Clawfinger - Life will kill you

Clawfinger- Life will kill you

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 27.07.2007

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Der skandinavische Patient

Es geht zu Ende. So ziemlich alle Mitarbeiter im altehrwürdigen plattentests.de-Musikkrankenhaus kennen die Patienten bereits, die hier mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre mit angeblich neuem Album und den immer gleichen alten Symptomen eingeliefert werden. Clawfinger, die alten Crossover-Greise, liegen nun wohl endgültig im Sterben. Eine andere Diagnose zumindest lässt der blutarme Befund nicht zu, für den "Life will kill you", das mittlerweile siebte Studioalbum der skandinavischen Brachialrocker, sorgt. Dem zuständigen Pflegepersonal sind die Hände gebunden, sonst hätten sie sich vermutlich auch schon die Ohren zugeklebt.

Noch lässt immerhin das tiefe Grollen aus den Boxen erahnen, dass der Exitus noch aussteht. Musikalisch verdient sich die Band jedoch einmal mehr das Prädikat 'klinisch tot'. Sound, Riffs, Texte - alles beeindruckend altbacken und im letzteren Fall einmal mehr einfältig und geschmacklos. "And you know you can trust me / So move a little closer / And let me put my hand under your skirt", singt Dampfbirne Zak Tell da über Kindesmissbrauch aus der Täterperspektive, bevor die Kinderstimme im Refrain hervorbringt: "This house is not a happy home." Das konnten selbst die Böhsen Onkelz subtiler.

Klar, mit dem Alter wird man nicht eben flexibler, doch spätestens seit ihrem selbst betitelten Drittwerk von 1997 krächzen Clawfinger die immer gleichen Tiraden vom Krankenbett in den stillen Hospitalflur hinaus. Zuhören mag ihnen außer den nächsten Angehörigen schon längst niemand mehr. Und auch die kommen maximal noch anstandshalber. So verfallen die Alten mit den Ansichten von anno 1993 immer mehr in musikalische Regression. Sie stolpern über die eigenen Windbeutel und landen in der schmierigen Lache der eigenen Riff-Inkontinenz. Und die Enkel mit den Emo-Scheiteln und den Metal-Gitarren verjubeln längst das Erbe. Wer jetzt aber Mitleid bekommt, hat einfach nicht zugehört.

Schnell wünscht man sich "Deaf dumb blind" zurück. Genau diese Zustände wären nämlich ein wirksamer Schutz vor Clawfinger. Hätte die Band je ein Denkmal für gewisse Gründerdienste am Crossover erhalten, müsste man es jetzt aus Anstand schleifen. Anstatt endlich die überfällige, sozialverträgliche Frühauflösung in Betracht zu ziehen, siechen Clawfinger auf "Life will kill you" weiter als Schatten vom Schatten vom Schatten ihres Selbst dahin. Aber vielleicht eignet sich dieses gräßliche Gestümper wenigstens zur Sterbehilfe - auf dass das Elend für beide Seiten ein Ende hat.

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

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Tracklist

  1. The price you pay
  2. Life will kill you
  3. Prisoners
  4. Final stand
  5. None the wiser
  6. Little baby
  7. The cure & the poison
  8. Where can we go from here
  9. It's your life
  10. Falling
  11. Carnivore

Gesamtspielzeit: 44:27 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
vomsk
2007-08-02 13:00:56 Uhr
http://laut.de/lautstark/cd-reviews/c/clawfinger/life_will_kill_you/index.htm

Dazu gibts von mir einfach nur ein großes LOL. Mehr kann man da nicht sagen.
Beckmann
2007-07-06 20:05:26 Uhr
1/10
schlimmer geht's nimmer
Arthur
2007-07-03 11:10:27 Uhr
außerhalb der matrix nennt man sowas mist..
logan
2007-07-02 23:25:50 Uhr
Sie klingen halt immer noch so wie eh und je, und daran ändert sich auch mit der neuen Scheibe nichts. Das kann man finden, wie man will.
Deviance
2007-06-25 19:23:33 Uhr
Die Jungs haben immer IHR Ding durchgezogen und das gemacht, was ihnen gefällt. Um es mit einem Zitat von Zak Tell auszudrücken:
"We´re not trying to convert people, we give it what we've got and if you don't like it then big fucking deal, find something else to listen to that turns you on!"
Genau diese Geradlinigkeit ist das, was nicht nur mir als Clawfinger-Fan der ersten Stunde an der Band gefällt. Nicht umsonst haben Clawfinger auch heute noch eine große und treue Fangemeinde :-)
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