Bad Religion - New maps of hell

Bad Religion- New maps of hell

Epitaph / SPV
VÖ: 06.07.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gregographie

Preisfrage: Was haben Gregory Walter Graffin und Thomas Gottschalk gemeinsam? Na? Zugegeben, auf den ersten Blick überhaupt gar nichts. Endfünfziger, blond-lockiger Bamberger Laberkopf versus zweiundvierzigjähriger US-Punkrock-Veteran inklusive Doktortitel in Evolutionsbiologie. So weit, so unterschiedlich. Und doch sind beide Teil von etwas, was man im Allgemeinen als Institution bezeichnen könnte. "Wetten, dass..?" mit Promigesülze und Baggerwetten versus Bad Religion mit Punkrock und Message. Beide sind seit den Achtzigern konstante Größen und mediale Erfolgsgaranten. Vollkommen losgelöst davon, ob man sie mag oder nicht: Man weiß, was einen erwartet.

So rieb sich mancher eingefleischte Bad-Religion-Fan etwas verdutzt die Ohrmuscheln, als die Kalifornier vor kurzem "Honest goodbye" als Vorbooten und gleichzeitig erste Singleauskopplung ihres neuen Albums "New maps of hell" auf ihrer MySpace-Seite der Öffentlichkeit preisgaben. Was man da so zu hören bekam, war und ist so gar nicht typisch für das Sextett. Nicht, dass es nicht auch schon früher etwas langsamere Songs und jede Menge Schunkel-Backgrounds gegeben hätte. Aber "Honest goodbye" klingt so dermaßen gut, erfrischend und sweet nach Weezer anno 1994, dass man sich fast schon heimlich gewünscht hat, Bad Religion würden auf ihre alten Tage noch mal komplett etwas Neues machen.

Machen sie auf ihrem vierzehnten Studioalbum aber natürlich nicht. Und das ist auch vollkommen okay so. "52 seconds" rast an einem vorbei. Und noch vor Erreichen der Vierminuten-Marke sind "Heroes & martyrs" und "Germs of perfection" abgearbeitet. Knackig, präzise und schnörkellos in der Strophe, melodisch und mehrstimmig im Refrain. "We have the tools, but have only just begun." schallt es hier aus den Boxen, "Is profit and greed the only conceit / On a scale between mere prosperity and inhumanity?" dort. Bissig, sarkastisch, politisch engagiert und sozialkritisch legen Graffin und Gurewitz inhaltlich nach wie vor den Finger in die Wunden der Gesellschaft. Bush und Irak sind längst kein Thema mehr. Probleme gibt's auch sonst genug.

Vieles von "New maps of hell" erinnert an das Liedgut zu "Suffer"-, "No control"- und "Against the grain"-Zeiten. "Murder" wird mitunter aggressiv heruntergeprügelt, "New dark ages" lebt von den hymnischen Background-Vocals und hat das Zeug zur neuen Lieblingsnummer der pogenden Zunft. Und "Fields of Mars" kommt trotz des Tempos schon ziemlich poppig daher, während die Jungs bei Songs wie "Prodigal son" gerne mal ein paar Gänge runterschalten. Da kann kein Bagger mithalten. Jede Wette.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Heroes & martyrs
  • Before you die
  • Honest goodbye

Tracklist

  1. 52 seconds
  2. Heroes & martyrs
  3. Germs of perfection
  4. New dark ages
  5. Requiem for dissent
  6. Before you die
  7. Honest goodbye
  8. Dearly beloved
  9. Grains of wrath
  10. Murder
  11. Scrutiny
  12. Prodigal son
  13. The grand delusion
  14. Lost pilgrim
  15. Submission complete
  16. Fields of Mars

Gesamtspielzeit: 38:27 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Third Eye Surfer
2009-07-15 15:09:32 Uhr
Ach, die New America (obwohl anfangs halt eher für schwach befunden) ist im Laufe der Zeit doch ziemlich auf mich gewachsen. Ist halt sehr entfernt von den Melodic Hardcore Wurzeln und mehr im "normalen" Rockbereich anzusiedeln, aber schlecht find ich die keinesfalls.
OD
2009-07-15 12:43:37 Uhr
O.k., ein paar Lieder gefallen mir schon auch von der No Substance, jedenfalls mehr als von der New America. Aber auch hier sind zwei, drei nette Songs drauf. Sind aber beide im Verhältnis zu dem restlichen Output wirklich die schwächsten. Ja und Into the Unknown hat mit BR ja so gut wie nix zu tun, daher habe ich die auch weggelassen.
Third Eye Surfer
2009-07-15 12:34:00 Uhr
Find New Maps Of Hell eigentlich besser als Process Of Belief. Wobei mein Lieblingsalbum der modernen Phase The Empire Strikes First ist.

Aber ich kann eigentlich jedem BR Album was abgewinnen (naja, abgesehen von der Into The Unknown). Das schwächste ist wohl No Substance, aber selbst da sind tolle Stücke drauf.
Waclav
2009-07-15 12:24:30 Uhr
die band ist schon so lange am start,da sind ein paar schwache phasen doch ganz normal.
new maps of hell ist gut/OK..process of belief zb gefiel mir auch besser bzw hatte einfach wieder mehr schmackes und war ein starkes "comeback" mit überraschungseffekt,nachdem es mit BR davor einfach ganz schön konstant bergab gegangen ist.
die stärkste phase bleibt dennoch einfach suffer & no control..vllcht bis inkl. stranger than fiction.
OD
2009-07-15 12:13:36 Uhr
Finde "New Maps" auch sehr gut. Allerdings ist die "New Maps", die 2008 mit den Akkustiksongs angereichert nochmals rauskam, reine Geldmacherei. Jedoch ändert das nix an der Qualität der Songs, die meiner Meinung nach alles hergibt, was Punkrock hergeben sollte. Aber auch die beiden Vorgänger fand ich ziemlich gut, wobei mir die Process besser gefallen hat als die Empire. Insgesamt gefällt mir die NO Control aber am besten, habe BR auch eben mit dieser kennengelernt. Fuck, 20 Jahre ist das schon her. BR haben seitdem einen großen Beitrag zu meinem persönlichen Lebenssoundtrack beigesteuert und bis auf die beiden Ausfälle 1998 und 2000 kann ich mir wirklich alle Platten noch immer sehr gut anhören.
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