Pig Destroyer - Phantom limb

Pig Destroyer- Phantom limb

Relapse / SPV
VÖ: 15.06.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Größenwahn

Plattentests.de ist ja dafür bekannt, Maßstäbe zu setzen. Man braucht da nur unser extravagant innovates Layout zu nehmen, welches 2007 endlich in das Buch "Die 50 kreativsten Webdesigns" aufgenommen werden wird - seit Jahren überfällig! Insiderwissen zufolge hat sogar ein Redakteur von uns, dessen Namen wir aus Rücksicht auf seine Privatsphäre noch nicht nennen wollen, mit seiner phänomenalen Wortakrobatik Chancen auf diverse renommierte Literaturpreise. Doch vor lauter Begeisterung über so viel Aufmerksamkeit und die damit zusammenhängenden Partyvorbereitungen haben wir beinahe einen kleinen Minihype verschlafen.

Der Trend ist schon länger zu beobachten: Weinerlicher, bisexueller Emocore kommt aus der Mode, und auch prolliger Metalcore ist vielen inzwischen zu stumpf und glatt gebügelt. Aber da es noch genug Kloppis unter uns gibt, die immer krasseren und krankeren Stoff brauchen, wird so langsam völlige Chaotenmusik gesellschaftsfähig. Und wenn jemand dafür mit seinem Namen stehen kann, dann ist es mit Sicherheit das Label Relapse mit seiner Band Pig Destroyer, die tatsächlich mit ihrer Mischung aus Grind, Death, Doom, Noise, Metal und Gehirnamputation einige zähe Schweine schlachten könnten. Blut spritzt in Massen, Gedärme fliegen, Saw I-III lassen grüßen, und der gewöhnliche Psychofan vor den Boxen freut sich ins Fäustchen, als sei das alles das Harmloseste der Welt.

Doch "harmlos" und "Phantom limb" schließen sich aber so was von aus. Ziemlich schnörkellos und pointiert kloppen Pig Destroyer drauflos, sodass der 30-minütige Trip völlig ausreichend ist, um einmal komplett freizudrehen. Verdammt gut tut das vor allem, weil selten eine dermaßige Krawallkappelle etwas mit soviel Gefühl fürs Detail und Abwechslung zusammengedroschen hat. Erstaunlich ist vor allem, wie bei einer durchschnittlichen Songlänge von nicht einmal zwei Minuten blanker Wahnsinn auf Speed, scheppender und schleppender Groove und Experimentierfreudigkeit in Form von effektvollen Stimmverzerrungen kombiniert werden. Und dabei trotzdem immer schön anstrengend, wohlgemerkt.

Doch auch wenn Pig Destroyer bei diesem neuen Trend hin zu technisch versiertem Grindcore so etwas wie die musikalische Vaterrolle einnehmen, so distanzieren sie sich im gleichen Maße von ihren erfolgreicheren Ziehsöhnen, weil sie dieses Kranksein nicht nur spielen, sondern es irgendwo auch wirklich sind. Und das merkt man der Platte an, was gleichzeitig den Spaß der Geschichte ausmacht. Da will man am liebsten komplett leerdrehen. Aaaahhh!

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Alexandria
  • Girl in the slayer jacket

Tracklist

  1. Rotten yellow
  2. Jupiter&rsquos eye
  3. Deathtripper
  4. Thought crime spree
  5. Cemetery road
  6. Lesser animal
  7. Phantom limb
  8. Loathsome
  9. Heathen temple
  10. Fourth degree burns
  11. Alexandria
  12. Girl in the slayer jacket
  13. Waist deep in ash
  14. The machete twins
  15. Untitled

Gesamtspielzeit: 38:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
hombre
2008-11-28 07:34:33 Uhr
eben, verstehe nicht ganz warum das Ganze noch einmal solo veröffentlicht wird. Auch ein Shirt gibt es dazu. Ansonsten ganz schicker Song. Völlig untypisch, der "early Melvins"-Vergleich passt sehr gut, you know.
Allerdings wähle ich dann doch eher das original, wenn mir nach solchem Zeugs ist.
Khanatist
2008-11-27 23:52:13 Uhr
Noch nicht gehört, gab's jedenfalls schon 2004 als Bonus zur 'Terrifyer'.
sagehorn
2008-11-27 23:43:14 Uhr
Pig Destroyer will be releasing their thirty-five minute song "Natasha" as both a limited edition digipak CD and LP on November 11th via Relapse Records. The song itself is described by the label as "slow-motion, punishing doom more akin to early Melvins or Godflesh than the muscular grind they are known for." The band last released Phantom Limb in 2007.
Sghrn
2008-06-18 18:30:03 Uhr
Na, dann ist es wohl doch zur Zeit die Beste ;)
Finde 'Phantom Limb' auf jedenfall Wahnsinn

Welche meinste denn, khanatist?
bin da noch nicht ganz so bewandert..
Khanatist
2008-06-09 19:59:04 Uhr
SupremeTriMage (11.07.2007 - 17:32 Uhr):
Vielleicht die beste Grind-Band zur Zeit.


Nicht ganz. Die beste Post-Nasum-Grind-Band hat leider kürzlich das Zeitliche gesegnet :(
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