Grand Theft Audio - Blame everyone

Grand Theft Audio- Blame everyone

London / EastWest / Warner
VÖ: 23.04.2001

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schuldfrage

Wummernde Bässe, kreischende Gitarren, engagierte Slogans, stampfende Rhythmen - Grand Theft Audio machen ihrem Namen alle Ehre. Statt nur von Inspiration oder Anlehnung zu reden, haben sie den Diebstahl direkt im Bandnamen fixiert. Daß die einzelnen Bestandteile von "Blame everyone" wie nicht mehr allzu frisch aus dem großen Selbstbedienungsladen Rock entlehnt klingen, liegt aber nicht nur an fehlender Frischhaltefolie.

Grand Theft Audio donnern uns nämlich ein abgestandenes Gebräu zwischen Punk, Rave und BigBeat um Ohren. Trotz des Verschnitts mit fragwürdigen Konservierungsstoffen wie Stadionrockismen und Plastiksoul fängt auch derlei Eingemachtes irgendwann an zu schimmeln. Solchermaßen leidlich inspirierte Klänge hätten Gehörgänge mit Anstand eigentlich längst zurecht in den Ausguß der Vergessenheit gekippt. Schon die Glanzzeiten der erkennbaren Vorbilder liegen Jahre zurück. Die musikalischen Nicht-Ideen lagern bereits dermaßen lange auf Halde, daß die Notwendigkeit einer Endlagerung auf dramatische Weise deutlich wird. "Blame everyone" erweist sich als ähnlich unterhaltsam wie ein Castor-Transport.

Dabei handelt es sich bei den Briten keineswegs um strahlende Frischlinge. Die Zusammenarbeit mit Bands wie 3 Colours Red oder EMF steht ebenso auf ihrer Referenzliste wie gemeinsame Touren mit Papa Roach und Amen. Der vermutete Tritt in die Fresse entpuppt sich aber dennoch als lahmes Gefuchtel. Wenn leere Worthülsen und abgestandene Riffs mit längst pensionierten Drumloops um die Wette flattern, stellt sich der Wunsch ein, die Audiodiebe hätten die Lautsprecher gleich mit entwendet. "Wir wollten eine Platte machen, die die Leute entweder inspiriert oder die sie nie wieder hören wollen", sagt Frontmann Jay Butler über "Blame everyone". Wir entscheiden uns für letzteres.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Stoopid ass

Tracklist

  1. Death to the infidels
  2. We luv U
  3. Stoopid ass
  4. Rock the house
  5. Wake up
  6. Grey, black & white
  7. As good as it gets
  8. Drugs and girls
  9. Avarice
  10. Dead man leaving

Gesamtspielzeit: 47:05 min.

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