Dartz! - This is my ship

Dartz!- This is my ship

Vital / PIAS / Rough Trade
VÖ: 18.05.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Funkenflug

Warum auch nicht? So lange schreien, bis die Stimmbänder den Kürzeren ziehen? Könnte Spaß machen. Das Trio mit dem selten dümmlichen Bandnamen Dartz!, dem diese Strategie augenscheinlich gut gefällt, säuft mit dem Hot Club De Paris um die Wette und krakeelt mit Q And Not U den schicksten Popos hinterher. Wo auch immer diese nervösen und unruhigen Zappelphilippe auftauchen, befällt die Anwesenden ein hypnotischer Zuckanfall. Scheppernde Becken und irre Gitarrenrüpeleien tun ihr Übriges. "Dartz! is good for your brain"? Mal überprüfen.

Dass Engländer nicht sonderlich lange mit einer erfolgsversprechenden musikalischen Konzeption hinter dem Tower halten können, ist klar. Dass aber angeblich schon wieder die heißeste Ausdünstung seit irgendwann in der Geschichte der Popmusik den Weg über den Kanal finden soll, eher ein nerviges Mitbringsel, das schon lange keinem mehr die Füße wärmt. Bei der Gruppe Dartz!, die mit angsteinflößenden Lobeshymnen auf die Menschheit losgelassen wird, ist dieser Sachverhalt kein anderer. Tanzmusik, lautes Auftreten und eine gehörige Portion Ungezogenheit. Okay. Man wartet schon lange nicht mehr darauf.

Doch dann sticht "This my ship" mit "Network! Network! Network!" so entwaffnend in See, dass man diesem verqueren, quirligen und noisigen Gitarrenbrett voll auf den Leim geht. Lausbübiger Gesang und rumpelnde Beats. Das Geheimrezept für eine knappe Dreiviertelstunde, die kurzweilig, grantig und lautstark durch die Ohren hindurchfegt, die die Beine mobilisiert und chaotischen Discopunk im Gewand der Popmusik durch den Raum hetzt.

Die Gewinner dieser Kombinatorik lauten "Laser eyes", das seine Gitarrenwand durch die Luft wuchtet, "Fantastic apparatus", tanzbar wie der Teufel auf Speed und das abschließende "The lives of authors", welches sich die schönste Überraschung von "This is my ship" nur ungern entreißen lässt. Doch sind Dartz! dennoch nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Nervig, anstrengend und teils auch langweilig drohen die Songs schon nach nur wenigen Umdrehungen abzurutschen und von ihrem eigenen Reiz verbraucht zu werden. "I've failed to show the way everyone left." Vielleicht ja das nächste Mal.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Laser eyes
  • Fantastic apparatus
  • The lives of authors

Tracklist

  1. Network! Network! Network!
  2. A simple hypothetical
  3. Once, twice, again!
  4. Cold holidays
  5. Prego Triangolos
  6. Laser eyes
  7. St. Petersburg
  8. Harbour
  9. Documents
  10. Fantastic apparatus
  11. Teaching me to dance
  12. The lives of authors

Gesamtspielzeit: 44:58 min.

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