Beastie Boys - The mix-up

Beastie Boys- The mix-up

Capitol / EMI
VÖ: 22.06.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Still communication

Die schlechte Nachricht zuerst: Zeilen wie "Open up your ears and clean out your eyes / If you learn to love you're in for a surprise / It could be nice to be alive" lassen sich auf "The mix-up" nicht finden. Und auch nach einem Kaliber wie "Heart attack, Heart attack man / Spend all your money on your health insurance plan" wird man vergeblich suchen. Nein, dieses Album ist das erste Beastie-Boys-Album, welches nicht mit Zeilen aufwarten kann, die, wenn schon nicht für die Ewigkeit, so doch mindestens für jede Hauswand des Planeten getextet wurden. Genauer gesagt haben Adrock, MCA und Mike D die Lyrics dieses Mal komplett weggelassen. Damit wäre die schlechte Nachricht auch schon abgehakt und der geneigte Leser hat nun einen kurzen Moment, um durchzuatmen und sich der eben angesprochenen Tatsache bewusst zu werden: Ein Instrumental-Album!

Aber jetzt mal ehrlich, ein Grund um sich von der Manhattan Bridge zu stürzen, ist das noch lange nicht. Schließlich haben die Beastie Boys auch schon auf ihren Vorgängeralben rein instrumentale Tracks gedroppt. "Check your head" hatte da zum Beispiel die reinrassige Funkrock-Nummer "In 3's", welche nur einen der vielen Beweise antrat, dass die Beastie Boys genau das verkörperten, was man für gemeinhin als Crossover zu bezeichnen wusste. Zumindest als das noch kein Schimpfwort war. Auch "Ill communication" hatte ein paar wortlose Nummern, gut in Erinnerung ist noch "Eugene's lament", in dem sich die drei MCs mit Buddha und Jahwe an einen Tisch setzten und zu einer osteuropäischen Geige ordentlich einen durchzogen. "The mix-up" versucht in etwa dort anzusetzen, verbindet instrumentale Parts mit Samples und beweist endgültig, dass die drei Herren nicht nur starke MCs sind, sondern mittlerweile auch verdammte Könner an ihren Instrumenten. Logisch, früher oder später mussten sich die vielen Gigs ja auszahlen. Allerdings offenbaren die drei Vollblut-New-Yorker auch eine Wahrheit, die sich bislang in dieser Form noch nicht aufgetan hatte.

Die Beastie Boys leben zu keinem geringen Teil von ihren Stimmen. Jedes der drei Organe erkennt man vier Meilen gegen den Wind, vor allem Adrocks Stimme dürfte wohl so ziemlich jedem, ob bewusst oder unbewusst, bekannt sein. Zu dumm deshalb, dass weder er noch seine beiden Bandkollegen auch nur eine Silbe auf dem Album verlauten lassen. Manche Tracks wirken schließlich ohne Lyrics recht nackt und andere wiederum schreien förmlich nach einem MC. "Off the grid" ist äußerst rockig und hätte genug Potential, um als nächste Single durchzugehen. Und "Freaky hijiki" ist genau der Track, den sich jeder bekiffte New Yorker Bus-Passagier in seinen Musikplayer wünscht. Leider ist "The mix-up" dennoch das erste Album, welches eben nicht unverwechselbar Beastie Boys ist. Ohne Frage, es läuft unglaublich flüssig durch und lädt ein, auch mehrmals hintereinander auf Rotation zu gehen. Nur: Wie soll man sich bitte damit abfinden, ein reguläres Beastie-Boys-Album unter "Easy listening" suchen zu müssen?

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Freaky hijiki
  • Off the grid

Tracklist

  1. B for my name
  2. 14th St. Break
  3. Suco de tangerina
  4. The gala event
  5. Electric worm
  6. Freaky hijiki
  7. Off the grid
  8. The rat cage
  9. The melee
  10. Dramastically different
  11. The cousin if death
  12. The kangaroo rat

Gesamtspielzeit: 42:24 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Peechee
2007-06-29 23:16:44 Uhr
Diese Art von Musik taugt mir immernoch viel mehr als die letzte Platte "To the 5 Boroughs", die imo die schlechteste Beastie Boys Platte ist.
dorsch
2007-06-26 12:43:34 Uhr
@klostein die sagen mir eher zu;) aber gut... Die Beasties haben live 2 oder 3 gespielt, kam wirklich ganz gut rüber. Warm werd ich mit dem Album aber immer noch nicht.
KingAdRock
2007-06-26 10:37:58 Uhr
Wo krieg ich das her?
Sidekick
2007-06-26 00:14:28 Uhr
Genauso.

Wenn man neues Beastie Boys-Futter braucht, empfiehlt sich "New York state of mind" von DJ Green Lantern, einem grandiosen Mixtape, vermutlich dem besten meiner Sammlung.
KingAdRock
2007-06-25 16:03:59 Uhr
Mich würde interessieren, wie der Rezensient die "from in sound..." bewertet hätte. Dann kann man das Urteil besser einordnen.
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