Get Him Eat Him - Arms down

Get Him Eat Him- Arms down

Absolutely Kosher / BB*Island / Cargo
VÖ: 17.08.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kollegenschweinerei

Der Traum eines jeden Freizeitfußballers: Einmal David Beckham volle Möhre eine Blutgrätsche verpassen. Der Traum eines jeden Hobbykochs: Einmal Tim Mälzer so richtig die Suppe versalzen. Der Traum eines jeden Plattentests.de-Redakteurs: Die Band eines Schreibers von pitchforkmedia.com zu rezensieren. Nicht doch, nicht doch, die Welt der Onlinerezensenten ist keine Ellbogengesellschaft. Wir gönnen Matt LeMay und seiner Band Get Him Eat Him ihr "Arms down". Nur hören muss man es nicht unbedingt. Dabei ist das schon der Zweitling der Amerikaner. Die hier dargebotene Melange aus fröhlichem Indierock straight from the College und allen möglichen Spielereien wie Samples samt Rumgeplucker lässt darauf schließen, dass Get Him Eat Him nicht nur während der Klausuren ganz gerne mal zum Nachbarn rüberlunzen, sondern diese Unart direkt mit in den Proberaum genommen haben.

Nicht allzu sehr verwundert von daher die Gästeliste, die "Arms down" im Gepäck hat: Co-Produzent Jason Caddell von The Dismemberment Plan, Chris Brown von Broken Social Scene, Zach Condon von Beirut, Charles Bissell von den Wrens und Amy Domingues, die bereits für Steve Albini und viele andere am Cello saß, sind lediglich die aktiv an diesem Album beteiligten Figuren. Ob LeMay all denen gute Rezensionen verpasst hat? Hinzu kommt jedenfalls eine ganze Reihe unfreiwillig Beteiligter. Stimmlich könnte man sowieso fast meinen, das gesamte Album hätte Ben Folds eingesungen, ansonsten erinnern Songs wie "What we do" an Ted Leos jüngste Fahrlässigkeiten, und "Get down!" weidet auf Gefilden, die schon vor Jahren von Weezer abgegrast wurden

Was Get Him Eat Him als "Ideen" verkaufen wollen, ist in Wahrheit das genaue Gegenteil. Quengelnde Keys zu verzerrten Stimmen machen vielleicht im Studio unglaublich Spaß, aber warum musste man vorher auf "Record" drücken? Wären Get Him Eat Him wirklich Gentlemen, sie hätten für sich genossen. Und geschwiegen, denn was am meisten Spaß macht, behält man doch lieber für sich. Aber nicht falsch verstehen. "Cbt" weiß durchaus mit strammen Gitarren und einem emoesken Refrain zu gefallen, die 99 Sekunden von "Leaders in doubt" erinnern an die guten alten Blur und machen auch sonst alles richtig. Aber so wirklich viel mehr springt auf "Arms down" nicht raus. Ob LeMay diese Platte verreißen würde, wenn es nicht seine eigene wäre? Und ob die bislang noch streng geheime All-Star-Band der Plattentests.de-Redakteure nach so viel Ehrlichkeit noch Chancen auf die pitchforkmedia.com-Rubrik "Best new music" hat? Es bleibt spannend.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Leaders in doubt

Tracklist

  1. 2x2
  2. Diminutive
  3. Push & pull
  4. Just go
  5. Exposure
  6. Coronation show
  7. What we do
  8. Leaders in doubt
  9. Cbt
  10. Get down!
  11. Present tenses
  12. Patronage
  13. Murphy bed

Gesamtspielzeit: 37:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Franky
2008-06-23 22:18:35 Uhr
Ich habe die Platte eben das erste Mal gehört. Das erste Stück ist wirklich ein kanller! Große Respektsbekundung, danach wirds langweilig, finded ich. Die hier spiegeln ganz gut Meinung.

Arms Down halt, jetzt ne.
Dän
2007-07-12 23:27:03 Uhr
Stimmt. Unsere Geschichte ist ein einziges Missverständnis, mr. pink. ;)
mr.pink
2007-07-12 22:08:18 Uhr
ich denke die anzahl der feinde überwiegt. vielleicht habe ich deine ironie auch einfach nicht verstanden :)
Dän
2007-07-12 22:03:40 Uhr
Ist wirklich sehr gut, nicht ganz so crazy wie einst die Unicorns (Gott habe sie selig), aber doch schön durch den Wind.

Und einer muss es ja sagen: Sänger und Songwriter Matt LeMay war mal Pitchfork-Autor (oder ist sogar noch?) und dürfte deshalb eine Menge Freunde unter den US-Indierock-Bands haben. ;)
smörre
2007-07-12 21:34:53 Uhr
Bin gerade beim Opener. Das zwingt doch quasi zu einer qualifizierten Aussage. Die ersten 14 Sekunden sind Wahnsinn ;)
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