Von Südenfed - Tromatic reflexxions

Von Südenfed- Tromatic reflexxions

Domino / Rough Trade
VÖ: 18.05.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

What's that noise?

Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es eigentlich die verdammt noch mal naheliegendste Kombination. Obernörgler Mark E. Smith und die Klangkaputtnicks von Mouse On Mars. Vor Jahren hat Smith ja schon Coldcuts "(I'm) In deep" vermasselt und gezeigt, dass er auch Elektronik klein bekommt. Da war es nach einem Treffen mit Jan St. Werner und Andi Toma abgemachte Sache, die Hörerentnervung als gemeinsame Sache anzugehen.

Nun ist Smith natürlich auch als Maulaufreißer für die von mancher Seite gar als "Supergroup" apostrophierten Von Südenfed immer noch der unausstehlichste Egozentriker around. Seine Mitstreiter rauszuwerfen ist bei ihm ein natürlicher Reflex - nur wäre es dann Schicht gewesen mit dem gemeinsamen Projekt. Und so haben sich Werner und Toma gar nicht erst aus der Unruhe bringen lassen, sondern weitergebastelt. Ist eh alles zerbeult auf "Tromatic reflexxions", da stören die paar zusätzlichen Kratzer nicht nur nicht, sondern machen das Ganze sogar noch schicker.

Das Gezirpe, Gewummer und Gedröhne aus den Schaltkreisen ist nämlich in etwa das Äquivalent zu Smiths rostigem Zetern. Herrlich, wie er in "Flooded" mosert, dass ihm ein daher gelaufener DJ den Job im Club streitig gemacht hätte. Das habe ihn dazu gezwungen, diesem Sven Väth den Laden unter Wasser zu setzen. So wehrt man sich angemessen. Ganz anders die kranke Single: "Fledermaus can't get it" ist in etwa so ästhetisch ist wie die abgewrackten Transen im Video und wackelt trotzdem freigiebig mit allen losen Körperteilen. Die Maus-Verwurstung "That sound wiped" blubbert die Clubs in Ibiza leer. Und der krumme Pop von "The rhinohead", in dem Smith sogar so etwas ähnliches wie singt, hat so viele Ecken und Kanten, dass man ihn glatt mit einer runden Sache verwechseln könnte.

Dass "Tromatic reflexxions" mal als Piratensender konzipiert war, auf dem alle möglichen Stilrichtungen übereinander gestapelt werden, die noch für angemessene Elternirritation sorgen können, wundert dann auch nicht mehr. Grime, Dubstep, Garage, Reggaeton, Crunk, Hyphy. Dabei sind doch alle drei schon alte Säcke. Egal, denn denen knallen hier derbe die Sicherungen durch: taumelnder E-Funk, eiternder Acid, 8-bittige Hyperventilationen. Was man für Gitarren halten könnte, sind doch nur Filtersounds, denen übel mitgespielt wurde. Und je schwungvoller sich die Beats verheddern, desto genüsslicher thront Smith über dem Durcheinander. Ist ja doch alles Punk. Die Voltmeter zucken dazu trocken im Takt. Die kennen und genießen das. Schon neidisch, James Murphy?

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Fledermaus can't get enough
  • The rhinohead
  • Speech companion/German fear of Österreich
  • That sound wiped

Tracklist

  1. Fledermaus can't get enough
  2. The rhinohead
  3. Flooded
  4. Family feud
  5. Serious brainskin
  6. Speech companion/German fear of Österreich
  7. The young, the faceless and the codes
  8. Duckrog
  9. Chicken yiamas
  10. That sound wiped
  11. Jbak Lois Lane
  12. Dearest friends

Gesamtspielzeit: 48:56 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Senior Twilight Stock Replacer
2008-05-23 23:34:44 Uhr
Chemie lernen mit Von Südenfed.
Senior Twilight Stock Replacer
2008-04-01 22:24:48 Uhr
Ist immer noch toll.
Pascal
2008-03-07 13:54:22 Uhr
Seltsamerweise erst vor kurzem drauf gestoßen. Platte klingt ja mal richtig fett. Mit das Beste was an elektronischer Musik zu haben war in dem Jahr. Und ist sogar als 180gr Vinyl zu haben...Der gute Herr Smith mit seinen so herrlich dahingerotzen Sprachfetzen, dazu wirklich verdammt rockende Elektro-Sounds, groß!
Statist
2008-02-10 01:32:58 Uhr
Push
Statist
2008-01-24 22:19:02 Uhr
Übrigens heißt das 6. Lied auf meiner CD "Speech Contamination/German Fear Of Österreich" und nicht "Speech companion/German fear of Österreich".
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