Just Jack - Overtones

Just Jack- Overtones

Mercury / Universal
VÖ: 11.05.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nichts weiter

"Just Jack" ist völlig wörtlich zu nehmen, denn Jack Allsopp hat in der Tat keine Band hinter sich. Das spricht für ihn, sind doch sämtliche Tracks des Albums "Overtones" keine bescheidenen Solo-Kabinettstückchen, sondern verdammt selbstsicher vorgetragene Popowackler, die sich selbst in selbigen treten und dann meistens gleich doppelt so geschmeidig die Hüften zum Vibrieren bringen. So hat sich der Mann das zumindest vorgestellt. Allsopp kommt aus London, wo er die Kunst gelernt hat, Menschen zum Tanzen zu bewegen. Und zwar in seinem Schlafzimmer. Dort hat er die ersten musikalischen Gehversuche angestellt und in die unendlichen Weiten der englischen Hauptstadt verschickt. Erste Aufmerksamkeit wurde dem guten Mann geschenkt, kleinere Auftritte waren die Folge, und bald stand er unter Vertrag. Das alles noch immer ohne Band. Leider ging dann 2002 sein kleines Label pleite, aber das machte nichts, denn schon drei Jahre später durfte Allsopp die Goldfeder auf einen Vertrag von Mercury pressen. "Lucky bastard", würde der Brite wohl sagen.

Und nun ist "Overtones" da. Für geschürte Neugier sorgte die Single "Starz in their eyes", ein hübscher Popsong mit dem milchbubihaftesten Flow seit Vanilla Ice. Und überhaupt: Wenn man es nicht besser wüsste, man würde seinen Kopf zur neuen Phoenix-Single kreisen lassen. Denn Allsopp scheint nicht nur die Stimmbänder vom Phoenix-Frontmann Thomas Mars geerbt zu haben, im Endeffekt ist der gesamte Song ein glatter Rip-off. Inklusive zwanzig trauriger Sekunden voller Weißbrot-Rap. Spätestens beim dritten Durchlauf wird klar: Diese Single hat was, wenn auch leider nicht genug, um als brilliant durchzugehen. Und so verhält es sich auch mit dem Rest.

Jeder bemühte Versuch des Briten, irgendwo einen Akzent zu setzen, wie sie sonst ganz besonders die Franzosen beherrschen, scheitert in einer Melange aus Keyboards, Langeweile und bunten Stilblüten. Hier mal ein Streicher, da mal ein Roboter, und am Ende hat man einen Haufen unnützen Plunders, der unter sich den gesamten Song begräbt. Da fällt es einem schon schwer, die ansonsten recht hübschen Melodien herauszuhören, so tief hat er sie vergraben. Nicht einmal vor Bongos oder pseudoschwarzen Frauenchören konnte Allsopp zurückschrecken. Da wollte es jemand ernsthaft wissen! Fast schon komisch mutet es deswegen an, dass man bis zu den letzten beiden Tracks kauern muss, bis es endlich etwas Großartiges zwischen die Ohren gibt. "Mourning morning" hat einen ungeheuer dämlichen Titel und mindestens genau solche Streicher, weiß aber auf Anhieb zu gefallen.

Dass Just Jack damit auch auf MTV groß rauskommen kann, steht außer Frage, dass hier aber auch alles stimmt, ebenso. Natürlich ist es Kitsch deluxe, wenn es sich der gute Mann auf einer riesigen Streicherwelle gemütlich macht und voller Liebeskummer, dem Sonnenuntergang entgegen, nachhause segelt. Dass das Spaß macht, darf man aber ruhig zugeben. Gleiches Spiel beim letzten Track. "Spectacular failures" ist ungefähr so frisch wie die Brötchen vom letzten Sonntag, aber Allsopp tunkt das Zeug so tief in die Honigmilch, dass man es sich trotzdem gerne schmecken lässt. Aber letztendlich gilt auch hier dieselbe Maxime, wie für das Album: Schade, schade, was mal schien so toll, war nur Pomade. Aber was soll die ganze Miesmacherei? It's just Jack.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Mounring morning

Tracklist

  1. Writer's block
  2. Glory days
  3. Disco friends
  4. Starz in their eyes
  5. Lost
  6. I talk too much
  7. Hold on
  8. Symphony of sirens
  9. Life stories
  10. No time
  11. Mourning morning
  12. Spectacular failures

Gesamtspielzeit: 57:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
musie
2009-03-23 07:58:52 Uhr
erfreuliche neue single mit guten remixen.
öl
2007-05-28 19:16:01 Uhr
HAHHAH THE DOME!!!!!! omg
Florian
2007-05-28 18:15:23 Uhr
Hui, "Glory Days" könnte glatt von Curse sein! Nicht so toll wie Jamie T oder The Streets, aber doch ganz netter Stilmix.
5/10 sind durchaus angebracht.
Armin
2007-05-09 19:34:58 Uhr
Just Jack: Overtones | VÖ: 11.05.2007 (CD Album)










Mit seiner ersten Single "Starz In Their Eyes" hat sich Just Jack schnell in unsere Gehörgange gespielt und bei den vielen Sonnenstunden in den letzten Tagen kann man sagen, dass er schon jetzt den Sommerhit des Jahres vorgelegt hat. Zeit für einen sound-reichhaltigen Nachschlag... Mit „Overtones“ erscheint dieser Tage Just Jacks cleveres und cooles neues Album.

Überschwänglich, pulsierend, packend: Just Jack ist nicht House und nicht HipHop, sondern ein Jungspund der gerne mit Sounds herumexperimentiert und damit ganz nebenbei alle Grenzen mit seinem Feelgood-Sound sprengt. Dass das direkt ins Ohr geht und ins Bein fährt muss natürlich auch noch erwähnt werden.

„Overtones“ ist in den UK-Albumcharts auf #6 eingestiegen und wird von den Kritikern bereits bejubelt. Uns bereitet Just Jacks Debütalbum ab dem 11. Mai gute Laune. Am besten, wenn man Just Jack zu „Overtones“ gleich live gratuliert:

JUST JACK live:
25.5. TUI Arena, Hannover, The Dome 42
22.6. Scheeßel, Hurricane Festival
Armin
2007-04-26 01:04:30 Uhr
Just Jack: Starz In Their Eyes | VÖ: 27.04.2007 (CD Single)










3-in-1-Produkte sind was Feines. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Dass dieses Prinzip nicht nur bei Geschirrspül-Tabs gut funktioniert, zeigt uns Just Jack. Denn wer House, Hip-Hop und Singer/Songwriter-Sachen mag, wird mit diesem bleichen Briten wunschlos glücklich werden. Wie clever dieser Mix aufgeht, zeigt uns Just Jack bereits mit seiner ersten Single "Starz in Their Eyes", die bei uns am 27. April erscheint.

Schon im Januar wurde „Starz in Their Eyes“ von der britischen Presse zur Single des Jahres ernannt und kletterte direkt von 0 auf #2 der UK Single-Charts – wenn das mal kein viel versprechender Karrierestart ist. Sein Debüt „Overtones“, das in UK auf Platz 6 eingestiegen ist, lässt noch sich noch bis zum 11. Mai bitten, dann erscheint es aber bei uns mit einem Knall und einem exklusiven 1Live-Radio-Konzert.

München hat Just Jack schon mit seiner Space-Disco-Odyssee begeistert, bis Ende April stehen noch drei Gigs in Deutschland an.


JUST JACK live:
25.04.2007 - Köln - Prime Club
27.04.2007 - Hamburg - U&G
28.04.2007 - Berlin - Magnet Club

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