This Et Al - Baby machine

This Et Al- Baby machine

Strange Ways / Indigo
VÖ: 25.05.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nicht auf der Gästeliste

Als die britische Journaille verkündete, dass This Et Al das Erbe von Bloc Party antreten würden, dürfte anfangs niemand wirklich überrascht gewesen sein, war es doch schließlich nur eine Frage der Zeit, bis sich irgendwo ein neues Licht am Horizont der britischen Musikszene auftut. "Baby machine" hat das Quartett aus Leeds sein Debüt betitelt und damit auch gleich die eine oder andere Lorbeere eingeheimst. Dass die Band ziemlich positive Resonanz mit ihrem Werk erhalten hat, verwundert übrigens auch nicht weiter, klingt "Baby machine" doch wie ein Konglomerat aus B-Seiten von illustren Kollegen wie ¡Forward, Russia!, Editors, Make Good Your Escape und natürlich Bloc Party höchstpersönlich. Dass das verdammt hohe Organ von Frontmann Wu haargenau wie das von Kele Okereke krakeelt, ist die eine Sache, dass aber Songs wie "Wardens" oder "You've driven for miles (and not remembered anything)" dreiste 1-zu-1-Kopien sind, ist sicher nicht der Natur anzukreiden.

Zugegeben, was sie da machen, machen sie mit den richtigen handwerklichen Mitteln: Im Pathos ausufernde Refrains paaren sich mit rudimentären Gitarrenmotiven, die in hohem Tempo um die Drums kreisen und Tanzbarkeit suggerieren. Dass das erfolgreich sein kann, ist nicht zu bestreiten, dass es von hoher Individualität oder Talent zeugt, hingegen schon. Natürlich könnte man jetzt anmerken, dass auch Bloc Party nicht den Anfang von allem darstellen und This Et Al vielleicht einfach die selben Einflüsse hatten. Ein Song wie "Can you speak European?" entkräftet jedoch auch dieses Argument, klingt er doch derart nach "A weekend in the city", dass man fast wieder darüber schmunzeln möchte. Allerdings darf sich Kritik an This Et Al nicht nur auf den Nachweis von Plagiarismus festlegen, sondern muss auch die regelmäßige Langeweile beschreiben. Seien es die völlig uninspirierte Mitte des Albums oder das Finale in Form von "Pigs make children sick". Komischerweise schaffen es ausgerechnet die beiden Bonus-Tracks, ein wenig Talent heraushorchen zu lassen, indem sie wie "(The tale of) Frosty Jackson" auf Mogwai machen und Sänger Wu einfach mal die Klappe halten lassen.

Aber das kann auch nicht mehr vertrösten. Nicht nur, dass es schwer möglich ist, einen Unterschied zwischen dem großen Rest der Songs untereinander auszumachen. Es wird auch noch insofern erschwert, sich durch dieses Album zu kämpfen, weil "Baby machine" keinerlei Melodien oder Riffs aufbietet, die im Ohr bleiben wollen. Viel zu nervös und hektisch sind sämtliche Nummern vorgetragen. Zu viel gewollt, wenig geschafft.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • (The tale of) Frosty Jackson

Tracklist

  1. The loveliest alarm
  2. Wardens
  3. Sabbatical
  4. He shoots Presidents
  5. Of national importance
  6. Cabin hum
  7. You've driven for miles (and not remembered a thing)
  8. Catscan
  9. Can you speak European?
  10. Pigs make children sick
  11. Transmit the ends
  12. The mother position
  13. (The tale of) Frosty Jackson

Gesamtspielzeit: 47:05 min.