1990s - Cookies

1990s- Cookies

Rough Trade / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 08.06.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

You could have it so much better

Als Jackie McKeown die Brocken bei seiner Band Yummy Fur hinwirft, dreht diese erst richtig am Rad. Fortan nennt sie sich Franz Ferdinand und schreibt ein kleines bisschen Musikgeschichte. Die Reaktionen McKeowns, so wird überliefert, setzen sich aus wilden Drogenexzessen und Alkoholsucht zusammen. Was wiederum Michael McGaughrin sehr gut gefällt. Dieser genießt die Annehmlichkeiten gleicher Lebensumstände und geht mit McKeown eine Liaison ein, die neben dem kunterbunten Pillenwerfen durch nicht näher bekannte Umstände auch zum gemeinschaftlichen Musizieren führt. Der Rock'n'Roll ist eben eine Zecke.

Und weil Bands mit selten dämlichen Namen wie etwa 1990s in Großbritannien kein langes Dasein im Untergrund fristen müssen, sondern schnell zum feuchtfröhlichen Jubilieren animieren, zeichnet sich die Geschichte der mittlerweile durch Jamie McMorrow zum Trio herangewachsenen Gruppe auch wie ein roter Strich auf dem Union Jack ab. Konzerte mit den Babyshambles, den Kaiser Chiefs oder The Strokes erfüllten eben darum genau diesen Image bringenden Zweck, den das Kollektiv der britischen Jugendlichen mit jedem Atemzug inhaliert. 1990s also. Der nächste Stern am flutlichthellen Himmel des musikalischen Abendlandes.

Tatsächlich geht es auf "Cookies" ans Eingemachte. Oder zumindest an die Essenz dessen, was die üblichen Verdächtigen zu verkaufsträchtigen Rezepturen heranreifen lassen konnten. Knackige Rhythmen, kantige und ziemlich tanzbare Gitarrenriffs, zudem unverschämt eingängige Melodien, angereichert mit einer Überdosis "Ba-Ba Ba"s, "La-La-La"s und "Uh-Uh-Uh"s. Dass die Texte ziemlich schlüpfrig, ordinär und spitzbübig sind, gehört ebenso zur Konfiguration der 1990s, wie der immense Aufwand der pophistorischen Zitateverwurstung. Das hübsche "Arcade precinct" zum Beispiel muss da genannt werden, das ohne Lou Reeds' "Walk on the wild side" niemals seinen Weg auf "Cookies" gefunden hätte. Oder auch das herausragende "Weed", das sich an den Küsten des Atlantiks von New York bis London alles einverleibt, was die Fingerspitzen berühren können. Trotzdem nicht zu überhören: Bei McKeowns ehemaligen Kollegen wurde die musikalische Selbstbedienung längst zur ungleich höheren Kunstform erhoben.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Arcade precinct
  • Weed

Tracklist

  1. You made me like it
  2. See you at the lights
  3. Cult status
  4. Arcade precinct
  5. Switch
  6. Enjoying myself
  7. You're supposed to be my friend
  8. Pollokshields
  9. Risque pictures
  10. Weed
  11. Thinking of not going
  12. Situation

Gesamtspielzeit: 36:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Sick
2007-11-16 22:18:15 Uhr
Geile Platte, sehr bescheidene Rezension.
Armin
2007-07-11 19:50:38 Uhr
das Glasgower Trio mit dem prägnanten Namen 1990s wird seit Monaten nach einigen grossartigen Singles und begeisternden Liveshows auf der Insel gehypt, wie nur wenige Newcomer. Wobei nicht zuletzt die musizierende Kollegenschaft von dieser Band schwärmt: Ob nun Sängerin Beth von den Gossip, Kate Jackson von den Long Blondes, die befreundeten Franz Ferdinand oder die Klaxons sowie Kaiser Chiefs. Mit solchen Fans kann man ja nichts falsch machen........

Inspiriert sind Songs wie die Single-Hits „You Made Me Like It“, „Your Supposed To Be My Friend“ und „See You At The Lights“ – allesamt auf dem gerade erschienen Debüt „Cookies“ enthalten – von den Velvet Underground, Fall, frühen Stones und Jonathan Richmans “Modern Lovers”.

Entstanden ist das Trio um Sänger und Gitarrist Jackie McKeown im Sommer 2005 aus der Asche der Band The Yummy Fur, bei denen auch die Kollegen Alex Kopranos und Paul Thompson zugange waren, ehe sie eine Band namens Franz Ferdinand gegründet haben.

Nach einer Zeit in der Begleitband von Damo Suzuki (legendärer Ex-Sänger der nicht minder bekannten Kölner Krautrock-Legende Can), Kontakten mit Geoff Travis (Rough Trade), etlichen Liveshows und drei Hitsingles steht als vorläufiger Höhepunkt das Album „Cookies“, der „Launebringer der Saison“, so Thomas Weiland in seiner begeisterten Kritik im „Musikexpress“ (Juni 2007): „Cookies ist eine Platte, die sofort überwältigt, alles über den Haufen wirft und in der Szene womöglich einen Neustart erforderlich macht.“ Freuen wir uns auf fünf packende Konzerte im September.

Mehr Infos unter www.1990s.tv



1990s

Di 18.09.2007 Stuttgart-Schocken
Mi 19.09.2007 München-Backstage (mit Shout Out Louds, The Concretes)
Do 20.09.2007 Osnabrück-Kleine Freiheit EUR 9,00
Fr 21.09.2007 Frankfurt-Batschkapp (Iditot Ballroom)
Sa 22.09.2007 Berlin-Lido (Karrera Klub) EUR 10,00

kelle
2007-06-28 13:24:54 Uhr
Hier ein aktuelles Interview von den großartigen 1990s. Jackie über die Ex-Bandkollegen und heutigen Franz Ferdinand-Mitglieder Alex Kapranos und Paul Thompson, über die Glasgower Art Rock-Szene und das Debütalbum "Cookies".

Checkt also folgenden Link:

das interview
Johnny
2007-06-09 20:57:32 Uhr
Neue Band aus UK wieder mal, Single klingt ein bißchen wie Blur.

1990s.tv
http://myspace.com/1990sband
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