Hellyeah - Hellyeah

Hellyeah- Hellyeah

Epic / Sony BMG
VÖ: 27.04.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hölle, Hölle, Hölle

Der 8. Dezember 2004 war ein Tag, der der mit Dramen wahrlich nicht unterversorgten Rock-Szene ein weiteres tragisches Kapitel hinzufügen sollte. An diesem Tag nämlich stürmte der paranoid-fanatische Pantera-Fan Nathan Gale bei einem Konzert der So-was-wie-Nachfolgeband Damageplan auf die Bühne und jagte dem Gitarristen Lance Abbott "Dimebag" Darrell vier Kugeln in den Kopf. Bei diesem Amoklauf fanden drei weitere völlig unschuldige Menschen den Tod. Dimebags Bruder Vinnie Paul, seines Zeichens Drummer bei Pantera und Damageplan, versucht den Tod zunächst mit umfassenden Biographien und Retrospektiven zu verarbeiten. Dann der Anruf von Chad Gray und Greg Tribbet (Mudvayne) sowie Tom Maxwell und Jerry Montano (Nothingface): Man wolle ein gemeinsames Metal-Projekt aufziehen, und ob er, Vinnie, nicht Lust habe. Er hatte.

Das Ergebnis beginnt nach wenigen Sekunden Distortion-Geknarze mit dem vertrauten Geballer des Mannes, der seinerzeit bei Pantera mit knüppelähnlichen Werkzeugen auf sein Arbeitsgerät eindrosch. Und "Hellyeah" ist furios. Groovt wie Sau. Und ist doch mehr Mudvayne als alles andere. Die folgende erste Single "You wouldn't know" weiß vor allem durch gelegentliche Lupfer des Gaspedals zu überzeugen. Und wiederum durch Groove, Groove und nochmals Groove. Wenn nicht auf die Verwendung irgendwelcher Permutationen der "Matteschütteln"-Metapher Strafe in Form bissiger Phrasenschweine stünde, hier wäre sie wieder fällig. Ach, egal. Pommesgabel raus und Resthirn aus der Rübe schleudern!

Ganz fein auch "Alcohaulin' ass". Das ist dermaßen staubtrocken, dass man am Ende Besen und Schaufel holt, um den Sand vor den Boxen wieder wegzufegen. Sonnenuntergang, ein frisches Getränk, und der Schellenkranz rasselt wie eine träge dahergleitende Klapperschlange. Danach wird der Groove nach Hause geschickt, und es wird ruppiger. Zum Beispiel mit dem Hassbatzen "Goddamn", der allerdings nicht wirklich die Thrash-Welt revolutionieren wird. Nach dem für das Klischee erfüllende Thrasher sogar ziemlich unpeinlichen - ja, tatsächlich! - Liebeslied "Star" darf dann mit "Rotten to the core" eine weitere Lücke gefüllt werden. Bis dann mit dem ergreifenden "Thank you" Abschied genommen wird. Nicht nur, aber vor allem von Dimebag Darrell.

Dem selbst gesetzten Anspruch einer Metal-Supergroup werden Hellyeah nicht gerecht. Das übliche Problem: Große Namen allein machen noch keine große Musik. Doch trotz des ein oder anderen Lückenfüller weiß dieses Debüt durchaus zu gefallen. Nicht überragend, aber gut. Die beste Botschaft von allen aber ist: Vinnie Paul hat die tiefe Krise überwunden, in die er nach der Wahnsinnstat von Columbus, Ohio, gefallen ist und kann wieder Musik machen. Zur Hölle aber auch!

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • You wouldn't know
  • Alcohaulin' ass
  • Thank you

Tracklist

  1. Hellyeah
  2. You wouldn't know
  3. Matter of time
  4. Waging war
  5. Alcohaulin' ass
  6. Goddamn
  7. In the mood
  8. Star
  9. Rotten to the core
  10. Thank you
  11. Nausea
  12. One thing

Gesamtspielzeit: 43:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
RIP Dimebag
2010-02-16 15:27:18 Uhr
Neues Albumm kommt ja dieses Jahr. Muss mir das "Debut" unbedingt noch zulegen.
RammBAusteinchen
2007-05-10 21:04:32 Uhr
Ach der Bandname ist doch zweitrangig. :)
Aber nettes Geballer und die Anleihen zu Mudvayne sind unüberhörbar. Das was ich bei youtube probegehört habe war zwar nicht überragend, aber groovt ordentlich. Gefällt auf jeden Fall, aber beim Bandnamen dachte ich eher an etwas MonsterMagnet mässiges Stonergeschrobe. :)

Ich werd den Eindruck aber nicht los, das die nahe am LD50-Stil sind. Back to the Roots mit anderem Namen?^^
Khanatist
2007-04-26 19:35:43 Uhr
Einer der Fälle, wo Bandnamen einen vom Reinhören abhalten können.

http://www.plattentests.de/forum.php?topic=28388&seite=1
Mr. Serious
2007-04-26 17:42:00 Uhr
Pantera, Mudvayne, Nothingface, Damageplan. Ganz annehmbare Kombo, wie ich finde.
Armin
2007-03-12 20:47:39 Uhr
HELLYEAH

Die ultimative "Metal Supergroup"? Dies behauptet jedenfalls das US-

Fachmagazin Revolver. Die Hartfakten sprechen dabei für sich: Mit Chad

Gray und Greg Tibbett (Sänger und Gitarrist der Band Mudvayne) und

Tom Maxwell und Jerry Montano (Gittarist und Bassist der Band Nothing-

face) sowie Ex-Pantera-Drummer Vinnie Paul fanden sich einige der

kompetentesten und erfolgreichsten Musiker des eingangs erwähnten

Genres zusammen, um unter dem vielversprechenden Bandnamen Hell-

yeah bis auf weiteres gemeinsame Sache zu machen. Erstes Ergebnis:

Das selbstbitetelte Debütalbum "Hellyeah", das hierzulande Ende April

erscheinen wird. Zur Entstehungsgeschichte Mudyanve/Hellyeah-Sänger

Chad "Helvis" Gray: "Tom, Jerry und ich wollten schon immer einmal

etwas zusammen machen, seitdem wir vor fünf Jahren gemeinsam durch

New Orleans gezogen waren. Als ich Greg davon erzählte, war es sofort

dabei. Und als Vinnie zusagte, gab es kein Halten mehr. Es ist für uns

alle ein absolutes Muss-Projekt."

(Internet: www.hellyeahband.com )

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