Speaker Bite Me - Action painting

Speaker Bite Me- Action painting

Morningside / Cargo
VÖ: 22.06.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Trimm Dich

Erinnern Sie sich an "From where no one belongs, I will sing ... " von Jomi Massage? Taumelnde Selbstzerfleischung und dramatische Mollakkorde? Der nachträgliche Soundtrack zum absurden Karrikaturenstreit? Vermutlich nicht. Dann sei noch einmal dringlich auf das großartige Album der Dänin hingewiesen. Ebenfalls prima: "Action painting" von Speaker Bite Me, bei denen Signe Høirup-Wille Jørgensen unter ihrem bürgerlichen Namen für Gurren, Jauchzen und Hauchen verantwortlich ist. Statt nach den der Extremen ganz weit draußen sucht der Vierer im Verbund nach Verknüpfungen, nach Kontinuität, nach dem inneren Zirkel.

Und so kreiselt "Action painting" munter vor sich her. Natürlich passt der Albumtitel prima zu diesen schwirrenden Klangschlaufen und hibbeligen Auf-der-Stelle-Grooves. Es drängt sich der Gedanke an biegsame Hüften und elastische Fasern auf, wenn "Fistful of air" um synthetische Bläser und Hypnosemetrik umhertänzelt oder in "Crazy horse" zur strengen Vorlage außer Atem kommt. Selbst dort, wo sich die Rhythmusfraktion Exzentrik erlaubt, laufen die merkwürdigen Geräusche nicht aus dem zuvor festgelegten Spielfeld. Alle Zickigkeiten folgen willig dem Beat. Sogar dorthin, wo man sich fragt, ob die Taktgeber nicht gerade den Verstand verloren haben. Und durch "Landscapes are changing themselves" weiß man dann endlich, warum Speaker Bite Me nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Die sind ihnen geradewegs in den Song geplumpst.

Aber immer wieder hat Jørgensen ein paar laszive Melodien und entspannte Traumtänzereien übrig. "Leave this world behind / All free." Vielleicht lässt die nervöse Chromatik von "Touch me tiger" deswegen die Freiheitsstatue explodieren. Egal. Mal ist die Versponnenheit von "Action painting" von Hand aus der Steckdose gepflückt, mal beschwört das bereits erwähnte "Landscapes are changing themselves" die Lebendigkeit der Natur mit der sterilen Methodik der Achtziger. Dann schweben im dunklen "Bongo bizarre" plötzlich ein paar Zeilen aus Pink Floyds "Wish you were here" vorbei, und der Quasi-Neptunes-Beat, der dem ollen Hippieschlager "Where have all the flowers gone?" neues Leben eininhaliert, geht sogar noch einen Schritt weiter. Immer wieder stehen sich Krautrock, Dub, Indieschrammelei und Roboterfunk gegenseitig im Weg. Doch je absurder hier die Bruchstücke in Einzelsongs eingesperrt wurden, desto schlüssiger wird die Versuchsreihe von Speaker Bite Me. How Scandinavian of them.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Bongo bizarre
  • Landscapes are changing themselves
  • Where have all the flowers gone?
  • Teach me tiger

Tracklist

  1. Fistful of air
  2. Crazy horse
  3. Belle de boskoop
  4. War is over
  5. Bongo bizarre
  6. Landscapes can move themselves
  7. Where have all the flowers gone?
  8. Whataboutyou
  9. Teach me tiger
  10. Seagulls chasing cars
  11. Balcony girls

Gesamtspielzeit: 48:26 min.

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