Powderfinger - Odyssey number five

Powderfinger- Odyssey number five

Polydor / Universal
VÖ: 09.04.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Klebrige Fingerübung

Australien, Mutterland des Pop? Nun, wem in diesem Zusammenhang statt Namen wie Kylie Minogue, Natalie Imbruglia oder Vanessa Amorosi eher solche wie INXS, Crowded House und Midnight Oil einfallen, wird dem Pop vielleicht sogar ein paar Felsen des Ayers Rock entgegenwerfen. Der neueste Felsbrocken von "down under" hört auf den Namen Powderfinger und trifft mit einer beeindruckenden Bilanz in der alten Welt ein. "Odyssey number five" hat in der Heimat bereits vierfaches Platin eingespielt, und ein Song daraus durfte sogar Tom Cruises letztjährige unmögliche Kino-Mission beschallen. "Not my kinda scene" brauchte keine großen Special Effects, um zwischen Metallica, Limp Bizkit und Konsorten zu bestehen. Zu den harten Jungs, die uns erklären, welche Länge ein Messer zu haben hat, gehören Powderfinger dennoch nicht.

Wir wissen nicht, wie groß australische Stadien sind. Wir wissen auch nicht, wie viele Känguruhs und Koalabären zu den Klängen von Powderfinger gemütlich schunkeln. Wir wissen aber sehr wohl, daß unter der Motorhaube von "Odyssey number five" jede Menge Hymnen auf den Hörer warten. Bluesrockige Breitbeiner wie "Up & down & back again", die psychedelisch angehauchten "My happiness" und "Thrilloilogy" oder das an David Bowie gemahnende "Like a dog" fließen zunächst anschmiegsam an unsere Gehörgänge heran, um sich dort einzunisten. Leider kleben sich manche Melodien dort derart fest, daß man nach einer Weile doch nach dem Q-Tip der Wahl greifen will, um sich diese in mühevoller Kleinarbeit wieder zu entfernen

Etwas mehr Zurückhaltung wie im abschließenden "Whatever makes you happy", das gerade davon lebt, daß Bernard Fanning seine wandlungsfähige Stimme lediglich über eine dezente Akustikgitarrenbegleitung legt, würde Wunder wirken. So aber kratzt sich der geneigte Hörer mehr als einmal am Kopf. Man fragt sich, ob es denn nötig war, sich bei "We should be together now" so dreist bei Trent Reznors neunzölligen Nägeln zu bedienen. Man überlegt, ob die Zeilen "These days turned out nothing like I had planned" nicht viel deutlicher zutreffen, als vielleicht beabsichtigt. Dabei ist Powderfingers "Odyssey number five" durchaus abwechslungsreich und dabei auch noch meist verdammt gut gemacht. Wäre dies anders, würde man den fehlenden roten Faden vielleicht noch schmerzlicher vermissen. Aber man besucht ja bekanntlich das Land der Aboriginees nicht, um sich dort mit Strickwaren einzudecken.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Not my kinda scene

Tracklist

  1. Waiting for the sun
  2. My happiness
  3. The metre
  4. Like a dog
  5. Odyssey #5
  6. Up & down & back again
  7. My kind of scene
  8. These days
  9. We should be together now
  10. Thrilloilogy
  11. Whatever makes you happy

Gesamtspielzeit: 45:26 min.

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  • Powderfinger (7 Beiträge / Letzter am 23.04.2014 - 17:53 Uhr)

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