Rothko - Eleven stages of intervention

Rothko- Eleven stages of intervention

Bip_Hop / Cargo
VÖ: 25.05.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Abstraktion und Irrlicht

Für manchen Musiker ist Stille der natürliche Feind. Das Gefühl, überflüssig zu sein. Klang gewordenes Hartz IV. Oder eben gerade nicht, weil der Klang ja auch mal Pause zu haben hat. Vielleicht ist deswegen manche Musik so laut und hektisch. Mark Beazley von Rothko ist da allerdings viel entspannter. Was auch viel besser zur Musik seiner Band passt, die sich nicht umsonst nach dem russisch-amerikanischen Maler Mark Rothko benannt hat. Der war einer der bedeutendsten Repräsentanten des abstrakten Expressionismus. Und so, wie der eine Rothko monochrome Farben wie Bauklötze übereinander stapelte, malen die anderen Rothko ihre Bilder eben mit Klängen. Und den Pausen dazwischen.

Beazley überfrachtet auch auf "Eleven stages of intervention" seine Klänge nicht mit symbolischen Taktwirren oder komplexen Harmonien. Er lässt sie passieren. So abstrahieren sie sich fast von allein, wenn zwei Bässe, ein paar Streicher, einzelne Gitarrensaiten und eine Handvoll Percussion echten Mut zur Lücke beweisen. "Say something to someone" gönnt sich ein wenig zurückgenommene Euphorie, in "give.every.thing" darf der Bass eine melancholische Geschichte erzählen, durch "Tell your story to the wind" und "Weather every storm" weht eine sanfte Brise.

Überhaupt finden sich die Aufforderungen der zehn Songs erstaunlich genau in der Musik wieder. Was anfangs so beiläufig und unverbindlich wirkt, könnte also doch handfester sein als ursprünglich vermutet. Wer sich jedoch versichern will und danach greift, fasst ins Leere. Transparenz. Körperlosigkeit. Transzendenz. Wenn der Nachhall der Instrumente sich langsam in der Stille ihrer Umgebung ausbreitet und die Einzelnoten flackernd Kontakt miteinander aufzunehmen scheinen, beschleicht einen ein leises Gefühl von Magie. Vielleicht ist sie die im Albumtitel angeführte elfte Stufe. Doch auch dies bleibt genauso ein Gerücht wie das Flüstern der Klänge. Und so wandeln Rothko einen alten Spruch ihres Namensgebers über die Malerei ab: Musik muss geheimnisvoll sein.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Say something to someone
  • give.every.thing
  • Sit in silent thought
  • Watch the black sun fade

Tracklist

  1. Say something to someone
  2. give.every.thing
  3. Tell your story to the winds
  4. Be invisible
  5. Place a star up in the sky
  6. Weather every storm
  7. Break the cycle of sorrow
  8. Sit in silent thought
  9. Watch the black sun fade
  10. Light a lantern on the water

Gesamtspielzeit: 42:22 min.

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