The Concretes - Hey trouble

The Concretes- Hey trouble

Licking Fingers / Al!ve
VÖ: 22.06.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Sieben Schläfer

8. Vielleicht die schönste Zahl am Zahlenstrahl. Geschwungene Formen, endlose Fortführung. Die romantische Vollkommenheit im statischen Strukturwahn. Die schwedische Band The Concretes weiß um diese Schönheit, gefällt sich selbst in der Idee eines kleinen Orchesters. Acht Musiker, die das Gespür für koordinierte Popmusik mit großem Herz und schmelzender Eingängigkeit zu einer Einheit formieren, die eben genau diese Eigenschaften mit sich bringt, wie schon die Zahl der Bandmitglieder, auf die sie sich so oft berufen. Seit 2006 allerdings sind The Concretes nur noch zu siebt.

Victoria Bergmann, Gründungsmitglied und Sängerin, ging. Aus freien Stücken. Mit ihr verschwand das Hauptcharakteristikum der Band, doch nicht der Glaube an die Schönheit des bisherigen musikalischen Werks. Zusammenraufen, weitermachen. Und wie so oft in der Geschichte der Unerwartungen funktioniert der neue, zusammengestauchte Concretes-Horizont besser als zuletzt nach "In colour" zu vermuten war. Das allerbeste: Schlagzeugerin Lisa Milberg lässt ihre ehemalige Hintergrundstimme nun im Vordergrund erklingen. Und das auch noch so gut, dass man schnell vergisst, dass diesem Album eine Rationalisierungsmaßnahme voraus ging.

Der altbewährte Sound, der an die schimmernden, melancholisch durchfluteten Velvet-Underground-Songs erinnert, welche einst von Nico veredelt wurden, bettet auch "Hey trouble" ein. Man höre nur das süßliche "A whales heart" mit seiner ergreifenden Melodie, seinem entfernt hallenden Schlagzeug und der kompliziert-niedlichen Harmonie. Ein Genuss für Fans der New Yorker Genies der 60er Jahre. "Oh boy" kommt da schon aufgedunsener daher, schart um einen debil fröhlichen Uptempo-Hit Trompeten, Streicher und Piano. "Hey trouble" mausert sich zum lieblichen Wunschkonzert der romantischsten Indie-Hits.

Mit einem farbenfrohen musikalischen Facettenreichtum versorgt das Septett den Hörer mit Klarinetten-, Glockenspiel-, Telefon-, Minimoog- oder Cembalo-Klängen, paart die allerherzlichsten Melodien in Reihe und Form und macht so viel richtig, dass man sich vor wohliger Wärme am liebsten in eisigen Schnee stürzen möchte. The Concretes sind im Jahre 2007 dort angekommen, wo man sie sich gewünscht hatte. Sie singen ein Lied auf die Sorgen, schweben mit den Wolken und träumen im Sonnenstrahl. Ein phonetisches Erlebnis. Endlich kommen The Concretes zum Punkt. Und das zu siebt.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • A whales heart
  • Firewatch
  • Souvenirs

Tracklist

  1. Hey trouble
  2. A whales heart
  3. Kids
  4. Firewatch
  5. Didion
  6. Oh boy
  7. Keep yours
  8. If we're lucky we don't get there on time
  9. Souvenirs
  10. Are you prepared
  11. Oh no
  12. Simple song

Gesamtspielzeit: 40:48 min.

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