3 - The end is begun

3- The end is begun

Metal Blade / SPV
VÖ: 20.07.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Siebzehn Sechzehntel

So ein Sommerloch hat ja auf jeden Fall seine Vorteile. Denn im Frühjahr ging eine derartige Fülle an hochklassigen Prog-Alben auf die Hörerschaft nieder, dass man meinen könnte, es sei untereinander abgesprochen gewesen. Insofern ziemlich schlau von 3, sich aus all dem herauszuhalten und lieber im Sommer den Nachfolger des hoch gelobten "Wake pig" zu veröffentlichen. Und da der Sommer lange nur auf dem Kalender zu existieren schien, ist auch die Endzeitstimmung von Albumtitel und Artwork nicht einmal deplatziert.

Noch lange nicht am Ende sind offenbar die spielerischen Fähigkeiten der Herren. Denn mit "The world is born of flame" wird erstmal gezeigt, was Sache ist. Bereits das Intro ist nur scheinbar harmlos. Nervös fliegen Sechzehntel aus der Akustikgitarre, nur um vom beruhigen Gesang von Joey Eppard zunächst eingefangen zu werden. Doch mit dem wild slappenden Bass kommt weiteres Unheil hinzu. Bis dann schließlich Doublebass und krachende Riffs explodieren. So weit, so Metal. Doch sogleich folgt die abrupte Kehrtwende, denn plötzlich kontert Billy Riker an der Akustikgitarre. Und das alles in gerade mal 3:25 Minuten. Ohne Hektik, es muss einfach genau so sein.

Das klappt bei einem Opener, würde auf kompletter Albumlänge allerdings schnell ermüden. Genau deswegen fahren 3 die BPM (Breaks per Minute) schnell wieder zurück und konzentrieren sich auf die Songs, die mittlerweile eine deutlichere Siebziger-Schlagseite haben als zuvor. Besonders auffällig bei "Bleeding home" oder "Live entertainment". Kann doch keiner erzählen, dass die Herkunft der Herrschaften (ein Nest namens Woodstock) nicht abfärbt. Inklusive Leslie-Einsatz bei "Diamonds in the crush". Und "Shadow play" erinnert mehr als nur dezent an Frühsiebziger-Glanztaten von Pink Floyd wie "Meddle".

3 haben zugehört. Bei Rush, um zu erkennen, dass Spitzenkönner auch dezent agieren können. Bei Led Zeppelin für die Seventies-Schlagseite. Aber vor allem bei sich selbst, um das Ergebnis nicht als zusammengeklatschte Kopie, sondern als organisches Wachstum zu präsentieren. Manifestiert in großem Drama wie "All that remains" oder purer Eingängigkeit wie "Serpents in disguise". Einzig "The last days", der Rausschmeißer vor dem Bonustrack, mag manchen arg psychedelisch geraten sein. Doch am Anfang vom Ende, wie der Albumtitel suggerieren mag, stehen 3 auf keinen Fall. Im Gegenteil.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • The world is born of flame
  • All that remains
  • Serpents in disguise

Tracklist

  1. The world is born of flame
  2. The end is begun
  3. Battle cry
  4. All that remains
  5. My divided falling
  6. Serpents in disguise
  7. Been to the future
  8. Bleeding me home
  9. Live entertainment
  10. Diamond in the crush
  11. Shadow play
  12. These iron bones
  13. The last day
  14. Dregs (Acoustic version)

Gesamtspielzeit: 57:09 min.

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