Tracey Thorn - Out of the woods

Tracey Thorn- Out of the woods

Virgin / EMI
VÖ: 27.04.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Herbstzeitlos

Bevor 1994 Massive Attacks Album "Protection" erschien, waren Fans und Kritiker eher skeptisch: Gründungsmitglied Shara Nelson, Stimme des Songs "Unfinished sympathy", hatte zuvor die Band verlassen. Die neue Platte räumte dann auch viel Platz für Instrumentals ein. Es war vor allem ein Titel, der mit voller Wucht einschlug: Der von Tracey Thorn gesungene Titeltrack "Protection" ließ nicht nur Kritiker sofort verstummen, sondern machte Massive Attack zum Vorreiter einer Musikrichtung, die man im Nachhinhein TripHop nannte. Im gleichen Jahr war ein Song von Tracey Thorns eigener Band Everthing But The Girl ebenfalls auf dem Weg in die Charts: "Missing" vom achten Album der Band kletterte im Remix des DJs Todd Terry weltweit auf vorderste Plätze.

Tracey und ihr Mann Ben Watt, andere Hälfte bei Everything But The Girl, waren also schon eine Weile im Musikgeschäft tätig, ehe sich endlich Erfolg einstellte. Ihr Solodebüt gab die 45-jährige Engländerin schon 1982, und bis 2002 drehte sich bei ihr alles um Musik. Dann löste sich die Band auf, und Thorn kümmerte sich fortan um ihre drei Kinder. Vor zwei Jahren meldete sie sich dann zurück: Für das deutsche Elektro-Projekt Tiefschwarz sang sie den Song "Damage" ein. Inzwischen war jedem klar, dass ihre emotionale, wiedererkennbare Stimme perfekt zu synthetischen Klängen passt und der manchmal so kalten Musik Gefühl und Seele einhaucht. So ist ihr zweites Solo-Album "Out of the woods" ein zwar still und ruhiges, aber durch und durch elektronisches Album.

Zusammen mit einigen angesagten DJs und Produzenten arbeitete Thorn dann an ihren selbst geschriebenen und komponierten Songs. Darshan Jesrani, Retro-House-DJ und Teil von Metro Area, unterstützte sie bei "It's all true", dem großen Highlight der Platte: Zurück in den Achtzigern wird hier nonstop zu einem melancholischen Liebessong getanzt. Voller Melancholie sind auch die anderen Titel: "A-Z" beschreibt den traurigen Abschied aus der öden Vorstadt und der Jugend in ein unbekanntes Leben. Seit Bronski Beats "Smalltown boy" hat das niemand mehr so auf den Punkt gebracht. Überhaupt die Achtziger: die Musik, das Gefühl - "Out of the woods" ist very retro. Da blubbert es wie bei Queens "Radio ga ga", und dort fällt der Regen wie in Massive Attacks "Protection". Manchmal allerdings wird es etwas viel mit Herbststimmung und melancholischem Weltschmerz. Doch bestimmt nur für die Leute, die nicht in den Achzigern großgeworden sind und mit ein klein wenig Wehmut zurückschauen können.

(Steffen Krautzig)

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Highlights

  • A-Z
  • It's all true
  • Raise the roof

Tracklist

  1. Here it comes again
  2. A-Z
  3. It's all true
  4. Get around to it
  5. Easy
  6. Falling of a log
  7. Nowhere near
  8. Grand Canyon
  9. By Picadilli station I sat down and wept
  10. Raise the roof

Gesamtspielzeit: 43:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Konsum
2007-06-20 15:35:15 Uhr
Das was ich bisher gehört habe, hat mir gut gefallen.
Mitsch
2007-06-20 15:28:40 Uhr
Finde es schade, daß dieses tolle Album nicht mehr Aufmerksamkeit erhält. "Raise the Roof" ist wohl die neue Single, gute Wahl, allerdings ist der Remix schlecht, die von "It's all true" sind deutlich besser
Mitsch
2007-06-19 14:39:06 Uhr
Hab mir das Album letzte Woche zugelegt und muß sagen, daß mir die Platte ausnehmend gut gefällt, meine Favoriten sindn "It's all true", "Raise the Roof", "A-Z" und "Grand Canyon"
musie
2007-02-07 08:29:32 Uhr
Am 30. März 2007 erscheint das neue Solo Album der Sängerin von Everything but the Girl (und zb von Massive Attack's Protection). Es ist traumhaft geworden! Das ganze Spektrum ist auf dem Album: sehr ruhige Lieder, welche stark an Annie Lennox erinnern, und Tanzbühnenknaller. Die Remixe zur Single sind auch äusserst empfehlenswert.
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