Von Spar - Von Spar

Von Spar- Von Spar

Tomlab / Indigo
VÖ: 04.05.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Zivile Unbequemlichkeit

Die Kölner Band Von Spar war im Jahr 2004 das, wovon Chefredakteure bei einschlägigen Musikmagazinen bei Tag und bei Nacht träumten. Das Album "Die unendliche Freiheit der privaten Initiative" eine in Plastik gepresste Fantasie der Schallplattenkritiker. Alles war drin. Politik, schwer verständliche Satzfragmente, ein bisschen Punk und ein paar Beats aus dem Computer. Von Spar galten als relevant, als Zeitgeist-Band und die Zeitschriften hievten sie auf ihre Titelseiten. Woher genau sich die Begeisterung speiste, ist bis heute nicht klar. Das Debütalbum bestand hauptsächlich daraus, zwischen den Gitarren und Synthesizern einige zusammenhanglose Phrasen einzustreuen. Ein Konzept gab es nicht.

Für das neue Album haben sich Von Spar anscheinend vorgenommen, alles anders zu machen. Exakt zwei Stücke enthält die CD, jeweils knapp zwanzig Minuten lang. Wo vor drei Jahren noch alles schnell gehen musste, wo alle zwei Sekunden ein Stilbruch folgen musste, da ist heute: nichts. Okay, fast nichts. Das Stück "Xaxapoya" beginnt mit leisen sphärischen Klängen, die gut auf eine dieser "Geräusche zum Entspannen"-Scheiben passen würden. Danach baut sich Schicht um Schicht das auf, was Von Spar als Antwort auf die Erwartungen an ihr zweites Album vorbereitet haben. Zunächst Trommeln, erst wenige, dann scheinen es Dutzende zu sein. Darauf legt sich nach einigen Minuten eine krächzende, sich in den unter ihr liegenden Klangebenen verlierende Stimme. Es riecht nach Krautrock-Zauberwald.

Besonders viel zu entdecken gibt es in diesem Zauberwald allerdings nicht. Von Spar haben nämlich in weiten Teilen eines vergessen: Ausufernde Stücke und ambitionierte Klangcollagen benötigen ein Mindestmaß an Spannung und Dramaturgie. Sonst wird es langweilig, und man vergräbt den Tonträger für immer in einer schlecht einsehbaren Ecke. Von Spar arbeiten sich zwar gewissenhaft durch etwa ein Dutzend Genres, darunter eben Krautrock, Fusion und Minimal Music. Überraschende, erhellende Momente sind aber selten. Diese Antwort auf den Hype ist nicht mal als Idee besonders originell.

Warum? Weil es längst nicht mehr allzu spannend ist, auf Hörererwartungen mit dem exakten Gegenteil zu antworten. Das haben schon viele Bands zuvor getan und dabei bessere Alben hinbekommen. Von Spar machen auf ihrem zweiten Album immer noch das falsch, was sie schon auf dem ersten falsch gemacht haben. "Von Spar" wirkt ähnlich konzept- und kopflos wie das erste. Nur anders. Von Spar haben sich bewusst irrelevant gemacht. Ihrer Musik hat das nicht gut getan.

(Stefan Kesselhut)

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Highlights

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Tracklist

  1. Xaxapoya
  2. Dead voices in the temple of error

Gesamtspielzeit: 40:00 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
krautrocker
2014-11-13 22:08:13 Uhr
lahme rezension, lahme wertung, super platte!
Sonja
2007-02-22 12:26:40 Uhr
duftes Video!!!
Rambo
2007-02-15 10:24:46 Uhr
Anfang Mai erscheint auf Tomlab die neue Platte von VON SPAR. Auf dieser werden sich zwei Titel á 20 Minuten mit den Titeln Xaxapoya und Dead Voices In The Temple Of Error befinden. Aufgenommen wurde in Hamburg in Zusammenarbeit mit Tobias Levin.

Zu diesem Anlass gibt es unter folgendem Link ein neues Video zur alten Platte!

http://youtube.com/watch?v=SXkCMvIDHKM

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