Goon Moon - Licker's last leg

Goon Moon- Licker's last leg

Ipecac / Southern / Soulfood
VÖ: 01.06.2007

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schlabberlook

Der erste Eindruck, den "Licker's last leg" im Vorbeirauschen hinterlässt, ist überraschenderweise sehr britisch. Zuerst kommen da vage Assoziationen zu Ultrasounds "Everything picture" auf, dann Primal Scream in einer Phase, die nicht von digitalen Klangerzeugern geprägt war. Man erinnert sich an Magoo, auch wenn die nie so trocken gerockt haben. Das erstaunt vor allem deshalb, weil Goon Moon kaum amerikanischer sein könnten. Jeordie White, den mancher wohl eher unter seinem Künstlernamen Twiggy Ramirez kennt, und Chris Goss, den zumindest Wüsten-, Stoner- und sonstige Rockfreunde kennen, haben hier eine Art "Best of Desert Sessions" um sich geschart und in Josh Hommes Heimstudio "Rancho de la luna" mal eben einen kleinen Meilenstein geschaffen.

Josh Freese, Josh Homme und Dave Catching sind nur die bekanntesten unter einer guten Handvoll Mitstreiter, die dieses All Star Projekt angezogen hat. Ebenfalls vereint werden Glam und Space, Wüste und englische Vorstadt, Freaks und Styler. Und das alles klingt so ungezwungen, als habe es schon immer zusammengehört. "My machine" zum Beispiel ist ein außer Kontrolle geratenes Punkrockriff auf einem Psychotrip, zu dem man sich den Backflash geradezu herbeisehnt. "Feel like this" hätte unter anderen Umständen sicher den Sprung aus der Desert Session auf ein Queens-Of-The-Stone-Age-Album geschafft, während "Pin eyed boy" klingt, als habe man die frühen Pink Floyd beim Rocken erwischt.

"Hardcore Q3" ruft die Earthlings? ins Gedächtnis zurück. "Tip toe" tänzelt auf einer rosa Wolke einen "Ballroom blitz" für Hippies herbei. Dann wird es Zeit für eine Coverversion, zum Beispiel eines älteren Bee Gees-Songs. "Every Christian lion hearted man will show you" lässt einen sogar "Saturday night fever" vergessen. Auch wenn es kaum möglich scheint, brechen im letzten Albumdrittel noch ein paar Dämme. Völlig ausufernd fluten "Lay down", "Balloon" und der Titeltrack den Gehörgang, bevor ihn der schwermütige Abschlussbrocken "Built in a bottle" das Album versiegelt.

Goon Moon sind abgedrehter als jede Neo-Glam-Band, trippiger als die meisten Stonerrocker, manchmal sind sie gar sexier als die Eagles of Death Metal. Vor allem aber ist "Licker's last leg" vielleicht die gewitzteste und intelligenteste Scheibe seit Les Claypools Husarenstück "The big eyeball in the sky". Und es ist eine ganze Ecke lässiger als die meisten Produktionen der letzten Jahre. Goon Moon bieten eine gewaltige Tiefe an, fordern aber nicht die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Zuhörers ein. Man kann dieses Album auch einfach mal so nebenher hören. Man kann ja auch einen Mouton Rothschild aus der Flasche trinken.

(Rüdiger Pater)

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Highlights

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Tracklist

  1. Apple pie
  2. My machine
  3. An autumn that came too soon
  4. Feel like this
  5. Pin eyed boy
  6. Hardcore Q3
  7. Tip toe
  8. Every Christian lion hearted man will show you
  9. Lay down
  10. Balloon?
  11. The licker's last leg
  12. Built in a bottle

Gesamtspielzeit: 54:12 min.

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