und viertens: Am Leben stirbt man. Zu allem Überfluss ist auch die Zeit, in der man aktiv denkt, tatsächlich rar und kostbar. Und ja, wirklich auch bares Geld am Ende. Verdammt, sind wir kleine Yuppies.

Aber so schlimm ist das wiederum auch nicht, denn damit befinden wir uns ja in guter Gesellschaft. Ärgerlich zwar für uns, dass Carl Severson letztendlich dieses Jahr doch wieder die Nummer eins der coolsten Karriereschweine im Hardcorebusiness geworden ist. Aber immerhin wurde Jamey Jasta endlich einmal die hinteren Plätze verwiesen. Schon allein, weil Ferret mit Poison The Well oder Heavy Heavy Low Low den viel geileren Kram am Start hat als der Kollege Jasta mit seinen Bollo-Hoods auf Stillborn. Sogar Nora sind mittlerweile feuriger als Hatebreed.

Zwar ist "Save yourself" keinesfalls eine dieser überproduzierten Trustkill-Platten, aber unterm Stricht ist das ja sogar ein positiver Aspekt. Zumal wenn man stimmungstechnisch nicht selten an den Wahnsinnsbrecher "The fiancée" von The Chariot denken muss, der vergleichbar trocken, rotzig, pissig und herrlich nervend klingt. Nur mit dem Unterschied vielleicht, dass sich Nora eher anhören wie die neue Coca-Cola Zero schmeckt: echt im Geschmack, aber ohne den final kickenden Zucker. Das ist natürlich für den Magen einfacher zu verdauen und bringt beim Zahnarzt auch weniger Probleme beim Ankleben abgebrochener Ecken mit sich. Insgesamt aber könnte es doch noch mehr anti sein.

Doch diesen vermeintlich widersprüchlichen Spagat machen ja Nora bekanntlich gerne. Der aggressive, noisige Hardcore in all seiner strikten Gradlinigkeit spiegelt da keineswegs die sehr persönlichen und nachdenklichen Texte wieder. Und auch die bewusste Entwicklung hin zu mehr Tiefgang und atmosphärischer Detailverliebtheit steht dabei im Gegensatz zu Labelkollegen wie Terror oder It Dies Today, die einzig mit Uninspiriertheit zu glänzen wissen. Respekt aber dafür, dass Nora ihr Ding durchziehen, ohne nach links und rechts zu schauen, und dass dabei erstaunlicherweise noch auf Qualität gesetzt wird. Das stellt nicht nur das Nebenprojekt Burnt By The Sun zusätzlich unter Beweis, sondern ist eben auch der Hauptjob bei Ferret. Yuppiebrüder im Herzen.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Somebody call somebody
  • Scum.

Tracklist

  1. Somebody call somebody
  2. Scum.
  3. Broken
  4. Save yourself
  5. Famous last words
  6. Have you ever had a really bad day
  7. Just like johnny
  8. The moment, the sound, the fury
  9. Chances aren´t
  10. The ending

Gesamtspielzeit: 36:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
toolshed
2007-09-22 01:17:16 Uhr
Meine Stimme haben sie. :)
dude
2007-09-21 21:05:13 Uhr
Ich muss mich hier mal beschweren!!

Wieso hat das Album von den Forumsbesuchern ne 3/10 bekommen. Das kann ich so nich stehen lassen. Bitte voten. Is ne 7/10 wie ich finde.
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