Ocean Colour Scene - Mechanical wonder

Ocean Colour Scene- Mechanical wonder

Mercury / Universal
VÖ: 17.04.2001

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

None from the modern

"Wunder gibt es immer wieder" heißt es in einem deutschen Schnulzenklassiker. Bei der Ocean Colour Scene, jener Band die einst von Noel Gallagher (Oasis) als beste Band des Königreichs tituliert wurde, man man diese Hoffnung aber langsam zu den Akten legen. Auch auf "Mechanical wonder" dem mittlerweile fünften Werk der vier Briten, wird Innovation kleingeschrieben. Auf der Haben-Seite findet die Lupe wie immer Songs die man nach dem ersten Hören mitsingen kann. Melodien mit der Aufschrift "Simpel, aber schön" und ein wahrhaft britisches Gespür für Eingängigkeit liegen dennoch auf ewig mit melodischer Erosion und offensichtlicher Ideenlosigkeit im Widerstreit.

Der Rezensent ist fast versucht, eins zu eins von der '99er Enttäuschung "One from the modern" abzuschreiben. Glücklicherweise wird dies aber durch einige Lichtblicke verhindert. An erster Stelle sei hier das wunderschöne "We made it more" erwähnt, daß sicher so manchem Verliebten aus der Seele spricht. Zwischen Lagerfeuer-Romantik und Midtempo-Rock macht den Briten so schnell niemand mehr etwas vor. Dummerweise machen sie sich dennoch ständig alles selber nach. Hört man unachtsamerweise hinter die opulenten und kitschigen Fassaden der Songs, tauchen unter der aufwendigen Produktion, den dick aufgetragenen Streichern und dem schmachtenden Gesang immer gleichen Grundmuster auf. Nie wagt Ocean Colour Scene den Ausbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Fast regt sich ein ironisches Lächeln, wenn ausgerechnet der letzte Song "Can't get back to the baseline" betitelt wird. Wie soll man zu etwas zurückkehren, was man nie verlassen hat? Dieser Schuster blieb nämlich wirklich bei seinen Leisten. Eins muß man Ocean Colour Scene aber lassen, denn sie haben es geschafft, daß bereits im April das peinlichste Lieblingslied des Rezensenten feststeht: "Biggest thing" hat mit seiner einfachen Hookline, dem platten Text und seiner extremen Eingängigkeit seinen Gehörgang seit dem ersten Kontakt nicht mehr verlassen und toppt noch die schönste Take That-Schnulze. Das ist doch auch schon einmal was.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Biggest thing
  • We made it more
  • Mechanical wonder

Tracklist

  1. Up on the downside
  2. In my field
  3. Sail on my boat
  4. Biggest thing
  5. We made it more
  6. Give me a letter
  7. Mechanical wonder
  8. You are amazing
  9. If I gave you my heart
  10. Can't get back to the baseline

Gesamtspielzeit: 40:22 min.

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