Perry Farrell's Satellite Party - Ultra payloaded

Perry Farrell's Satellite Party- Ultra payloaded

Columbia / Sony BMG
VÖ: 01.06.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

High society

Auch nach der eher enttäuschenden Jane's-Addiction-Reunion und der erneuten Auflösung der Band vor drei Jahren steckt der Grand Signor des amerikanischen Alternative Rock seinen Kopf nicht in den Sand. Mit seiner Angetrauten Etty Lau, dem früheren Extreme-Gitarristen Nuno Bettencourt sowie Kevin Figueiredo und Carl Restivo ist Perry Farrell nun unter dem Namen Satellite Party unterwegs. Zu deren Debütalbum "Ultra payloaded" können jetzt all jene mitfeiern, die idealerweise eine positiv-enthemmte Grundstimmung mit einem Bewusstsein für allgegenwärtige Probleme wie der globalen Erwärmung zu vereinen wissen. Das Credo von Perry Farrell's Satellite Party könnte dementsprechend "Leidenschaft meets Aktivismus" lauten, was zwar etwas an Hippietum erinnert, aber angesichts des ewigen Fingerzeig-Gerockes und dummen Geschwätzes von Musikbiz-Millionären à la Rage Against The Machine gar nicht mal so unsympathisch rüberkommt.

Neben dem Zeremonienmeister selbst sind auf Perry Farrell's Satellite Party erwartungsgemäß einige mehr oder weniger illustre Gäste anzutreffen. Die erste Single "Wish upon a dog star" lebt von dem prägnanten Bass-Riff, welches Joy-Division-/New-Order-Bassist Peter Hook in seinem Visitenkarten-Sound beisteuert. Etwaige Befürchtungen, dass Bettencourt hier am Ende vielleicht alles zududeln könnte, sind damit erst mal aus dem Weg geräumt. Dass die auf dem Cover ebenfalls groß angekündigte Fergie vom Hip-Hop-Stadl Black Eyed Peas fast gar nicht zu hören ist, kommt einer zweiten Entwarnung gleich. Wenn man Farrells Organ sowieso schon immer mochte, macht so ein Vorglüher erst recht Lust auf mehr, und die Party kann steigen. "Only love, let's celebrate" bekräftigt dies im nächsten Akt zwar explizit, aber leider auch mittelmäßig. Die Chilischoten Flea und John Frusciante würzen das folgende "Hard life easy" gerade mal so, dass dieses Stück auch auf deren "Mother's milk" nicht weiter aufgefallen wäre. Dagegen, dass uns Lebensberater Farrell mahnt, anstatt verklemmt manchmal ein wenig "Kinky" zu sein, ist generell nichts einzuwenden, nur warum das dann ausgerechnet an die späten Filter erinnern muss, bleibt schleierhaft?

Ziemlich schnell wird klar, dass "Ultra payloaded" das hohe Niveau des Openers auf Albumlänge nicht halten kann. Richtig die Laune verdirbt einem das Album aber zum Glück nie. Die orchestrale Ballade "Awesome" sowie das zurückgelehnt groovende "Mr. Sunshine" oder das fluffige "Milky ave." werden sicherlich ihre Freunde finden. Als Rausschmeißer gibt’s noch das clubbige "Woman in the window", das mit einer bislang unveröffentlichten Gesangsaufnahme von Jim Morrison aufwarten kann. Leider ist der Song nicht halb so interessant wie die Vorstellung, was Morrison wohl dazu gesagt hätte, sich in dieser Runde wiederzufinden. Unterm Strich wäre es schön gewesen, wenn Farrell - anstatt mit seinem durchaus lobenswerten, idealistischen Künstlercharme - mal wieder auf musikalischer Ebene einen Volltreffer gelandet hätte. "Ultra" versprochen, Mittelmaß gehalten.

(Martin Stenger)

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Highlights

  • Wish upon a dog star
  • Hard life easy
  • Milky ave.

Tracklist

  1. Wish upon a dog star
  2. Only love, let's celebrate
  3. Hard life easy
  4. Kinky
  5. The solutionists
  6. Awesome
  7. Mr. Sunshine
  8. Insanity rains
  9. Milky ave
  10. Ultra-payloaded satellite party
  11. Woman in the window

Gesamtspielzeit: 47:20 min.

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