Clutch - Pure rock fury

Clutch- Pure rock fury

Atlantic / Warner
VÖ: 02.04.2001

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das große Déjà-vu

Gitarren heulen, ein Bass knurrt angriffslustig und Drums pumpem stoisch einen passenden Rhythmus. Dann drängt sich eine dunkle, sehr erwachsene Stimme ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dem Titel ihres Albums "Pure rock fury" werden Clutch oberflächlich gehört zunächst durchaus gerecht. Das Ding geht nach vorne und kracht allenthalben ganz ordentlich. Für die pure Wut sind einige Stücke zwar etwas zu zurückgelehnt, allerdings sollte man hier wohl keine New-Metal- oder Hardcore-Bands als Referenz heranziehen. Clutch waten mit beiden Beinen knietief in den Siebzigern und damals war man eben auch in der Wut etwas relaxter.

Das Problem dieses Albums liegt eindeutig nicht in seiner Retro-Ausrichtung. Kaum jemand wird bei einem solchen Album mangelnde Innovationsfreude bemängeln. Clutchs "Pure rock fury" allerdings klingt, als habe das Gitarrenlehrbuch "100 geile Bluesrocklicks" während der Aufnahmen immer griffbereit gelegen. Auch die Arrangements klingen wie die musikalische Entsprechung zu "Malen nach Zahlen". Zu der Beliebigkeit eines Großteils dieser Platte sind auch noch ein paar musikalische Totalausfälle zu beklagen. Der Titel "Careful with that mic..." ist treffend gewählt, wurde aber leider nicht beherzigt. Rocksänger wie Neil Fallon, die den Begriff des Flow im Musikkontext nicht kennen, sollten sich nicht an Sprechgesang versuchen. Auch "Drink to the dead" mit seinem hymnischen Refrain hat einen seltsamen Geschmack: Hätten Queen versucht, mit einem heiseren Freddy Mercury Irish Folk zu spielen, hätte es vermutlich nicht so geklungen. Schlimm ist es trotzdem.

Im Grunde haben Clutch dennoch keine richtig schlechte Platte abgeliefert. Sie ist nur etwas vorhersehbar und dadurch letztlich nicht nur ein bißchen langweilig. Allerdings ist auch "Pure rock fury" nicht frei von Höhepunkten. Diese erinnern allerdings allesamt ein wenig an Großtaten anderer Leute und erstrahlen im Glanz ihrer großen Brüder. Plagiarismus muß man Clutch deswegen zwar nicht vorwerfen, da die Ähnlichkeiten eher im Groove oder in der Atmosphäre der Songs, nicht im dreisten Riff-Klau, zu suchen sind. Von Pothead kam beispielsweise mehr als nur eine fette Tüte und auch Jimi Hendrix' "Crosstown traffic" wurde beliehen. Nur richtig eigenständig klingen Clutch fast nie. Zähe Gitarrensoli und Instrumentalparts, die wohl psychedelisch gemeint sind, aber nur dröge rüberkommen, tun ihr übriges. So bleibt das Versprechen "Pure rock fury" ein Lippenbekenntnis.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Open up the borders
  • Smoke banshee
  • Spacegrass (live)

Tracklist

  1. American sleep
  2. Pure rock fury
  3. Open up the border
  4. Careful with that mic...
  5. Red horse rainbow
  6. The great outdoors!
  7. Smoke banshee
  8. Frankenstein
  9. Sinkemlow
  10. Immortal
  11. Brazenhead
  12. Drink to the dead
  13. Spacegrass (live)

Gesamtspielzeit: 61:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
vanhardenbroek
2002-12-26 21:32:18 Uhr
Nein eigentlich nicht
Kerstin
2002-12-25 18:48:24 Uhr
Hallo...

Bist du Clutch-Fan und würdest gerne das Album "Pure Rock Fury" -incl. Autogramme auf dem Cover- von ihnen besitzen?
Dann meld dich hier oder am besten direkt bei mir - littleSomeone@uboot.com -

so long

*K*
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