Dashboard Confessional - Dusk and summer

Dashboard Confessional- Dusk and summer

Interscope / Universal
VÖ: 17.08.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The great wide open

Mit großen Worten hält Chris Carrabba eher ungern hinterm Berg. Ob nun die musikalischen Einflüsse Bruce Springsteen oder Tom Petty im Rede-und-Antwort-Spiel breitgetreten werden, die reaktionäre Ausrichtung seines Solo-Band-Projekts auf interessante Weise in den Kosmos platziert wird oder er sich als Erforscher aller möglichen Klangregionen präsentiert: Die Sonne strahlt für ihn hell am kalifornischen Himmel. So klingt natürlich auch die Musik des zierlichen Dandy-Verschnitts. Des Surfers mit der Tolle und der piepsigen Stimme. Der sein neustes Werk als Umarmung anpreist.

"Dusk and summer" ist jene Platte geworden, vor der man sich gefürchtet hatte. Die die Gratwanderung zwischen Größe und Kitsch nicht immer meistert, sich teils in langatmigen Popschnulzen verliert. Trotz der exzellenten Vorzeichen, einen Adam Duritz (Counting Crows) als Duettpartner gewonnen, zwei verdiente Produzenten am Mischpult sitzen zu haben und dem deutschen Markt die Pistole auf die Brust setzen zu können.

Ausgerechnet der Opener "Don't wait" setzt ein konträres Signal: Schicke U2-Gitarren paaren sich mit einem Carrabba in Höchstform. Die Kopfstimme wächst in die Stratosphäre, der Spannungsbogen schlenzt sich gekonnt zwischen Erhabenheit und Subtilität. Doch schon "Reason to believe" hat die Konsistenz von Sumpf, die Pianoballade "So long, so long" mit Duritz ist der Stereotyp eines "O.C., California"-Hits. Das Titelstück "Dusk and summer" bettet indes untheatralische Melodien auf zaghafte akustische Akkorde. Der bewegendste Moment der Platte.

Die harmlose Single "Stolen" kriecht erst als Bonustrack aus seiner Schwüle. Gemeinsam mit einer elfenhaften Eva Briegel (Juli), die überraschenderweise an die Klarheit und Eindringlichkeit einer Bic Runga erinnert, schafft es Carrabba, U2s "With or without you" in seiner kleinen Welt zu zelebrieren und irgendwohin zu retten, wo sich Surfer und Surferin zu später Stunde am Strand vergnügen. Die restlichen Songs sind Wackelkandidaten für das sommerliche Mixtape, mal schön, mal belanglos und das Album unterm Strich glatter Durschschnitt. Chris Carrabba, diesmal gehen wir Dir nicht auf den Leim.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Don't wait
  • Dusk and summer
  • Stolen (feat. Juli)

Tracklist

  1. Don't wait
  2. Reason to belive
  3. The secret's in the telling
  4. Stolen
  5. Rooftops and invitations
  6. So long, so long
  7. Currents
  8. Slow decay
  9. Dusk and summer
  10. Heaven here
  11. Stolen (feat. Juli)

Gesamtspielzeit: 44:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Dan
2008-03-18 21:53:43 Uhr

schön schön, der Titeltrack *schluck*
Brendel
2007-11-18 18:56:11 Uhr
Die Stolen Version ohne Juli ist doch viel besser und erschien schon im Sommer 2006.

Wer Juli mit der Brigel mal live gesehen hat weis wie schlimm es um die gehypten deutschen Bands steht. Da singt doch jeder Casting-Künstler von DSDS besser. Urghhh...
Pure_Massacre
2007-08-26 20:02:04 Uhr
Eva's Stimme klingt in dem Song irgendwo wie ein Fremdkörper. Wahrscheinlich ist das nur die Macht der Gewohnheit, wer weiß. Die Gitarren gehen auch fast komplett unter. Da hat die "langsamere"-Version IMHO mehr Pep.

Die amerikanische Single-Version scheint übrigens auch etwas flotter als die Albumfassung zu sein.
Patte
2007-08-26 19:48:09 Uhr
Ich weiß nicht, könnte auch sein. Da ist im Hintergrund noch eine zweite Stimme zu hören, wahrscheinlich nur die gedoppelte vom Dashboard-Sänger, oder? *g* Naja, mir is die Original-Version zu lahm.

Irgendwo hab ich gelesen, dass jemand Evas Stimme in dem Lied als Bic-Runga-ähnlich betitelt hat. Stimmt irgendwie.
Pure_Massacre
2007-08-26 19:12:39 Uhr
Du hast aber nicht zufällig die deutlich bessere "Original"-Version "erwischt", oder?
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