Malia - Young bones

Malia- Young bones

Va Savoir / Epic / Sony BMG
VÖ: 25.05.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Für Sie

Wo schaut der ernsthaft interessierte Mensch zuletzt nach, wenn er sich über Musik informieren will? In der Bravo der kleinen Schwester? In der Fernsehzeitung? Im Webangebot eines Hamburger Politmagazins? Natürlich nicht. Jedenfalls gäbe das niemand öffentlich zu. Und wie bekommen wir jetzt ohne Schaden für das Image von Plattentests.de das Wissen unter, dass ausgerechnet die 'Brigitte' wohlwollende Worte für eine Künstlerin übrig hat, die auch hier den Daumen nach oben zeigen lässt?

Selbst die übliche Ausrede mit dem Wischzettel der Plattenfirma passt hier nicht so recht. Schieben wir's also aufs Netz - wie immer, wenn sonst nix geht. Doch Frauenzeitschriftsleserinnenmusik hin, Promogeschwafel her - sobald Malia erst einmal lossingt, hat einen diese Stimme am Wickel. "Mr Candy" besitzt eine schwüle Zerbrechlichkeit, die nach Tabaknebel, Holzplanken und reifem Bourbon riecht. Jazziger Soul, souliger Jazz. Wo die große Billie Holiday so nah ist, rückt der Loungepop von Norah Jones und anderen in angenehme Ferne.

Anders als beim bluesrockigen Vorgänger "Echoes of dreams" hat André Manoukian der Ostafrikanerin für "Young bones" ein paar samtige Songs gebaut, in denen sich Malias Verse räkeln, strecken und bekuscheln können. "Two fugitives" erweckt die dunkle Eleganz einer Nina Simone, der knisternde Beat von "Wonderland" taucht unter Klavier und Kontrabass ab, und im Bossa-Groove von "City promises" kitscht plötzlich ein neckisches "White Christmas"-Zitat. Und mittendrin überrascht dann nicht mal das zärtliche Cover von Radioheads "No surprises".

In den Arrangements ist zwar nur selten Platz für wenigstens einen Hauch von Malias malawischen Wurzeln, doch den zusätzlichen Raum für ihre Stimme nutzt sie eindrucksvoll. Wo andere hilflos zum effektheischenden Vibratogejodel greifen, kann sich Malia wie im sinistren "Richer than Bill Gates" auf das samtene Kratzen ihrer Stimme verlassen. Das Maximum an Intensität bekommt dieses Gefühl aber im treibenden Folkblues von "The little black bird" ab. Aus nagenden Zweifeln wird hier eine echte Kraftquelle. Da ist es dann auch egal, dass "Young bones" auch von Brigitte-Leserinnen gehört wird.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Two fugitives
  • No surprises
  • Richer than Bill Gates
  • The little black bird

Tracklist

  1. Mr Candy
  2. Two fugitives
  3. Wonderland
  4. City promises
  5. Paul Kee
  6. No surprises
  7. Rainbow
  8. Plus je t'embrasse
  9. Salmon coloured man
  10. Richer than Bill Gates
  11. The stem, the thorns and the rose
  12. The little black bird
  13. Young bones

Gesamtspielzeit: 46:22 min.

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User Beitrag
wintersonne43
2007-07-15 10:41:53 Uhr
hat jemand den liedtext zum album "young bones"....."""no surprises""" ????
Oliver Ding
2007-06-04 12:58:53 Uhr
Siedelt manchmal vielleicht für manchen Geschmack zu Nah am Kitsch bzw. am Kaffeehaus-Easy-Listening, aber die Stimme reißt alles raus. Irgendwo in der sanften Mitte zwischen Macy Gray, Tasmin Archer und Norah Jones, falls man eine Vorstellung braucht.
afromme
2007-06-04 12:55:06 Uhr
Da schließe ich mich an :-)
floesn
2007-06-03 22:53:39 Uhr
Tolle Rezension. Also ich kenne das Album (noch nicht), bin aber recht gespannt. Die beiden Myspace-Songs. Klingen toll. Dank an Oliver für den Tipp :-)
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