Erasure - Light at the end of the world

Erasure- Light at the end of the world

Mute / EMI
VÖ: 18.05.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Körper, Seele, Geist

Warum denn auch nicht Essen? Dieses Ruhrgebietjuwel mit Montanindustrie und jede Menge dampfender Schornsteine. Warum nicht dort die Loveparade veranstalten, nachdem Berlin nun also endgültig genug hat von Parkpinklern und Technoschmuse? Allzu böse ist, wer hinter dem Ortswechsel einen gesunkenen Stellenwert der fröhlichen Tanzbewegung vermutet. Nein, selbst angejährte Dance-Veteranen wie Erasure bleiben ja ihrer Musik treu und stecken nun gar mal wieder ein neues Album zusammen.

Ganz so zentral bei der Liebesparade wären Andy Bell und Vince Clarke mit ihren elektronischen Poptracks natürlich sowieso nicht platziert, eher randlich im Bereich der schützenswerten Exemplare. Denn nach 22 Jahren musikalischen Schaffens verdient der rundliche Musikerbauch natürlich Rücksichtnahme und liebevolle Pinselei. Die verteilt das Duo ja auch selbst: Harmonietracks direkt im Sinne der weißgekleideten New-Age-Ära. "Light at the end of the world" nennt sich der Output. Alles wird gut, für alle, mindestens am Schluss. Keine Sorge.

Musikalisch darf der Synthie dick in Achtziger-Träumen schwelgen, wie es der Opener "Sunday girl" oder die Single "I could fall in love with you" vormachen. Songs, die prädestiniert scheinen, als Handyklingelton zu enden oder von fleißigen Fans als Midimelodien nachbebaut zu werden. "Storm in a teacup" und das verhaltene "Golden heart" bringen dagegen schicke Lounge-Atmosphäre, während das Herz stets vor Liebesblinkern überquillt und Andy Bell sich allzu rührend klassischem Pathos ergibt.

Aufgrund all der intergalaktischen Schellereien mag sich ja manch einer an die bunten Bilderchen aus den Wachturm-Heftchen erinnert fühlen. Strahlendes Reh steht neben zufriedenem Jüngling, und im Hintergrund erhebt sich der allumfassende Astralnebel der Ganzheitlichkeit. Nunja, Love, Peace and Harmony aus den Zeiten der Neunziger eben. Jedem das seine, und wenn selbst etwas derart Gräuliches wie die Stadt Essen dann letztendlich in freudigen Farben erstrahlen wird, dann mag man ja auch diesen esoterischen Idealen etwas Berechtigung zusprechen.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Sucker for love
  • Golden heart

Tracklist

  1. Sunday girl
  2. I could fall in love with you
  3. Sucker for love
  4. Storm in a teacup
  5. Fly away
  6. Golden heart
  7. How my eyes adore you
  8. Darlene
  9. When a lover leaves you
  10. Glass angel

Gesamtspielzeit: 39:16 min.

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