Pissed Jeans - Hope for men

Pissed Jeans- Hope for men

Sub Pop / Cargo
VÖ: 08.06.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Kurz und klein

Stell Dir vor: Es klingelt an Deiner Tür, und es sind diese lästigen Werbecharaktere mit dem "Milch-Jeeper", die dich wegen einer "German Kleinigkeit" aufsuchen. Bei einem davon klingelt dann auch noch das stylische Handy und, wie könnte es anders sein, "Moto" ist dran. Während die Anstandsregel hier eigentlich gebietet, dass man "guten Freunden ein Küsschen gibt", ruft dieser Besuch nichts as peristaltische Bewegungen in Deinen Eingeweiden hervor. "Hope for men", das zweite Album der Noiserocker Pissed Jeans, entpuppt sich als Geheimwaffe in dieser ansonsten schier ausweglosen Situation. Schnell auf "Play" gedrückt, und die nach vorne preschende Krachorgie "People person" lässt spätestens mit Einsetzen des Geschreis von Matt Korvette alle ungebetenen Gäste kläglich verrecken.

Genau wie diese überzeichneten, aus den tiefsten Tiefen der Konsumhölle entsprungenen Werbe-Frankensteins könnten auch jene geselligen Menschen aussehen, die Korvette in diesem "People person" so boshaft beschreibt: Sie sind Meister des Small Talks, tragen stets ein Lächeln im Gesicht, haben ein angenehmes Äußeres und ein schönes Leben dank Frau, Hund und Fotohandy. Korvette hingegen brüllt "I'm not a people person" und trifft damit ins Mark. Er schreibt aus der Sicht klebriger Vorstadt-Nerds und heimlicher Verehrer ("Secret admirer"), deren introvertiertes Leben sich um Collagenbücher ("Scrapbooking") und unerfüllte Leidenschaften ("Caught licking leather") rankt und zum Großteil im eigenen, einsamen Bett stattfindet ("My bed"). Da zählen gerade die kleinen Freuden, wie zum Beispiel hin und wieder mal ein Eis.

"Hope for men" ist ein bitterböses Stück dreckiger Hardcore-Rock und damit wie gemacht für jene Tage, an denen gar nichts klappen will und man sich am besten mehrmals freiwillig zum Holzhacken melden möchte. Musikalisch irgendwo zwischen The Jesus Lizard, Black Flag, und Shellac einzuordnen, finden sich auf "Hope for men" sowohl Aggro-Brecher wie der Opener und "A bad wind" als auch klangliche Ölteppiche wie die gruseligen Quasi-Spoken-Word-Nummern "Scrapbooking" und "The Jogger". Neben dem brachialen Noise fügen sich geradezu nahtlos verdeckte Blues-Verweise oder auch mal ein tonnenschweres Doom-Riff ein. Obwohl man insgesamt die Ahnung hat, dass "Hope for men" möglicherweise nur einen Bruchteil der Live-Energie der Band konserviert, wird auf dem Album der Siedepunkt dennoch nie unterschritten. Einen waschechten Sommerhit landen Pissed Jeans übrigens mit der Loser-Hymne "I've still got you (Ice cream)", die locker mit Kalibern wie "Touch me I'm sick" von ihren Sub-Pop-Labelmates Mudhoney mithalten kann. Schade nur, dass Pissed Jeans damit wohl niemals den Kinoklassiker "Like ice in the sunshine" ablösen werden.

(Martin Stenger)

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Highlights

  • Secret admirer
  • A bad wind
  • I've still got you (Ice cream)

Tracklist

  1. People person
  2. Secret admirer
  3. A bad wind
  4. Scrapbooking
  5. I've still got you (Ice cream)
  6. Fantasy world
  7. I'm turning now
  8. Caught licking leather
  9. The jogger
  10. My bed

Gesamtspielzeit: 41:44 min.

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User Beitrag
Pfui! (Respekt!)
2009-07-27 23:13:36 Uhr
jenau, Kackname
Henk
2009-07-25 16:20:49 Uhr
ziemlich geiler Bandname btw

Ich halte den Namen für den beschissensten, den eine Band je hatte.
tzz
2009-07-25 16:08:02 Uhr
king of jeans heisst die neue und wird am 18. august 2009
veröffentlicht.

zur oben, von susu, genannten meinung kann ich mich nicht anschliessen ich vergebe für hope for men locker ne 8/10

geschmäcker sind halt verschieden:)
Susu
2007-07-27 23:51:20 Uhr
Eigentlich kein wirklich gutes Album, aber es gibt Momente, wo Pissed Jeans (ziemlich geiler Bandname btw) einfach passen, wie angegossen. Sehr geil z. B. der \\\"Secret Admirer\\\", \\\"I\\\'ve Still Got You (Ice Cream)\\\" oder auch \\\"Caught Licking Leather\\\" (in Verbindung mit dem Bandnamen einfach unschlagbar genial). 7 Punkte halte ich für gerechtfertigt, denn, wie schon gesagt, bewegen sich PJ grad mal so an der Grenze zum Gut-Sein. Das allerdings ziemlich gekonnt...
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